Berlin - Borussia Mönchengladbach schwimmt weiter auf der Erfolgswelle. Mit dem 2:0 nach Verlängerung im Viertelfinale des DFB-Pokals ist der Beinahe-Absteiger der Vorsaison dem Traum von Europa einen weiteren Schritt nähergekommen.

"Es ist ein schönes Gefühl, im Halbfinale zu sein. Nach den 40 Punkten, die wir in der Bundesliga am Samstag in Wolfsburg erreicht hatten, haben wir heute unser zweites Ziel erreicht ", freute sich Dante.

Gleichzeitig warnt der Abwehrchef vor Übermut: "Wir müssen konzentriert weiterarbeiten. Noch haben wir nichts in der Hand." Und mit dem Auftritt der Borussen in der Hauptstadt war der Brasilianer auch nicht zufrieden.

"Gewinnen auch mal ein schlechtes Spiel"

"Das war nicht unsere beste Leistung", gab der 28-Jährige zu. Aber das sei nun mal der Unterschied zum Vorjahr und macht neben den spielerischen Fortschritten unter Lucien Favre und dem "gestiegenen Selbstvertrauen" den Unterschied aus: "In dieser Saison gewinnen wir auch mal ein schlechtes Spiel. Das war in der letzten noch ganz anders. Da hätten wir dieses Spiel verloren."

Für Dante ist das Ziel klar: "Jetzt werden wir alles geben, um in dieser Saison noch ein drittes Mal nach Berlin zu fahren."

Angst vor dem Kräfteschwund

Auch der Trainer war mit dem Spiel, dass seine Mannschaft in Berlin gezeigt hat, nicht zufrieden. "Da war besonders in der ersten Halbzeit viel zu wenig Bewegung in unserem Spiel. In der zweiten Halbzeit wurde es dann besser. Da war mehr Stabilität im Spiel."

Die Verlängerung gefiel dem Schweizer gar nicht: "In 48 Stunden müssen wir schon wieder gegen Schalke 04 ran. Das wird eng", wies der Schweizer gegenüber bundesliga.de auf den Kräfteschwund aus dem Spiel in Berlin hin.

Vor dem Spitzenspiel am Samstag "müssen wir uns erholen. Uns steht eine ganz schwere und enorm wichtige Partie bevor".

Lob für den Verlierer

Die Platzverhältnisse in Berlin kritisierte Filip Daems. "Der Platz war sehr rutschig. Das kommt unserem Spiel nicht entgegen", nannte der 33-Jährige auf Nachfrage von bundesliga.de das schwierige Geläuf als einen der Gründe, warum das schnelle Kombinationsspiel der "Fohlen" nicht wie gewohnt ins Laufen kam.

Aber das dürfe keine Entschuldigung sein. Denn "mit dem Boden mussten beide Mannschaften klarkommen. Da muss man dann den Hebel umlegen und mit Kampf dagegen halten. So wie Hertha es uns gezeigt hat. Die Berliner haben stark gespielt und uns alles abverlangt."

An Englische Wochen gewöhnen

In einem anderen Punkt stimmte der Kapitän aber nicht mit seinem Trainer überein. "Das Mittwochspiel hat keinen Einfluss auf das Spiel am Samstag gegen Schalke. Sowas muss man als Profi wegstecken. Was sollen denn die Mannschaften sagen, für die das im Europapokal völlig normal ist. Die müssen doch dauernd Englische Wochen spielen."

Und das sollten die Gladbacher beizeiten lernen, denn in der kommenden Saison will der zweimalige UEFA-Cup-Sieger nach 17 Jahren endlich wieder auf Europa-Tournee gehen.

Aus Berlin berichtet Jürgen Blöhs