Prag - Immer wieder hallten "Ribery, Ribery"-Sprechchöre durch das kleine Stadion Eden in Prag. Mit seinen Kunststückchen und seinem Tor verzückte Franck Ribery die mitgereisten Fans des FC Bayern München. Tags zuvor wurde er noch zu Europas Fußballer des Jahres gekürt, nun durfte er auch noch den UEFA Supercup in die Höhe stemmen - zum "Spieler des Spiels" wurde er zudem gewählt.

Für den Franzosen könnte es derzeit besser nicht laufen. Spät nach dem Schlusspfiff sprach er in den Katakomben der Arena über den Sieg, Pep Guardiola, Jose Mourinho und seine Gefühlswelt.

Frage: Herr Ribery, was bedeutet der Gewinn des Supercups für Sie?

Franck Ribery: Das ist einfach super. Nicht nur für mich, sondern für die ganze Mannschaft und für den Verein. Denn schließlich hat der FC Bayern diesen Titel noch nie gewonnen. Wir haben so gut gespielt, auch viele Chancen gehabt. Wir haben bis zur letzten Minute gekämpft, das ist super! Ich bin so glücklich! Ich bin total verliebt in den FC Bayern. Hier bin ich zuhause, das ist meine Familie, auf dem Platz habe ich Spaß - so wie auch heute.

Frage: Hat Sie der Spielverlauf stark an das verlorene "Finale dahoam" erinnert?

Ribery: Ja, es war eine ähnliche Situation. Unglaublich. Aber die Mannschaft hat es sehr gut gemeistert. Wir haben so gut gespielt und immer wieder attackiert. Wir haben bis zur letzten Minute gekämpft. Ich bin so glücklich. Ich bin total verliebt in den FC Bayern. Hier bin ich zuhause, das ist meine Familie, auf dem Platz habe ich Spaß - so wie auch heute.

Frage: War es wichtig, nach dem verlorenen Finale gegen Dortmund im deutschen Supercup, nicht auch noch das zweite Endspiel zu verlieren?

Ribery: Ja, vor allem für unseren Trainer. Der Sieg war wichtig für Guardiola. Wir haben letztes Jahr alles gewonnen und es ist für ihn nicht einfach, in diese Fußstapfen zu treten. Obwohl die ganze Mannschaft Druck verspürt, ist es besonders für ihn sehr intensiv. Dies hilft und motiviert uns. Er ist ein ausgezeichneter Trainer. Er macht einen tollen Job und wir sind mit ihm sehr glücklich.

Frage: Chelsea-Trainer Jose Mourinho hat gesagt, dass die bessere Mannschaft - auch in Unterzahl - verloren hat. Können Sie das verstehen?

Ribery: Das sagt Mourinho. Ich denke eher, dass Chelsea mit elf und auch mit zehn Spielern nur lange Bälle gespielt hat und mehr nicht. Aber letztlich ist es egal, was Mourinho sagt.

Frage: Wie hat es sich eigentlich angefühlt, als frisch gekürter bester Fußballer Europas aufzulaufen?

Ribery: Natürlich war das eine ganz besondere Situation für mich. Aber auch für meine Mitspieler. Das wird jetzt alles erst einmal gefeiert.

Aus Prag berichtet Michael Reis