Sinsheim - Wie so oft in der abgelaufenen Saison schaffte es 1899 Hoffenheim beim abschließenden 1:3 gegen den VfL Wolfsburg nicht, eine Führung über die Zeit zu bringen.

"Das Spiel war ein Spiegelbild unserer Saison. Wir schaffen es einfach nicht, den Deckel auf den Topf zu machen", haderte Hoffenheims Trainer Marco Pezzaiuoli nach den aufregenden 90 Minuten. Die Führung kurz nach der Pause hatte seine Mannschaft toll herausgespielt: Sebastian Rudy bediente Firmino und der Brasilianer spitzelte den Ball an Wolfsburgs Torwart Diego Benaglio vorbei zum 1:0 ins Netz (49.). "Danach", bemängelte Pezzaiuoli, "hätten wir das 2:0, 3:0 oder 4:0 machen müssen."

Sigurdsson vergibt den Matchball

Besonders die Chance von Gylfi Sigurdsson in der 59. Minute hätte zur Vorentscheidung führen können, doch der Isländer schob den Ball Benaglio aus zehn Metern freistehend in die Arme. "Es ist in dieser Phase alles gegen die Wolfsburger gelaufen", erinnerte sich Hoffenheims Kapitän Andreas Beck und fügte enttäuscht hinzu: "Dann kommt es halt, wie es kommt."

Nur eine Minute, nachdem Sigurdsson die Großchance zum 2:0 für Hoffenheim vergeben hatte, erzielte Mario Mandzukic den Ausgleich für Wolfsburg (60.). Von da an ging nichts mehr für die Hoffenheimer, die noch durch Mandzukic (73.) und Grafite (78.) zwei weitere Gegentore zur am Ende verdienten 1:3-Niederlage kassierten. "Der Spielverlauf passt zur Saison", analysierte Rudy: "Wir müssen einfach einmal eine Führung halten, dann gewinnen wir auch unsere Spiele."

Doch das ist den Hoffenheimern in dieser Saison einfach zu selten gelungen. "Ich habe der Mannschaft in der Halbzeit gesagt, dass wir das Spiel unbedingt gewinnen wollen. Leider hat es nicht gereicht", sagte der scheidende 1899-Trainer Pezzaiuoli. In der nächsten Saison ist Holger Stanislawski sein Nachfolger.

"Mehr Punkte erreicht"

Insgesamt war Pezzaiuoli, der in der Winterpause Ralf Rangnick abgelöst hatte, nicht unzufrieden mit dem Saisonausgang. "Wir haben mehr Punkte als in der vergangenen Saison erreicht", sagte der gebürtige Mannheimer. In der letzten Runde schlossen die Badener mit 42 Punkten auf Platz 11 ab, diesmal auf dem gleichen Rang mit 43 Zählern.

Einen nicht ganz ernst gemeinten Vorschlag machte Hoffenheims Präsident Peter Hofmann, um vielleicht in der nächsten Saison besser abzuschneiden: "Wir stellen den Antrag, künftig nur noch zwei Mal 30 Minuten zu spielen. Dann hätten wir am Ende bestimmt ein paar Punkte mehr." Zwölf Mal verspielte Hoffenheim in dieser Saison eine Führung. Das ist im Ligavergleich Rekord in dieser Bundesligasaison, auch deshalb erklärte Präsident Hofmann: "Das war für Hoffenheim eine Saison der verpassten Chancen."

"Die Mannschaft muss lernen, den nächsten Schritt zu machen", sagte Pezzaiuoli, der vor dem Spiel verabschiedet wurde. Er habe alles umgesetzt, was in der Winterpause nach den Weggängen von Demba Ba und Luiz Gustavo besprochen wurde, meinte Pezzaiuoli: "Ich habe den Umbruch eingeleitet, nun wünsche ich dem Verein alles Gute für den nächsten Schritt."

Aus Hoffenheim berichtet Tobias Schächter