Hamburg - Mit 8:1 hat der FC Bayern München Aufsteiger FC St. Pauli zurück in die 2. Bundesliga geschossen, und mit dem Kantersieg fügte der Rekordmeister seiner an Höhepunkten reichen Geschichte ein weiteres Kapitel hinzu. So hoch hatten die Münchner in der Bundesliga nie zuvor auf Gegners Platz gewonnen.

Mario Gomez trug drei Treffer zum Rekordergebnis bei und setzte sich mit 27 Treffern fünf Tore vom Freiburger Papiss Demba Cisse ab. Da zweifelt wohl niemand mehr daran, dass der Nationalstürmer sich die Torjägerkanone vorzeitig gesichert und dem erfolgsgewohnten FC Bayern nach einer durchwachsenen Saison doch noch einen Titel beschert hat.

Lob an die Teamkollegen

"Das ist natürlich ein Titel für die ganze Mannschaft. Ohne sie hätte ich die Tore nicht machen können", bedankt sich der Torjäger gegenüber bundesliga.de bei seinen Mitspielern.

Gomez gibt zu, dass der FC Bayern in der aktuellen Saison "mit einem blauen Auge davongekommen" sei und erklärt, warum er nach anfänglichen Schwierigkeit "endgültig beim FC Bayern angekommen" ist.

bundesliga.de: Herr Gomez, 8:1 beim FC St. Pauli. Hatten Sie erwartet, dass der FC Bayern am Millerntor so leichtes Spiel haben würde?

Mario Gomez: So leicht, wie das Ergebnis es ausdrückt, war es nicht. Wenn St. Pauli seine erste Chance kurz vor der Pause zum 1:2 verwandelt, wer weiß, wie es weitergegangen wäre. Nach dem 3:0 konnten wir dann zeigen, wozu wir fähig sind, wenn wir Raum haben, zu kombinieren.

bundesliga.de: Sie haben drei Treffer erzielt und sorgen dafür, dass mit der Torjägerkanone doch noch ein Titel nach München geht...

Gomez: Wenn's so kommt, wäre das schön.

bundesliga.de: Spielt die Mannschaft auch besonders für Sie, indem sie versucht, ihnen den Ball aufzulegen?

Gomez: Natürlich wird keiner bei einer hundertprozentigen Chance noch mal schauen, wo ich stehe, aber als der Sieg heute feststand, haben sie schon versucht, mich noch mal in Szene zu setzen. Torschützenkönig ist natürlich ein Titel für die ganze Mannschaft. Ohne sie hätte ich die Tore nicht machen können.

bundesliga.de: Ihr Mannschaftskamerad Philipp Lahm hat eben gesagt, "dass Mario Gomez kopfballstark ist und Tore schießen kann, wussten wir. Aber er hat in der Saison noch einmal einen großen Schritt nach vorn gemacht. Er ist immer anspielbereit. So wie er sich jetzt am Spiel beteiligt, ist er ein ganz wichtiger Spieler für uns". Sie waren Meister mit Stuttgart, Spieler das Jahres 2007, sind Nationalspieler... Kann man da noch einen "großen Schritt nach vorn machen"?

Gomez: Wenn man sieben Jahre Profi ist und davon sechs Jahre auf Konter spielt, dann ist es schon eine große Umstellung, wenn man zu einer Mannschaft wie dem FC Bayern kommt, die 80 Prozent Ballbesitz hat und immer nach vorne spielt. Daran musste ich mich erstmal gewöhnen. Ich bin stolz, dass es so gut läuft. Ich bin endgültig beim FC Bayern angekommen.

bundesliga.de: Zu Saisonbeginn kamen Sie nur zu Kurzeinsätzen. Haben Sie mal am Wechsel zum FC Bayern gezweifelt?

Gomez: Nein, ich spiele in der besten Mannschaft Deutschlands. Das ist doch ein Traum von jedem Profi, hier zu spielen.

bundesliga.de: Auch wenn es in diesem Jahr nicht zu einem Titel gereicht hat und selbst das Erreichen der Champions League lange nicht sicher war?

Gomez: Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen.

bundesliga.de: Wie Philipp Lahm sagte: "Bayern ohne Champions League ist nicht vorstellbar"?

Gomez: Richtig. Besonders gilt das für die kommende Saison. Da findet das Finale schließlich in München in der Allianz Arena statt. Da wollen wir natürlich dabeisein.

Das Gespräch führte Jürgen Blöhs