In der Tabelle rangieren der 1. FC Köln (derzeit Elfter) und Borussia Dortmund (Platz 9) lediglich im Mittelfeld. Doch wenn heute abend im RheinEnergiestadion von Köln die beiden Traditionsvereine aufeinander treffen, ist das weit mehr als nur eine Begegnung des gepflegten Mittelmaßes (ab 19:30 Uhr im Live-Ticker / Liga-Radio).

Der alte Westschlager - 1963 übrigens die letzte Finalpaarung um eine Deutsche Meisterschaft vor dem Start der Fußball-Bundesliga - mobilisiert die Massen. Die Kölner rechnen mit einer vollen Hütte.

Auch für Kölns Manager Michael Meier ist es ein ganz besonderes Spiel. 16 Jahr lang hatte er als Geschäftsführer bei Borussia Dortmund gearbeitet, dort drei Meisterschaften, einen Pokalsieg und den Gewinn der Champions League gefeiert.

Besonderes Spiel für Meier

Dann geriet der BVB in wirtschaftliche Turbulenzen. Meier erstellte ein Konsolidierungsprogramm, das er nicht mehr umsetzen durfte. 2005 musste er gehen. "Die Zeit hat bei mir Narben hinterlassen", sagt Meier heute über seine Entlassung.

Dennoch - er ist der Borussia nach wie vor gewogen. "Ich bin immer noch Mitglied bei Borussia Dortmund, auch aus Überzeugung. Das war eine intensive Zeit", sagt der Diplomkaufmann rückblickend.

Köln: Gelungene Transfers

Meiers Arbeit in Köln wird sehr geschätzt. Insbesondere die Rückholaktion von Christoph Daum - an dessen Krankenbett -wird ihm hoch angerechnet.

Und auch in puncto Transfers kann Meier auf Erfolge verweisen. Die Verpflichtungen von Petit und Pedro Geromel im Sommer erwiesen sich als Volltreffer und waren entscheidend dafür, dass der FC derzeit auf einem beruhigenden Mittelfeldplatz liegt.

Aber nicht nur für Meier hat die Partie einen besonderen Touch, wohl auch für die beiden Trainer.

Klopp mit Ehrfurcht vor Daum

Kölns Trainer Christoph Daum sagt über Jürgen Klopp: "Er erinnert mich an den Christoph Daum früherer Zeiten." Doch, auch das sagt Daum, Klopp müsse nun Erfolge erbringen.

Ein Vergleich mit Daum kommt für Klopp aber ohnehin noch nicht in Frage: "Christoph Daum ist einer der besten Trainer der letzten 20, 30, 40 Jahre. Einfach weil er sehr innovativ ist und Feuer im Arsch hat. Ich habe nicht ansatzweise das Recht, mich mit ihm zu vergleichen", sagt der Dortmunder Trainer.

Daums Motto: Punkten, punkten, punkten

In ihrem Spielstil unterscheiden sich die beiden Teams: Klopp versucht auch auswärts Angriffsfußball spielen zu lassen. Daum dagegen konzentriert sich mit den Kölnern auf das Punkteholen - und die dafür nötigen Maßnahmen.

Sein Credo lautet: "Für Komplimente können wir uns nichts kaufen, auch wenn sie der Seele gut tun. Für uns geht es nur darum zu punkten."

Blaszczykowski will mit Maske spielen

Und das will Daum am Mittwochabend mit der Erfolgsaufstellung der letzten Wochen tun, als der FC mit der unveränderten Startelf drei der letzten vier Spiele gewann. Auch der angeschlagene Torjäger Milivoje Novakovic steht trotz seiner Bandscheibenprobleme zur Verfügung.

Die Dortmunder müssen dagegen auf Linksverteidiger Marcel Schmelzer verzichten, der im Training einen Muskelfaserriss erlitt. Ob Patrick Owomoyela oder Antonio Rukavina für ihn ins Team kommt, will Klopp von den letzten Trainingseindrücken abhängig machen.

Auch der Einsatz von Jakub Blaszczykowski, der trotz eines Nasenbeinbruchs mit einer Maske spielen könnte, entscheidet sich erst kurz vor Anpfiff.

Tobias Gonscherowski