München - Oliver Petszokat ist Schauspieler, Sänger und Moderator. Wer? Ach ja, Oli P. Der mit den "Flugzeugen im Bauch", der in der Daily Soap "Gute Zeiten, Schlechte Zeiten" in die Rolle des kleinen Ganoven "Ricky" schlüpfte. Aber nur zwei Jahre lang, denn danach fokussierte sich der 33-Jährige auf seine Karriere als Sänger und brachte bis 2004 insgesamt fünf Alben heraus.

Seit seiner Kindheit ist der gebürtige Berliner eingefleischter Fan von Hertha BSC. "Das ist ganz normaler Lokalpatriotismus. Mein Herz schlägt für die Hertha", sagt er. Im Topspiel des 26. Spieltags hat der abstiegsgefährdete Hauptstadtclub den FC Bayern München zu Gast. Vor dem Duell mit dem Rekordmeister spricht Oli P. im Interview mit bundesliga.de über die Chancen seiner Hertha gegen den großen Favoriten, seine Liebe zur "alten Dame" und den Meisterschaftsendspurt in der Bundesliga.

bundesliga.de: Herr Petszokat, Hertha BSC braucht im Abstiegskampf jeden Punkt. Was ist am Samstag gegen den übermächtigen FC Bayern drin?

Oliver Petszokat: In der Hinrunde hat die Hertha gegen Borussia Dortmund gezeigt, dass sie gegen Spitzenmannschaften mithalten kann. Die im Februar war unglücklich, ein Punkt wäre auf jeden Fall drin gewesen. Es ist ja auch nicht so, dass die "Alte Dame" die ganze Saison unter aller Kanone spielt, bis zum Winter ist es gut gelaufen. Hertha ist eine Wundertüte. Wenn alle fit und gut aufgelegt sind, ist ein Unentschieden gegen den FC Bayern drin. Das ist aber das höchste der Gefühle.

bundesliga.de Ist es ein Vorteil oder ein Nachteil für die Berliner, dass der FC Bayern in der Champions League so souverän aufgetreten ist?

Petszokat: Ein Nachteil. Durch das Weiterkommen haben die Bayern viel Rückenwind, jetzt wird es für Hertha ganz schwer. Ein Ausscheiden hätte bei den Münchnern Spuren hinterlassen und Unruhe in der Mannschaft aufkommen lassen.

bundesliga.de: Wie sind Sie Fan von Hertha BSC geworden?

Petszokat: Mein Vater ist mit mir früher zur Hertha ins Stadion gegangen, als ich noch ganz klein war. Seitdem kommt für mich nicht mehr in Frage, mit einem anderen Verein zu sympathisieren. Das ist ein ganz normaler Lokalpatriotismus. Mein Herz schlägt für die Hertha.

bundesliga.de: Gehen Sie häufig ins Olympiastadion?

Petszokat: Je nachdem, wie es mein Terminplan zulässt. Wenn ich es einrichten kann, immer.

bundesliga.de: Halten Sie Otto Rehhagel für den richtigen Mann in dieser Situation?

Petszokat: In meinen Augen haben die Verantwortlichen mit Otto Rehhagel einen Mann hingesetzt, der Ruhe ausstrahlen soll und der weniger angreifbar ist als ein junger Trainer, weil er sehr viel erreicht hat in seiner Karriere. So wie ich das sehe, wird die Mannschaft weiterhin von Rene Tretschok und Ante Covic trainiert und eingestellt. Diese Lösung finde ich ganz gut.

bundesliga.de: Schafft die "Alte Dame" den Klassenerhalt?

Petszokat: Auf jeden Fall. Der Zusammenhalt in der Mannschaft ist wirklich gut. Sie haben zwar gegen Augsburg und Köln zwei Sechs-Punkte-Spiele verloren , aber momentan macht unten keiner große Sprünge, außer dem 1. FC Köln vielleicht. Ich glaube auch, dass der FC sich rettet. Für den SC Freiburg und den 1. FC Kaiserslautern sehe ich dagegen schwarz.

bundesliga.de: Springen wir thematisch von ganz unten nach ganz oben in der Tabelle. Wer wird Deutscher Meister?

Petszokat: Viele sagen: "Borussia Dortmund ist jetzt durch." Das sehe ich nicht so. Ich habe das Gefühl, die Mannschaft ist abhängig von einer treibenden Kreativkraft. In der Hinrunde war es Mario Götze, jetzt ist es Shinji Kagawa. Wenn die nicht gut drauf ist, dann bekommen sie es nicht hin. Die Psyche kann beim BVB zudem eine entscheidende Rolle spielen. Der FC Bayern wird noch einmal rankommen, die Münchner haben am letzten Spieltag Lunte gerochen.

Das Gespräch führte David Schmidt