Jerez - Die Note 1 scheint für die Doppel-Sechs bei Borussia Dortmund reserviert zu sein. Sven Bender (21) und Nuri Sahin (22) spielen beim Bundesliga-Herbstmeister die Positionen vor der Abwehr und die damit wohl wichtigsten im modernen Fußball.

Die beiden Youngster leisteten einen wesentlichen Beitrag dazu, dass der BVB in den 17 Begegnungen der Hinrunde nur zehn Gegentreffer kassierte.

Bender sichert nach hinten ab

Während der türkische Nationalspieler Sahin den offensiven Part übernommen hat, hält Bender die Schotten dicht und beeindruckt bei allen Defensivstärken durch seine Sicherheit im Passspiel und bei der Spieleröffnung.

Kein Wunder, dass der gebürtige Bayer bereits als nächster BVB-Aspirant für einen Einsatz im Team von Bundestrainer Joachim Löw gehandelt wird.

Erst die zweite Saison beim BVB

Bender, der im Sommer 2009 vom Zweitligisten 1860 München kam und seinen Vertrag erst vor wenigen Wochen vorzeitig bis 2016 verlängerte, hat seine Chance genutzt. Denn das Pech des Dauerverletzten BVB-Kapitäns Sebastian Kehl war sein Glück. Der 1,85 m große und kopfballstarke U-20-Nationalspieler kam bereits in der vergangenen Saison auf 19 Einsätze, wuchs in seine Rolle und ist aus der Startformation der Westfalen nicht mehr wegzudenken.

"Hier in Dortmund gibt es die geilsten Fans. Wir haben eine klasse Mannschaft. Da musste ich bei der Vertragsverlängerung nicht lange überlegen. Das ist der beste Ort, um mich weiterzuentwickeln", erklärt Bender, von dem Trainer Jürgen Klopp sagt: "Er ist im Defensivbereich variabel einsetzbar, er könnte auch Innenverteidiger spielen."

Vergleiche mit Schweinsteiger

Partner Sahin weiß, was er Bender zu verdanken hat. "Er ist unglaublich ehrgeizig, aggressiv, hat ein gutes Auge und ist sich für nichts zu schade. Er hält mir stets den Rücken frei", sagt der Türke. "Manni", wie sie Bender in Anlehnung an den einstigen Münchner Bayern Manfred Bender rufen, bewegt sich zumeist im Windschatten von Sahin, aber das mit einer Abgeklärtheit, die auch Klopp immer wieder begeistert: "Was der Junge leistet, ist einfach fantastisch."

Auf dem Platz äußerst präsent, bewegt sich Bender abseits davon eher zurückhaltend. Vergleiche einiger Fans mit Nationalspieler Bastian Schweinsteiger machen ihn verlegen. "Der ist schon eine andere Hausnummer", sagt Bender, dessen Zwillingsbruder Lars bei Bayer Leverkusen, am 14. Januar Gegner der Borussia beim Rückrundenstart, unter Vertrag steht. Eines jedoch hat Bender mit Schweinsteiger gemeinsam: Beide stammen aus dem Kreis Rosenheim.

Schon ein alter Hase

Während Bender erst am Anfang seiner Profikarriere steht, gilt Sahin trotz seiner 22 Lebensjahre schon als alter Fußball-Hase. Der Vertrag des jüngsten Bundesligaspielers und -torschützen (Debüt mit 16 Jahren und 355 Tagen, erstes Tor mit 17 Jahren und 81 Tagen) läuft noch bis 2013. "Mein Traum ist es, einmal Champions League zu spielen", sagt der Mittefeldstratege.

Beide wissen angesichts des Zehn-Punkt-Vorsprungs vor Leverkusen um die große Chance, ihren Traum zu realisieren. "Wir haben keinen Druck, denn wir haben eine gute Hinrunde gespielt und wollen darauf aufbauen. Wir denken in der Mannschaft alle identisch und wissen, wie wir uns zu verhalten haben", sagte Bender: "Wir sind auch als junge Kerle schlau genug."