Mario Gomez hat eine märchenhafte Saison hinter sich. bundesliga.de über den VfB-Star, bei dem keine Gefahr des Abhebens besteht.

So langsam muss man eigentlich Angst kriegen. Angst, dass Mario Gomez nicht mehr auf die Erde zurückkehrt. Seit Monaten befindet sich der Stürmer des VfB Stuttgart auf einem raketenartigen Höhenflug, der Begriff "Senkrechtstarter" ist eigentlich weit untertrieben.

14 Tore in 25 Spielen

Mit 21 Jahren gelang dem Sohn eines Spaniers und einer Deutschen in der abgelaufenen Saison der Durchbruch zum Stammspieler, mit 14 Treffern und acht Torvorlagen avancierte Gomez gar zum Topstürmer des amtierenden Deutschen Meisters.

Selbst die zweimonatige Verletzungspause im letzten Saisondrittel brachte Gomez nicht außer Tritt, bei seinem Comeback am 33. Spieltag gegen den VfL Bochum erzielte er nur sechs Minuten nach seiner Einwechslung ein Tor und brachte den VfB wieder auf Titelkurs.

Seit 2001 spielt Gomez beim VfB Stuttgart. Der gebürtige Riedlinger reifte in der Jugend des SSV Ulm und des SV Unlingen heran. Er durchlief zunächst erfolgreich die gesamte Palette der deutschen Junioren-Auswahlmannschaften.

Gomez knipst auch für Deutschland

Und die überragenden Leistungen des Stuttgarter Eigengewächses blieben auch Bundestrainer Jogi Löw nicht verborgen. Im vergangenen Februar erhielt der Angreifer die erste Einladung zur A-Nationalmannschaft zum Freundschaftsspiel gegen die Schweiz und erzielte prompt sein erstes Länderspieltor.

Im zweiten Einsatz gegen San Marino packte "Super-Mario" gleich noch zwei Treffer obendrauf und holte sich ein verdientes Lob von "ganz oben" ab."

"Er hat alle Anlagen, die ein Klassestürmer braucht", urteilte Löw über den Shootingstar der Saison, der in der Stürmer-Hierarchie die WM-Teilnehmer Oliver Neuville, Gerald Asamoah oder Mike Hanke längst überholt hat.

Immer links aufs Klo

Auch im Gefüge der Stuttgarter Meistermannschaft nimmt Gomez eine Vorbild-Stellung ein, ist Wortführer der "Jungen Wilden".

"Wenn ich Mario einwechsle, gibt das der Mannschaft einen psychologischen Schub", erklärt VfB-Trainer Armin Veh die Bedeutung des kopfballstarken, beidfüssigen und schnellen Angreifers.

In punkto Aberglauben steht Gomez seinem Trainer übrigens in nichts nach. Vor einem Spiel benutzt er auf der Toilette immer das linke Pissoir, bindet sich immer erst den linken Schuh zu und zieht sich vor jeder Partie eine Folge der TV-Serie "Stromberg" rein.

Beruhigungspille für VfB-Fans

Seine Leistungen wecken natürlich die Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen. Doch Gomez kann alle VfB-Fans beruhigen. "Ich weiß, dass viele europäische Top-Clubs bei meinem Manager angefragt haben. Aber ich weiß auch, woher ich komme. Dem VfB habe ich viel zu verdanken. Ich bleibe definitiv hier."

Die "Rakete Mario Gomez" bewahrt also durchaus Bodenhaftung und schwebt weiter in der Erdumlaufbahn. Ein Abdriften in die Weiten des Fußball-Weltalls ist nicht zu befürchten.

Denis Huber