Köln – Der Supercup 2016 steht unter dem Motto "Jedem Kind eine Chance". Damit macht die Bundesliga-Stiftung auf Probleme von Kindern in Deutschland aufmerksam und präsentiert rund um das Topevent am 14. August ihre Förderprojekte. bundesliga.de stellt sie vor. Hier: Fußball trifft Kultur.

Bildung ist eine zentrale Voraussetzung für beruflichen, häufig aber auch persönlichen Erfolg. Umso schlimmer ist es, dass auch in Deutschland jährlich etwa 47.000 Jugendliche die Schule ohne einen Abschluss verlassen. Viele können nicht ausreichend lesen und schreiben.

Besonders Kinder aus schwierigem sozialem und familiärem Umfeld und bildungsfernen Haushalten haben Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache. Häufig fehlt ihnen der Spaß und die Motivation zum Lernen. Das von der Bundesliga-Stiftung geförderte Projekt "Fußball trifft Kultur" (FtK) will hier Abhilfe schaffen. Mit Hilfe des Fußballs soll betroffenen Kindern der Zugang zu Bildung und Kultur ermöglicht, Sprache und Lesen gefördert werden.

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Auch Bundesliga-Clubs als Partner

Gegründet wurde das Projekt 2007 von LitCam, der Frankfurt Book Fair Literacy Campaign. Seit 2012 unterstützt die Bundesliga-Stiftung die Initiative als bundesweiter Partner, hat sie zu einem ihrer Leuchtturmprojekte im Bereich Kinder erhoben. Mittlerweile wird das Programm bundesweit an 14 Standorten in 23 Projektgruppen angeboten. Neben der Bundesliga-Stiftung sind auch zahlreiche Proficlubs als lokale Partner engagiert, darunter auch Bundesliga-Clubs wie Eintracht Frankfurt, Hertha BSC, der Hamburger SV, FC Schalke 04, der 1. FSV Mainz 05 oder Borussia Dortmund.

© DFL DEUTSCHE FUSSBALL LIGA

Aber nicht nur Clubs auch einige Stars gehören zu den Unterstützern des Projekts. So tritt der bekannte Schauspieler und ehemalige Tatort-Kommissar Joachim Krol als Botschafter von "Fußball trifft Kultur" bundesweit auf. Und auch Welttorhüter Manuel Neuer, Kinder-Pate der Bundesliga-Stiftung, fördert mit seiner Stiftung den Gelsenkirchener FtK-Standort.

Für die Kinder der Projektgruppen bietet "Fußball trifft Kultur" zweimal wöchentlich eine Halbzeit Fußball und eine Halbzeit Lernen, mindestens für die Dauer eines Schuljahres. Als Teilnehmer werden rund zwei Dutzend Kinder im Alter zwischen acht und zwölf Jahren von einer kooperierenden Schule aus einem sozialen Brennpunkt ausgesucht, die Förderbedarf im Bereich Sprache, Bewegung und soziale Kompetenz haben. Ein Jugendtrainer des ortsansässigen Proficlubs trainiert die Kinder, ein externer Lehrer übernimmt den Förderunterricht. Dabei gibt es eine klare Regel: Wer im Klassenraum nicht mitzieht, der sitzt beim Fußball auf der Bank. Stefan Kiefer, Vorstandsvorsitzender der Bundesliga-Stiftung, ist von der gelungenen Kombination aus Fußball und Lernangeboten überzeugt: "Das ist für die Kinder ein großer Anreiz."

Begeisterung für Fußball ist der Antrieb

Neben Sprachförderung und Fußball stehen auch Ausflüge wie Museumsbesuche, Theaterworkshops oder eine Rallye durch die Bibliothek auf dem Programm. Die Kombination aus Fußballtraining, Förderunterricht und kulturellen Aktivitäten soll das soziale und kommunikative Verhalten der Kinder verbessern, ihre Motivation zum Lernen stärken und ihr Interesse für kulturelle Themen wecken. Die Begeisterung für den Fußball dient den Kindern dabei als Antrieb, sie verbessern spielerisch ihre Sprachfähigkeiten.

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Bessere Leistung in der Schule

Ziel ist es in erster Linie, langfristig die Deutschkenntnisse der Kinder zu verbessern, um ihnen so bessere Chancen an weiterführenden Schulen zu ermöglichen. Der Förderunterricht hat aber auch noch weitere positive Effekte. "Wir haben beobachtet, dass die teilnehmenden Kinder sich auch im normalen Schulunterricht viel besser konzentrieren können und sich ihre Schulleistungen insgesamt erheblich verbessert haben", sagt Karin Plötz, Direktorin der LitCam. "Auch der Umgang der Kinder miteinander hat sich zum Positiven gewandelt: Sie sind weniger aggressiv und ruhiger im Umgang mit ihren Mitschülern." Das wirkt sich auch positiv auf ihr Selbstwertgefühl aus.

Und auch sportlich gibt es für die Kinder jedes Jahr ein absolutes Highlight. Beim gemeinsamen Abschlussturnier aller Projektgruppen wird jährlich der FtK-Wanderpokal ausgespielt. Die Kids treten dabei für "ihren" Club aus ihrer Heimatstadt an. Neben dem Ansporn für ihren Club ihr Bestes auf dem Spielfeld zu geben, wachsen die Kinder hierdurch auch als Einheit noch mehr zusammen und können zeigen, was sie in Sachen Fairplay bei "Fußball trifft Kultur" von ihren Trainern und Lehrern gelernt haben.