Der 1. FC Köln war dicht dran. Am Sonntag im Rhein-Energie-Stadion hätten die Kölner die zurzeit offenbar unbesiegbaren Bremer ihres Nimbuses berauben können.

Warum es nicht zum Sieg gereicht hat, liegt zuerst an der Tatsache, dass der FC wieder mal kein Tor geschossen hat. Überhaupt haben die Kölner in den vergangenen sechs Bundesliga-Spielen nur ein einziges geschossen, ganze sieben Tore sind es nach 15 Spieltagen. Eine Ausbeute, die niemanden in Köln zufriedenstellt.

Auch nicht FC-Vizepräsident Jürgen Glowacz. Der gebürtige Kölner spricht im Interview mit bundesliga.de von einer "schwierigen Situation" und nennt Gründe, warum es bei der Mannschaft noch nicht richtig rund läuft.

bundesliga.de: Herr Glowacz, haben Sie gegen Bremen einen Punkt gewonnen oder zwei verloren?

Jürgen Glowacz: Wenn mir vor dem Spiel ein Punkt angeboten worden wäre, hätte ich sofort eingewilligt. Nach dem Abpfiff war ich spontan eher enttäuscht, dass wir zwei Punkte liegen gelassen haben. Denn wir hatten zwei ganz klare Chancen durch Novakovic und haben letztlich eine sehr gute Chance verpasst, Bremen zu schlagen.

bundesliga.de: Drei Punkte hätten dem FC mal wieder gut getan.

Glowacz: Es ist uns allen bewusst, dass wir in einer schwierigen Situation sind und nicht weit vom Tabellenende entfernt stehen. Wir sehen das auch nicht besonders entspannt. Ein Problem ist, dass wir sicherlich eine gute Mannschaft haben, die aber noch nicht optimal zueinander gefunden hat. Einzelne Spieler können ganz sicher noch besser spielen und auch besser zusammen spielen.

bundesliga.de: Zum Beispiel in der Offensive?

Glowacz: Milivoje Novakovic war lange verletzt und hat mit Lukas Podolski noch gar nicht so oft trainieren können, dass alles rundum passen würde. Insgesamt lief unsere ganze Vorbereitung auf die Hinrunde nicht optimal. Lukas Podolski ist einer der besten deutschen Spieler mit überragenden Fähigkeiten und es ist ein großer Segen für den FC, einen solchen Nationalspieler hierher bekommen zu haben. Wegen seines Stellenwerts lasten auf ihm immer ein besonderer Druck und eine große Erwartungshaltung.

bundesliga.de: An der Abwehr gibt es aber wenig auszusetzen.

Glowacz: Unsere Innenverteidiger Geromel und Mohamad spielen wieder eine sehr gute Saison. Ich habe auch viel Freude an Kevin Pezzoni, der mit seinen 20 Jahren die Position vor der Abwehr neben Petit und Maniche sehr souverän, passsicher und kampfstark ausfüllt.

bundesliga.de: Welche Bedeutung haben die letzten beiden Hinrundenspiele gegen Freiburg und Nürnberg?

Glowacz: Wenn wir beide Spiel gewinnen würden, hätten wir fast dieselbe Punktzahl wie im Vorjahr unter Christoph Daum. Das ist auch unser Ziel und dann können wir auch ruhiger in die Rückrunde gehen.

Das Gespräch führte Stefan Kusche