"Ich bin mit dem FC Bayern München sieben Mal Deutscher Meister geworden, habe drei Mal den DFB-Pokal gewonnen, mit der Nationalmannschaft wurde ich Weltmeister 1990 und Vize-Weltmeister 1986.

Und doch war das größte Spiel meiner Karriere wohl eine bittere Niederlage: Das Finale des Europapokals der Landesmeister am 26. Mai 1982.

Zwei Chancen vereitelt

Im Rotterdamer Stadion de Kuip trafen wir auf den englischen Meister Aston Villa. Die Truppe aus Birmingham war der Favorit, schließlich hatten seit fünf Jahren ausschließlich englische Mannschaften den Cup gewonnen. Der FC Bayern stand erstmals seit 1976, als der Club den Pokal zum dritten Mal in Folge gewonnen hatte, wieder im größten europäischen Endspiel.

Von Anfang an waren wir die klar bessere Mannschaft, hatten dutzende große Torchancen. Ich bin in dieser Begegnung 90 Minuten marschiert. Es war mein erstes großes Finale, ich wollte diesen Titel unbedingt gewinnen. Und ich hatte auch zwei Riesenchancen, uns zum Sieg zu schießen. Doch beim ersten Versuch holte mir Villa-Torwart Jimmy Rimmer den Ball noch im letzten Moment bevor ich ihn reinschießen konnte vom Fuß, danach kratze ein englischer Verteidiger den Ball gerade noch von der Linie. Stattdessen traf Astons Stürmer Peter Withe in der 67. Minute zum 1:0 für die Engländer.

Tor findet keine Anerkennung

Auch danach warfen wir noch einmal alles nach vorne, angeführt von unseren Superstars Paul Breitner und Karlheinz Rummenigge, aber auch von mir. Und wir schafften sogar den vermeintlichen Ausgleich - doch Schiedsrichter Georges Konrath gab das Tor von Dieter Hoeneß drei Minuten vor Abpfiff nicht. Trotz einer großen Leistung unserer Mannschaft und meinem vielleicht besten Spiel, hatten wir verloren. Dabei waren wir klar besser.

Fünf Jahre später passierte mir das gleiche Missgeschick noch einmal. Im Praterstadion in Wien verloren wir im Europapokal-Finale dank des berühmten Hackentores von Rabah Madjer 1:2 gegen den FC Porto. Ich habe deshalb leider nie einen internationalen Vereinstitel gewinnen können."


Klaus Augenthaler spielte von 1976 bis 1991 insgesamt 15 Jahre lang für den FC Bayern München in der Bundesliga. Er bestritt 404 Bundesligaspiele, erzielte 52 Tore. Mit sieben Meistertiteln war Augenthaler bis 2006 als Spieler Rekordmeister. Außerdem gewann er dreimal den DFB-Pokal. 1990 wurde Augenthaler als Stammspieler der deutschen Nationalmannschaft Weltmeister, 1986 war er bereits Vize-Weltmeister. Er bestritt 27 Länderspiele. Nach seiner aktiven Karriere war Augenthaler Trainer von Bayern München, dem Grazer AK, dem 1. FC Nürnberg, Bayern 04 Leverkusen und dem VfL Wolfsburg. Mit den Bayern gewann er 1996 den Uefa-Cup, Nürnberg führte er 2001 zurück in die Bundesliga.