Hannover - Hannover 96 ist mit einem Remis in die Gruppenphase der Europa League gestartet. Gegen den zehnmaligen belgischen Meister Standard Lüttich kamen die Niedersachsen nicht über ein 0:0 hinaus.

Da der FC Kopenhagen sein Gruppenspiel gegen Worskla Poltawa mit 1:0 gewann, stehen die Roten im Kampf ums Weiterkommen schon unter Druck. Sie dürfen das kommende Spiel am 29. September in der Ukraine nicht verlieren.

Sergio Pinto gibt gegenüber bundesliga.de zu, dass die Belastung nicht spurlos an ihm vorübergehe, sieht den kommenden Aufgaben jedoch gelassen entgegen. Es sei sogar ein Vorteil, dass es bereits am Sonntag gegen den Deutschen Meister Borussia Dortmund weitergeht.

bundesliga.de: Herr Pinto, 0:0 im ersten Spiel der Gruppenphase. Wie haben Sie die Partie gesehen?

Sergio Pinto: Wir haben keinen guten Tag erwischt. Aber man muss auch anerkennen, dass die Belgier hinten sehr gut gestanden haben. Bei den wenigen Chancen, die sie zugelassen haben, fehlte uns dann das Quäntchen Glück - so wie beim Lattentreffer von Jan Schlaudraff.

bundesliga.de: Ein Unentschieden im eigenen Stadion, Kopenhagen gewinnt gegen Poltawa. Jetzt stehen Sie schon unter dem Druck, das nächste Spiel gegen Poltawa gewinnen zu müssen.

Pinto: Das sehe ich nicht so, natürlich wollten wir mit einem Sieg in die Gruppenspiele starten, aber wir haben auch auswärts genügend Selbstbewusstsein, um in Lüttich oder Kopenhagen punkten zu können, Das haben wir in Sevilla und in der Liga oft genug bewiesen. Wir spielen immer Chancen heraus, die müssen wir natürlich nutzen.

bundesliga.de: Hannover hat von neun Pflichtspielen nur eines verloren. Allerdings hat die Mannschaft jetzt auch fünf Spiele in Folge nicht gewonnen...

Pinto: Man darf nicht vergessen, wo wir herkommen. Vor gut einem Jahr hätten wir Spiele wie gegen Lüttich noch verloren. Keine Mannschaft kann immer gewinnen. Man muss auch uns mal ein kleines Tief zugestehen.

bundesliga.de: Spüren Sie schon die Mehrbelastung durch die Englischen Wochen?

Pinto: Sicherlich merkt man die Belastung. Man steht morgens auf und hat ein, zwei Wehwehchen mehr. Wir sind das nicht gewohnt. Aber während des Spiels spürt man das nicht. Wir haben in der Vorbereitung auf die Englischen Wochen hingearbeitet. Außerdem haben wir das doch so gewollt. Es ist ein tolles Erlebnis, international zu spielen.

bundesliga.de: Sie wurden ausgewechselt. Etwa wegen den angesprochenen Wehwehchen?

Pinto: Nein. Ich war nicht verletzt, Das war eine taktische Maßnahme des Trainers.

bundesliga.de: Bereits am Sonntag kommt mit Dortmund der Meister nach Hannover. Wie schaltet man so schnell um?

Pinto: Arbeiten, arbeiten und den Hebel umlegen. Und dann das umsetzen, was der Trainer uns vorgibt.

bundesliga.de: Ist es ein Nachteil, dass es nur drei Tage nach einem Europa-League-Spiel gegen einen starken Gegner wie Dortmund geht?

Pinto: Im Gegenteil. Es ist gut, dass der Meister kommt. Das ist doch wie ein Europapokalspiel. Da sinkt die Spannung nicht.

bundesliga.de: Was erwarten Sie von der Partie gegen Dortmund?

Pinto: Dortmund wird viel offensiver auftreten als Lüttich. Das kommt unserem Spiel entgegen, Wir werden uns ab jetzt voll auf Sonntag konzentrieren. Die Fans können sich auf ein tolles Fußballspiel freuen.

Aus Hannover berichtet Jürgen Blöhs