Das Feld für eine spannende und ereignisreiche Bundesligapartie ist bestellt, wenn 1899 Hoffenheim den VfL Wolfsburg in der heimischen Rhein-Neckar-Arena empfängt (ab 15 Uhr alle Spiele im Live-Ticker/Live-Radio).

Der aktuelle Deutsche Meister ist zu Gast beim Herbstmeister der vergangenen Saison. Beide Mannschaften gehen mit viel Selbstbewusstsein in die Begegnung. Die Gastgeber gewannen am vergangenen Spieltag mit 1:0 beim SC Freiburg und sprangen in der Tabelle auf den 5. Rang. Der VfL feierte am Dienstag in der Champions League einen beeindruckenden 3:0-Sieg bei Besiktas Istanbul.

"Wir müssen eine Top-Leistung abrufen"

Kein Wunder, dass Hoffenheims Cheftrainer Ralf Rangnick den Niedersachsen vor dem Verfolger-Duell viel Respekt zollte: "Sie sind der amtierende Deutsche Meister und die einzige deutsche Mannschaft, die beste Chancen auf ein Weiterkommen in der Champions League hat. Es ist eine Herausforderung, auf die wir uns freuen. Wir müssen schon eine Top-Leistung abrufen, um die drei Punkte einzufahren."

Personell hat sich seit dem Spiel in Freiburg nur wenig verändert. So muss Rangnick weiter auf Chinedu Obasi verzichten. Zudem wird Andreas Ibertsberger nach seiner Gesichtsverletzung voraussichtlich bis zur Winterpause ausfallen. Matthias Jaissle unterzig sich einer Athroskopie im Knie und muss erneut pausieren. Tobias Weis macht Fortschritte, eine Rückkehr in den Kader kommt jedoch noch zu früh. Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es bei Demba Ba, der zuletzt an einem Muskelfaserriss laboriert hatte.

"Wir wollen auch in Hoffenheim punkten"

Der Gegner aus Wolfsburg reist mit viel Rückenwind in den Kraichgau. "Der Erfolg in Istanbul ist natürlich gut für das Selbstvertrauen meiner Mannschaft. Nun gilt es, sich wieder auf die Bundesliga zu konzentrieren. Wir wollen auch in Hoffenheim punkten und dort eine starke Leistung zeigen", gibt sich VfL-Cheftrainer Armin Veh zuversichtlich.

Dabei kann Veh auch wieder auf Torjäger Grafite zurückgreifen, der zuletzt in Brasilien weilte. Ob der Torschützenkönig der vergangenen Spielzeit tatsächlich auf dem Platz stehen wird oder Obafemi Martins erneut neben Edin Dzeko stürmt, ließ Veh allerdings noch offen: "Wir werden sehen, wer am Samstag zum Einsatz kommt."


Borussia Mönchengladbach - VfB Stuttgart

Die Gastgeber wollen nach ihrem überraschenden Sieg beim Hamburger SV eine kleine Serie starten. Doch trotz des enttäuschenden Saisonstarts der Stuttgarter nimmt "Fohlen"-Trainer Michael Frontzeck die Partie nicht auf die leichte Schulter - im Gegenteil: "Sie zählen in den letzten Jahren zu den Topclubs in Deutschland. Keiner sollte so borniert sein und glauben, dass wir jetzt wegen unseres Sieges in Hamburg Favorit sind."

Verstecken wird man sich gegen die Schwaben allerdings nicht. "Sie sind momentan nun einmal angeschlagen, und das wollen wir ausnutzen. Wenn wir die Spielleistung aus den letzten Partien bringen, dann haben wir gute Chancen, zu gewinnen", sagt Frontzeck.

Torwartposition noch offen

Verzichten muss Frontzeck definitiv auf die Dienste von Raul Bobadilla. Der Stürmer erlitt im Training einen Muskelfaserriss im linken Oberschenkel und fällt damit ebenso aus wie die Abwehrspieler Paul Stalteri (Zerrung im Adduktorenbereich), Jan-Ingwer Callsen-Bracker (Sehnenentzündung unter dem Fuß) und Christian Dorda (Probleme an der Patellasehne) sowie Mittelfeldspieler Gal Alberman (Reizung an der Ferse).

Fraglich ist zudem der Einsatz von Mannschaftskapitän Filip Daems, der in den letzten Wochen wieder Probleme mit seinem im Sommer verletzten Knie hatte. Unklar ist außerdem, ob Logan Bailly im Tor stehen kann. Der Belgier zog sich im Training eine Blockierung und eine Nervenreizung im Hals- und Brustwirbelbereich zu. Christofer Heimeroth stünde als Ersatz bereit.

VfB mit großen Personalsorgen

Auch der VfB hat mit großen Personalsorgen zu kämpfen. Zu allem Überfluss hat sich auch noch Innenverteidiger Serdar Tasci mit einer Überlastungsreaktion im linken Fuß bis zum Ende der Hinrunde abgemeldet. Zudem steht hinter den Einsätzen von Cacau (Muskelfaserriss), Ciprian Marica (Leistenprobleme) und Matthieu Delpierre (Mittelhandbruch) bis zuletzt ein Fragezeichen.

Christian Träsch kann dafür auf jeden Fall spielen, wohingegen Ricardo Osorio, Sami Khedira und Martin Lanig weiterhin fehlen. Zudem muss der gelbgesperrte Mittelfeldspieler Timo Gebhart aussetzen.

Dennoch machte VfB-Cheftrainer Markus Babbel seiner Mannschaft Mut vor dem Spiel gegen den Tabellenzwölften. "Wir haben die Möglichkeit, in der Bundesliga aufzuholen. Wenn wir an die zweite Halbzeit von Sevilla anknüpfen, haben wir große Chancen, das Spiel zu gewinnen. Wenn wir hingegen so auftreten wie in der ersten Hälfte gegen Sevilla, bekommen wir große Probleme", sagte der 37-Jährige in Anlehnung an das 1:1 in der Champions League beim FC Sevilla.


1. FSV Mainz 05 - 1. FC Nürnberg

Nach dem 3:3 beim VfL Wolfsburg ist die Stimmung bei den "05ern" gut. Auch wenn nach der famosen Aufholjagd sogar noch mehr drin war, nehmen Thomas Tuchel und seine Mannschaft jetzt die positiven Dinge aus dem Spiel mit in die anstehende Partie gegen Nürnberg. "Unser Punkt ist ein gefühlter Sieg. Es ist nicht selbstverständlich, nach einem 0:2-Rückstand gegen den Meister noch einmal zurückzukommen. Außerdem haben wir es geschafft, unsere spielerische Art und Weise durchzudrücken. Das vergangene Spiel hält also viele positive Aspekte für uns", resümiert Tuchel das Spiel gegen den VfL.

Während das Mainzer Remis Sieggefühle hervorrief, hatte das 2:2 des FCN gegen Werder Bremen einen bitteren Beigeschmack für die Franken. Der "Club" lag zwei Tore in Front und hatte unzählige Chancen sowie ein tolles Spiel hinter sich, als Aaron Hunt in der Nachspielzeit noch einnetzte und Werder noch einen Last-Minute-Punkt holte. Bitter für die Elf von Michael Oenning, die bis dahin ein super Spiel hingelegt.

"Alles tun, damit die Heimserie nicht reißt"

Der Mainzer Fußballlehrer Tuchel ist also vor den Nürnbergern gewarnt, sich aber noch nicht ganz sicher, wie die Franken auftreten werden: "Vielleicht will Nürnberg uns auch mit unseren eigenen Waffen schlagen. Wir gehen vorher alle Szenarien durch. Der 1. FC Nürnberg betreibt ein sehr laufintensives Spiel, er nimmt den Kampf um den Klassenerhalt genauso an wie wir und will sicher etwas Zählbares aus Mainz mitnehmen."

"Wir wollen aus dem Spiel ein echtes Heimspiel machen, unsere Tugenden ausspielen und die drei Punkte für uns behalten. Wir wollen alles tun, damit die Heimserie nicht reißt", kündigt Tuchel an. Mainz hat in den bisherigen fünf Heimspielen erst zwei Punkte abgegeben - Ligabestwert! Ob Elkin Soto und Chadli Amri bei dieser Mission helfen können, steht noch in den Sternen. Soto muss noch abwarten, wie das Knie nach seiner Trainingspause wegen einer Patellasehenreizung reagiert, und Amri hatte unter der Woche mit einem grippalen Infekt zu kämpfen.

"Gegen Bremen zwei Punkte verloren"

"Die Mainzer", lobt "Club"-Trainer Michael Oenning, "haben, wie man so schön sagt, einen Lauf, sie haben Euphorie und ein schönes enges Stadion mit begeisternden Fans!" "Mainz", empfindet Javier Pinola ähnlich, "hat eine gute Mannschaft, ist stark gestartet. Aber wir haben auch eine gute Mannschaft!" Chef Oenning gibt sich kämpferisch: "Wir brennen! Weil wir noch das Gefühl haben, gegen Bremen zwei Punkte verloren zu haben."

Nicht helfen wird am Samstag Marek Mintal. Das "Phantom" laboriert an einem grippalen Infekt und kann die Reise für den "Club" nicht mit antreten. Im Spiel bei den "05ern" werden zudem Marcel Risse (Schienbeinentzündung) und Ilkay Gündogan (Mittelfußprellung) fehlen.


VfL Bochum 1848 - SC Freiburg

"Die Vorbereitung auf das Spiel ist nicht einfach", sagte der Freiburger Cheftrainer Robin Dutt. Am Freitagvormittag, als ab 11 Uhr die Trauerfeier für Achim Stocker im Stadion stattfand, hatten auch die Profis auf der Tribüne Platz genommen, um Abschied von ihrem Präsidenten zu nehmen. Erst im Anschluss daran reiste die Mannschaft ins Ruhrgebiet. "Wir versuchen nicht, das Geschehene zu verdrängen, sondern einen Bezug zwischen dem Menschen Achim Stocker und der anstehenden Aufgabe herzustellen", so Dutt. Schließlich gelte es, sich von einem Menschen zu verabschieden, "der Fußball gelebt hat."

"Zeigen, dass das Lebenswerk weiter zu Erfolgen führt"

So ist die Partie in Bochum nach vier Niederlagen in Folge einmal mehr auch eine Bewährungsprobe für den Charakter des Teams. "Für uns geht es in den nächsten Wochen auch darum, zu zeigen, dass das Lebenswerk von Herrn Stocker weiter zu Erfolgen führt", sagt Ivica Banovic.

Neue Verletzungsprobleme gibt es auf Freiburger Seite vor dem Spiel in Bochum nicht. "Wir werden mit dem besten Kader nach Bochum reisen und vermutlich in Bestbesetzung antreten können", sagt Dutt.

Für den VfL Bochum gibt es nach vier sieglosen Spielen in Folge nur eine Marschroute: Gegen den Aufsteiger muss unbedingt der zweite Heimsieg her. Und auch wenn das Team von Heiko Herrlich ernste Personalsorgen plagen, ist sich der Coach sicher: "Ein Spiel wie gegen Frankfurt wird meine Mannschaft am Samstag nicht zeigen."

"Mund abputzen und nach vorne schauen"

"Unsere spielerischen Fehler haben wir ausreichend analysiert", sagt Herrlich mit Blick auf das verpatzte Frankfurt-Spiel, nun hieße es: "Mund abputzen und nach vorne schauen." Auch die Personalsituation an der Castroper Straße könnte rosiger sein. Christoph Dabrowski und Shinji Ono sind gesperrt, Anthar Yahia fällt wegen eines Muskelfaserrisses aus, und auch Christian Fuchs, der wegen einer Seitenstrang-Angina mit Antibiotika behandelt wird, wird mit großer Sicherheit nicht auflaufen.

Leichte Fragezeichen stehen zudem hinter den Einsätzen von Marcel Maltritz (Rückenprobleme mit Ausstrahlung in den Oberschenkel) und Diego Klimowicz (Verhärtung im Oberschenkel). Doch egal, wer am Samstag mit von der Partie sein wird, Ausreden lässt Herrlich nicht gelten.