Frankfurt - Beim 1:1 gegen den FC Bayern München hat Sebastian Rode nicht nur seinen ersten Bundesligatreffer für die Frankfurter Eintracht erzielt. Der 20-Jährige war auch einer der beste Spieler seiner Mannschaft. Dabei spielte der im hessischen Seeheim-Jugenheim geborene Rode für den verletzten Maik Franz auf der ungewohnten Innenverteidigerposition.

Richtig zuhause ist der technisch gute und willensstarke Junioren-Nationalspieler eigentlich im zentralen, defensiven Mittelfeld. Im vergangenen Sommer war er vom Drittligisten Kickers Offenbach zur Eintracht gewechselt. Wegen eines Kreuzbandrisses verpasste Rode die gesamte Vorrunde und debütierte erst am 21. Januar beim Auswärtsspiel im Trikot der Eintracht und in der Bundesliga. Der Einsatz gegen die Bayern war sein neuntes Bundesligaspiel.

Frage: Herr Rode, was war das für ein Gefühl, als sie die Eintracht gegen den FC Bayern in der 53. Minute in Führung geschossen haben?

Sebastian Rode: Das war mein erstes Tor in der Bundesliga. Ja, das war einfach ein unglaublicher Moment. Ich habe den Ball optimal getroffen, so einen Moment braucht man einfach. In Nürnberg habe ich ja schon mal ein Tor geschossen, das dann aber leider aberkannt wurde.

Frage: Wie bitter ist es, dann so spät noch den Ausgleich zu bekommen?

Rode: Wenn man so lange 1:0 führt, will man natürlich nachlegen. Das ist uns nicht gelungen, umso ärgerlicher ist es, wenn man am Ende dann noch zwei Punkte verliert.

Frage: War das am Ende der berühmte Bayern-Dusel?

Rode: Es mag ein bisschen Bayern-Dusel gewesen sein. Aber wir haben schon in Wolfsburg kurz vor dem Abpfiff den Ausgleich bekommen. Wir müssen unsere Vorsprünge einfach auch über die Zeit retten.

Frage: Bleibt am Ende nun ein gewonnener Punkt oder trauert man eher zwei verlorenen Punkten hinterher?

Rode: Beides ein bisschen. Aber ich denke schon, dass uns der Punkt gut tut. Es sieht ja jetzt ganz gut aus, zu Platz 17 haben wir jetzt fünf Punkte Vorsprung.

Frage: Ist Ihnen die Umstellung auf die Innenverteidigerposition schwer gefallen? Sie sind ja eigentlich defensiver Mittelfeldspieler.

Rode: Am Anfang war ich schon ein bisschen nervös, aber das legte sich dann schnell. Wenn der Trainer mich hinten reinstellt, versuche ich eben, die Aufgabe so gut es geht zu meistern.

Frage: Sie trafen im Strafraum immer wieder auf so kopfballstarke Gegenspieler wie Mario Gomez und Miroslav Klose. Hatten Sie da nicht ein bisschen Bammel?

Rode: Es ist natürlich schon eine harte Situation, wenn du auf so zwei kopfballstarke Leute triffst. Aber der Trainer hat uns gut eingestellt und wir wussten, dass es nur über den Kampf geht. Das ist uns gut gelungen.

Frage: Mussten Sie ihren Vorwärtsdrang zurückhalten auf der ungewohnten Position?

Rode: Ich bin es ja gewohnt mich einzuschalten bei eigenen Angriffen, ich musste mich zurückhalten. Ich musste hinten bleiben, um die Taktik einzuhalten.

Frage: Wie sehen Sie jetzt die Chancen der Eintracht in den verbliebenen drei Spielen?

Rode: Für uns zählt jetzt erst einmal das kommende Derby in Mainz und sonst nichts. Danach schauen wir weiter.

Aufgezeichnet von Tobias Schächter