Augsburg - Mit Skorpionen ist es so eine Sache. Es gibt rund 1.500 verschiedene Arten, doch nur ein Bruchteil davon ist tatsächlich gefährlich. Der FC Augsburg hätte sicher nichts dagegen, wenn der neu verpflichtete Skorpion im Angriff den einen oder anderen Stich macht. Doch sicher sind sich die Verantwortlichen nicht.

Gemeint ist FCA-Neuzugang Dawda Bah. Der Stürmer kickt für die gambische Nationalelf, die den Spitznamen "The Scorpions" trägt. Kurz vor Transferschluss eiste Augsburg den 1,85 Meter großen Angreifer von HJK Helsinki los.

Offensiv-Allrounder

Der 27-Jährige soll das lahmende Offensivspiel der Schwaben beleben. Mit mageren zwei Punkten und drei erzielten Toren liegt Augsburg derzeit nur auf dem Relegationsplatz.

Ob Bah auf Anhieb Abhilfe schafft, das wissen die Verantwortlichen selbst nicht. "Bah ist kein Garant, dass wir jetzt schon eine Qualitätserhöhung haben", sagt Trainer Jos Luhukay: "Er hat aber das Potenzial dazu."

Bah ist offensiv auf allen Positionen einsetzbar, kann im Sturm und im Mittelfeld spielen. In der ersten finnischen Liga schoss er in 98 Partien 19 Tore und bereitete 27 Treffer vor. In neun Spielen für die gambische Nationalelf traf er zwei Mal.

Zweifel an seiner Eignung räumte der beidfüßige Angreifer in den Europa-League-Playoffs gegen Schalke 04 aus, als er gemeinsam mit Teemu Pukki mit filigranem Passspiel die S04-Abwehr durcheinanderwirbelte.

Sechs Jahre in Finnland

Bis 2005 spielte Bah für den gambischen Hauptstadtclub Banjul Hawks, ehe er den Wechsel nach Finnland wagte. Nach zwei Jahren beim Zweitligisten Kokkola Palloveikot wechselte er schließlich nach Helsinki und etablierte sich als Leistungsträger bei HJK.

Sieben Mal spielte er für den finnischen Rekordmeister in der Champions League, zehn Mal in der Europa League, wo ihm zwei Tore glückten. Von europäischen Ambitionen ist Augsburg noch weit entfernt, bei den Schwaben steht der Kampf um den Klassenerhalt an.

Im Test gegen Ingolstadt am vergangenen Freitag deutete Bah an, dass er das FCA-Offensivspiel bereichern kann. Beim 3:0 gegen den Zweitligisten legte der Neuzugang den Führungstreffer von Nando Rafael vor.

Nun muss der "Skorpion" auch in der Bundesliga beweisen, dass er zur gefährlichen Sorte gehört...