Frankfurt - Zum Vorrundenabschluss gewinnt Eintracht Frankfurt 1:0 gegen Herbstmeister Borussia Dortmund und tankt Selbstvertrauen für das wichtige Pokalspiel bei Alemannia Aachen und die Rückrunde.

"Eine schöne Weihnachtsüberraschung" nannte Heribert Bruchhagen, der Vorstandsvorsitzende von Eintracht Frankfurt, den Sieg gegen Borussia Dortmund zum Vorrundenausklang. Mit nun 26 Punkten aus den ersten 17 Spielen der Saison hat die Eintracht in den Augen Bruchhagens "ein überragendes Ergebnis" erzielt.

50 Zähler rief Trainer Michael Skibbe vor der Runde als Saisonziel aus und "die Hälfte plus eins" ist auf halber Strecke eingespielt, wie Eintracht-Kapitän Patrick Ochs zufrieden analysierte. Gegen die Borussia war es wieder einmal Theofanis Gekas, der den entscheidenden Treffer erzielte. Für den Torjäger aus Griechenland war dies bereits Saisontreffer Nummer 14 und mit dieser Quote liegt auch Gekas über den Erwartungen.

Skibbe überrascht mit neuer Innenverteidigung

Der Erfolg gegen die derzeit beste Mannschaft der Bundesliga ist umso höher zu bewerten, da der Eintracht drei etatmäßige Stützen der Defensive nicht zu Verfügung standen. Die Innenverteidiger Maik Franz und Marco Russ fehlten ebenso verletzt wie Defensivallrounder Chris. Trainer Michael Skibbe reagierte mit einer überraschenden Aufstellung auf die Ausfälle und beorderte Mittelfeldspieler Pirmin Schwegler neben Alexandar Vasoski in die Innenverteidigung. Für Schwegler spielte erstmals nach langer Zeit wieder Ricardo Clark im defensiven Mittelfeld.

Der US-Amerikaner überzeugte ebenso wie Schwegler auf der ungewohnten Position. "Ich stelle mich in den Dienst der Mannschaft, auch wenn ich mich am Anfang nicht wohlgefühlt habe auf der Position", sagte Schwegler, den Skibbe am Abend vor dem Spiel in seine Pläne eingeweiht hatte. Den gelungenen Schachzug erklärte Skibbe damit, Clark nach langer Wettkampfpause nicht das Spiel Mann gegen Mann aufbürden zu wollen. "Ricardo hat seine Aufgabe hervorragend gelöst", lobte Skibbe.

Ochs: "Der Sieg war entscheidend für den Kopf"

Trotz der Personalprobleme konnte die Eintracht sich zu Saisonhalbzeit im oberen Mittelfeld festsetzen. Mehr noch: Der Abstand auf einen Platz, der zur Teilnahme am Europapokal berechtigt, beträgt nur drei Punkte. "Der Sieg war entscheidend für den Kopf. Jetzt sehen wir, dass wir oben dran bleiben können. Mit 23 Punkten wäre doch klar gewesen, dass mehr als Mittelfeld nicht drin gewesen wäre", sagte Patrick Ochs. Die Mannschaft verschaffte sich durch die überraschenden drei Punkte gegen den Spitzenreiter eine spannende Ausgangsposition für die Rückrunde.

Eine derart positive Perspektive hatte Trainer Skibbe nach den ersten fünf Spieltagen (Platz 17) und den hohen Niederlagen gegen Hoffenheim (0:4) und Bayern München (1:4) nicht erwartet, wie er zugab. Nun wollen die Frankfurter auch im Pokalspiel beim Zweitligisten Alemannia Aachen den positiven Trend fortsetzen.

Patrick Ochs gab deshalb vor dem Pokalspiel die Parole aus: "Wir fahren jetzt nach Aachen, kommen da eine Runde weiter und dann gucken wir mal, was im neuen Jahr noch so geht für uns."

Tobias Schächter