Mönchengladbach - Die im Vergleich zum Kasachstan-Spiel vom vergangenen Samstag auf acht Positionen veränderte deutsche Nationalmannschaft hat nach einer mäßigen Vorstellung ihr Freundschaftsspiel mit 1:2 gegen Australien verloren. Dafür gab es Pfiffe von den enttäuschten Fans.

Nach dem Spiel stellte sich Nationalstürmer Miroslav Klose den Fragen der Medien. Der Torjäger wurde erst 20 Minuten vor Spielende für den Torschützen Mario Gomez eingewechselt und vergab kurz darauf die große Chance zum Ausgleich.

Frage: Die deutsche Nationalmannschaft hat das Freundschaftsspiel gegen Australien mit 1:2 verloren. Was ist schief gelaufen?

Miroslav Klose: Man muss unterscheiden, zwischen Qualifikationsspielen und Freundschaftsspielen. Letztendlich zeigt sich bei einem Freundschaftsspiel auch der Charakter, ob man sich als Profi da genauso motivieren kann. Auf der anderen Seite hat jeder die nächsten wichtigen Spiele in der Bundesliga im Hinterkopf. Dann ist es schwer.

Frage: Auffallend ist, dass die deutsche Elf seit der WM alle Qualifikationsspiele gewonnen hat, aber kein einziges Freundschaftsspiel.

Klose: Das ist eine Frage der Einstellung. Man kann noch so gut vorbereitet und konzentriert sein. Doch irgendwie lässt man es dann doch lockerer angehen. Das sollte nicht so sein, war aber leider der Fall.

Frage: Heißt das, dass die deutsche Elf immer Spiele mit Wettkampfcharakter braucht? Es haben doch viele junge Spiele die Chance bekommen, die sicher zeigen wollten, dass sie nicht nur Alternativen sind.

Klose: Die jungen Spieler haben meiner Meinung nach auch ordentlich gespielt. Es ging frisch nach vorne. Sie haben wichtige Zweikämpfe gewonnen. Doch dann machen die Australier den Ausgleich und gehen in Führung. Da sieht man, dass die Australier Routine in der Mannschaft haben, während auf unserer Seite viele junge Spieler auf dem Platz standen. Trotzdem sind es sehr gute Spieler. Die jungen Spieler brauchen natürlich noch die Erfahrung, um gute Spiele zu machen.

Frage: Wie weh tut es, wenn man im eigenen Stadion Pfiffe gegen sich hat?

Klose: Jeder von uns versucht, einen guten Fußball zu spielen. Das ist doch klar. Wir wollten das Spiel auch gewinnen. Aber es geht nicht gegen Australien im Handumdrehen ein Spiel zu gewinnen und dann möglichst mit vier oder fünf Toren. Wir haben uns bemüht und ordentlich gespielt. Aber letztendlich passt das Ergebnis nicht.

Frage: Was sagen Sie dazu, dass mit Uli Hoeneß der eigene Präsident im Vorfeld des Länderspiels sagt, solche Spiele bringen gar nichts? Man sollte lieber die Bayern A- gegen die Bayern B-Mannschaft trainieren lassen.

Klose: Ich denke, Uli Hoeneß hat die Verletzungsgefahr gemeint. Das ist auch meine Meinung. Die ist in so einem Spiel sicher gegeben. Wenn dann der Gegner auch noch Australien heißt, denke ich, dass er das gemeint hat, weil die bekanntlich gut zur Sache gehen.

Aufgezeichnet von Tobias Gonscherowski