Shinji Ono ist in Japan ein Star. Mit dem VfL Bochum trat er nun im Rahmen der Auslandsinitiative der DFL in seiner alten Heimat an.

Mit bundesliga.de sprach Ono über den Auftritt der Bochumer in Japan, die anstehende Saison und seine Ziele.

bundesliga.de: Herr Ono, der VfL hat im Rahmen der Auslandsinitiative der DFL in Japan gegen die Yokohama Marinos gespielt. Wie hat Ihnen die Reise in die Heimat gefallen?

Ono: Sehr gut. Ein Spiel gegen meinen alten Club, die Urawa Red Diamonds, wäre noch schöner gewesen, aber mit meinem Kollegen zu helfen, die Bundesliga in Japan bekannter zu machen, ist eine tolle Aufgabe. Außerdem habe ich viele Freunde wieder gesehen und konnte meinen Mitspielern einiges in meiner Heimat zeigen.

bundesliga.de: Welchen Stellenwert hat der Fußball in Japan und wie hat er sich entwickelt?

Ono: Fußball wird auch in Japan immer größer. Seit der Weltmeisterschaft hat sich viel getan und die J-League macht auf allen Ebenen Fortschritte. Neben Baseball ist Fußball sicher eine der größten Sportarten bei uns. Aber, um den Stellenwert der Bundesliga zu erreichen, ist es noch ein weiter Weg. Die Stadien sind großartig und der Fußball hat eine höhere Qualität.

bundesliga.de: Und die Bundesliga? Wird die in Japan verfolgt?

Ono: Ja. Aktuell spielen drei Japaner in Deutschland und dadurch ist die Nachfrage groß. Das sieht man auch beim VfL, wo eigentlich immer Journalisten aus Japan zugegen sind.

bundesliga.de: Sie sind jetzt seit einem halben Jahr in Deutschland. Wie gefällt Ihnen Ihre neue Heimat?

Shinji Ono: Ausgezeichnet. Fußball ist in Deutschland noch einmal eine ganze Nummer größer und professioneller als in den Niederlanden. Insgesamt ist das Leben aber in Deutschland ähnlich zu meiner Zeit in Rotterdam. Dort hatte ich zu Beginn zwar kein Heimweh, aber es war alles anders und dementsprechend komisch. Ich konnte die Sprache nicht, die Leute waren anders als die Japaner und auch sportlich musste ich mich gewaltig umstellen. Der europäische Spitzenfußball ist viel schneller als der japanische, im Training geht es härter zur Sache. Hier beim VfL und in der Bundesliga übrigens noch mal wesentlich intensiver als in Holland.

bundesliga.de: Was waren die Gründe für den erneuten Weggang aus Ihrer Heimat? Und warum haben Sie sich für den VfL Bochum entschieden?

Ono: Der VfL hat sich zum richtigen Zeitpunkt um mich bemüht und auch für mich hat der Moment wieder nach Europa zu gehen gepasst. Ich hatte noch Probleme mit meinem Fuß und der VfL hat mir die Chance gegeben, in einer der besten Ligen der Welt zu spielen. Das ist für jeden Spieler eine Herausforderung und die Möglichkeiten, die ich beim VfL vorgefunden habe, sind die professionellsten unter denen ich jemals gearbeitet habe.

bundesliga.de: Die Saisonvorbereitung ist in vollem Gange. Was macht Trainer Marcel Koller anders als die Trainer, mit denen Sie früher gearbeitet haben?

Ono: Marcel Koller lässt sehr hart arbeiten. Ich habe noch keine so intensive Vorbereitung wie diese mitgemacht. Dennoch ist fast immer der Ball mit dabei und er lässt genauso trainieren, wie er später spielen will. Diese Arbeitsform und der Drang danach, jeden Spieler besser zu machen, gefällt mir und bringt jeden weiter.

bundesliga.de: Wie verläuft die Saisonvorbereitung bislang für den VfL?

Ono: Wir arbeiten hart und machen gute Fortschritte. Die Ergebnisse der Testspiele sind dabei nur Nebensache, denn wichtig ist nur, dass wir zum ersten Saisonspiel und für die Partie in Münster bereit sind.

bundesliga.de: Wie haben sich die Neuzugänge ins Team integriert und welche Rolle können sie spielen?

Ono: Alle neuen Spieler bringen Qualitäten mit, die uns helfen werden. Sie passen auch menschlich gut, dass hat man besonders im Trainingslager gemerkt, als wir auch andere Sachen neben dem Fußballtraining gemacht haben.

bundesliga.de: Was kann der VfL Bochum in der kommenden Spielzeit erreichen?

Ono: Wir haben nur ein gemeinsames Ziel: 45 Punkte. Wen wir die erreicht haben, können wir über mehr nachdenken.

bundesliga.de: Und Ihre persönlichen Ziele?

Ono: Ich möchte so viel wie möglich spielen und erfolgreich sein. Jedes Spiel beginnt gleich und wir können als Mannschaft jede Partie gewinnen. So gehe ich in jedes Spiel.