Später als die meisten anderen Clubs startet der FC Bayern pünktlich am 1. Juli in die neue Saison. Nach dem misslungenen Experiment mit dem damals als Vereinscoach unerfahrenen Jürgen Klinsmann soll nun ein Fußballlehrer der alten Schule die Spieler wieder auf Erfolg trimmen.

Der Holländer Louis van Gaal hat in seiner langen Trainerkarriere Meisterschaften mit Ajax Amsterdam, dem FC Barcelona und zuletzt sogar mit dem Underdog AZ Alkmaar gewonnen, dazu mit Ajax auch die Champions League. Er gilt als großer Taktiker und Disziplinfanatiker.

Lucio wechselt nach Italien

Personell tut sich noch einiges an der Säbener Straße. Tim Borowski (zurück nach Bremen) und Lucio dürfen gehen, Superstar Franck Ribéry, um den Real Madrid buhlt, dagegen nicht. Besonders der Verkauf von Lucio zu Inter Mailand sorgt bei vielen Experten für Kopfschütteln.

Der brasilianische Verteidiger selbst geht im Groll. Er nennt das Verhalten der Bayern-Führung ihm gegenüber "respektlos". Ersetzen soll ihn der Niederländer Edson Braafheid. Auch der 20-jährige Innenverteidiger Holger Badstuber scheint bei van Gaal gute Karten zu besitzen.

Etwas überraschend landet der frühere Bayern-Star Ze Roberto beim Hambuger SV. Von den Bayern mit seinen 35 Jahren für zu alt befunden, erhält der dribbelstarke Edeltechniker den gewünschten Zwei-Jahres-Vertrag beim HSV. Der Nordrivale Werder Bremen schnappt sich derweil Mönchengladbachs Supertalent Marko Marin.

VfB sucht Ersatz für Gomez

Der VfB Stuttgart hat zwar nach dem Gomez-Transfer zu den Bayern volle Kassen aber noch keinen Ersatz gefunden. Lange Zeit sieht es so aus, als könnten die Schwaben den für Real Madrid kickenden holländischen Topstürmer Jan-Klaas Huntelaar verpflichten. Doch der Transfer platzt. Auch Borussia Dortmund muss sich nach einem neuen Goalgetter umsehen, nachdem Alexander Frei zurück in die Schweiz zum FC Basel wechselt.

Schließlich präsentiert der BVB keinen Geringeren als den hierzulande weitgehend unbekannten "Welttorjäger" Lucas Barrios, der in Chile für seinen Club Colo Colo 37 Tore in 38 Spielen erzielte. An dem 24-jährigen Argentinier war auch Hertha BSC dran.

Die Berliner setzen schließlich auf den Ex-Bielefelder Artur Wichniarek, der das schwere Erbe von Marko Pantelic und Andrey Voronin antreten soll, die der Verein aus finanziellen Gründen nicht halten konnte.

Comeback für Ibisevic

1899 Hoffenheim begrüßt zum Trainingsauftakt einen halben Neuzugang. Vedad Ibisevic ist nach seiner halbjährigen Verletzungspause wieder fit und trifft in den ersten Testspielen. Gespannt sein darf man in Hoffenheim auch auf den neuen Argentinier Youngster Franco Zuculini, der von keinem Geringeren als Diego Maradona in den höchsten gelobt wird.

Dem 1. FC Köln gelingt es sogar, einen Spieler von Real Madrid unter Vertrag zu nehmen. Dabei handelt es sich aber nicht um Raul, Sneijder oder Guti. Es ist der 20-jährige Verteidiger Christopher Schorch, der zwei Jahre lang für das Reserveteam der "Königlichen" kickte und ohne Einsatz im Starensemble blieb.

Außerdem zaubert FC-Manager Michael Meier mit Maniche ein Jahr nach der Verpflichtung von Petit einen weiteren Portugiesen aus dem Hut, ein Spieler, in dessen glänzender Vita sich auch der Champions-League-Sieg von 2004 mit dem FC Porto findet. Der Saisonstart Anfang August kann kommen.

Kuriosität des Monats

Auf einen Spielertausch der besonderen Art einigen sich der italienische und der spanische Meister. Inter Mailand gibt seinen Torjäger Zlatan Ibrahimovic an den FC Barcelona ab und erhält dafür von den Katalanen im Gegenzug Samuel Eto o sowie eine kolportierte Ablösesumme von rund 50 Millionen Euro.

Kein schlechter Deal findet auch Inters Trainer José Mourinho: "Nur ein Dummkopf wäre nicht froh über diese Lösung." Denn im Gegensatz zu Ibrahimovic, der weder in der "Königsklasse" noch in Länderspielen für Schweden dauerhaft seine Klasse nachgewiesen hat, ist der zweimalige Champions-League-Sieger Eto o seit Jahren eine verlässliche Größe, was nicht nur seine zuletzt 108 Tore in 145 Ligaspielen in Spanien beweisen.

Tobias Gonscherowski

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