...beschwor Schlagersänger Jürgen Marcus bereits im Jahre 1972 die Magie des Neuanfangs mit einer Metapher, die sich eigentlich auch auf den modernen Fußball übertragen lässt.

Wenn Profis heute die vielzitierte "neue sportliche Herausforderung" suchen, können sich dahinter sicherlich sehr verschiedene Motive verbergen: Mit dem aktuellen Verein sind vielleicht schon alle Ziele erreicht - und man soll ja bekanntlich gehen, wenn's gerade am schönsten ist. Eventuell entspricht die eigene Position innerhalb der Mannschaft nicht (mehr) der gewünschten; zuweilen mag auch das Tischtuch mit dem Trainer zerschnitten sein.

Wer daraufhin die gewohnte Umgebung verlässt, will auf eine neue Stufe klettern, seiner Karriere einen Schub verleihen. bundesliga.de stellt fünf Spieler vor, die in diesem Sommer den Schritt gewagt und den Club gewechselt haben - und nun noch mal so richtig durchstarten wollen.

Lukas Podolski

Nach drei vermutlich ebenso lehrreichen wie frustrierenden Jahren beim FC Bayern München folgte der Nationalspieler seinem Herzen und kehrte zum 1. FC Köln zurück. Mit Blick auf seine Heimkehr sprach der Stürmer von einem "Gefühl, das man nicht beschreiben kann". Und was auf den ersten Blick wie ein Rückschritt aussehen mag, könnte sich als echter Karrieresprung erweisen: Schließlich avancierte der 24-Jährige in der Domstadt auf Anhieb vom Chorknaben zum Alleinunterhalter!

Alexander Baumjohann

Was "Poldi" schon hinter sich wähnt, hat der Mittelfeldspieler nun vor sich: Nach einer guten Saison bei Mönchengladbach und dem Wechsel zum FC Bayern muss sich der Techniker in einem Top-Team durchbeißen. Allzu viele Gelegenheiten, im Konzert der Großen die erste Geige zu spielen, dürfte der 22-Jährige nicht erhalten - deshalb gilt: Wer bremst, hat schon verloren! "Ich traue es mir zu, es in München zu schaffen, sonst hätte ich das Angebot nicht angenommen. Irgendwann bekomme ich meine Chance, und dann muss ich sie nutzen", sagte Baumjohann dem "kicker".

Artur Wichniarek

Für Arminia Bielefeld war der Pole lange Zeit die "Lebensversicherung", den Abstieg der Ostwestfalen vermochte der oft auf sich allein gestellte Torjäger trotzdem nicht zu verhindern. Bei seinem neuen, alten Verein Hertha BSC hatte sich der 32-Jährige vor einigen Jahren schon einmal versucht - allerdings nicht sonderlich erfolgreich. Dennoch scheint seine Rückkehr durchaus schlüssig: Der Routinier hat eine offene Rechnung mit der Hauptstadt und brennt darauf, diese zu begleichen: "Eine zweite Chance im Leben kriegt man nicht oft. Die will ich nutzen", so "König Artur".

Maik Franz

Das Verletzungspech verdonnerte den Verteidiger in der vergangenen Saison lange Zeit zum Zuschauen. Der Kapitän musste mitansehen, wie sein Karlsruher SC nach zwei Jahren wieder aus der Bundesliga abstieg. Der 27-Jährige, der sich im Oberhaus mit seiner robusten Spielweise schnell Respekt verschafft hatte, war jedoch gekommen, um zu bleiben - und wechselte deshalb zu Eintracht Frankfurt. "Das bin ich meinen eigenen Ansprüchen schuldig", erklärte "Iron Maik", den die Hessen fest als Führungsspieler eingeplant haben.

Markus Feulner

Manchmal macht man einen Schritt zurück - und dann zwei nach vorn: Für den Mittelfeldakteur, der in der Bundesliga bereits für den FC Bayern München und 1. FC Köln spielte, war der Wechsel zum 1. FSV Mainz 05 vor drei Jahren zumindest auf dem Papier eine Verschlechterung. De facto fand der 27-Jährige dort jedoch die optimalen Bedingungen, um sich weiterzuentwickeln und nun die nächste Stufe zu erklimmen. Bei Borussia Dortmund will sich der Rechtsfuß, der sich "auf die neue Herausforderung" freut, unter der Regie seines Ex-Trainers Jürgen Klopp endlich in der Eliteklasse etablieren.

Stefan Missy