Er ist einer der neuen Stars beim FC Bayern München und in der Bundesliga - Anatoliy Tymoshchuk.

Im defensiven Mittelfeld des deutschen Rekordmeisters will "Timo" - so der Spitzname des Ukrainers - nicht nur seine persönliche Titelbilanz aufbessern, sondern natürlich auch dem FCB wieder zu Erfolgen verhelfen.

Ungewollter Vergleich mit den Beckhams

Auf dem Platz spielt der 30-Jährige sich aufgrund seiner fußballerischen Fähigkeiten meist in den Vordergrund, aber auch daneben sorgte er schon so manches Mal für Schlagzeilen.

Während der drei Jahre bei Zenit St. Petersburg erhielt das Ehepaar Tymoshchuk den Beinamen "Die Beckhams von St. Petersburg" - wobei ihm selbst dieser Vergleich überhaupt nicht gefällt: "Alles Blödsinn", lautete sein knapper Kommentar bei einem der ersten Termine in Deutschland.

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Heimat

Anatoliy Tymoshchuk wurde am 30. März 1979 im ukrainischen Luzk geboren. Bei Wolyn Luzk begann er 1995 seine Profikarriere. Wegen seiner sportlichen Erfolge gilt "Timo" heute als berühmte Persönlichkeit der Stadt mit ca. 200.000 Einwohnern. Die Entfernung zwischen Tymoshchuks neuer Heimat München und seinem Geburtsort beträgt knapp 1.500 Kilometer. Von Berlin aus verkehrt aber zum Beispiel täglich ein durchgehender Schlafwagen...

Deutsche Kapitänsbinde

Weil Lothar Matthäus sein großes Vorbild ist, trug der Spielführer Tymoshchuk lange Zeit eine schwarz-rot-goldene Kapitänsbinde. Sein Co-Trainer bei Schachtjor Donezk, Alexander Spiridon, hatte diese mal als Kapitän Moldawiens nach einem Länderspiel gegen Deutschland getauscht. "Als Alexander hörte, dass ich schon früher ein Riesenfan von Matthäus war, hat er mir die Binde geschenkt. Mit diesem Talisman bin ich Meister in der Ukraine und in Russland geworden", erzählt Tymoshchuk.

Größter Erfolg

Nach der ersten russischen Meisterschaft überhaupt für Zenit im Jahr 2007 erlebte "Timo" mit dem Club aus der Zarenstadt im Anschluss die international erfolgreichste Saison. Am 14. Mai 2008 feierte der Ukrainer mit den Russen durch ein 2:0 im Finale gegen die Glasgow Rangers den Gewinn des UEFA-Pokals. Am 29. August 2008 folgte dann sogar noch der Triumph im Endspiel um den UEFA-Supercup. In Monaco bezwang Zenit den Champions-League-Sieger Manchester United mit 2:1.

WM 2006

Bei der Endrunde in Deutschland erreichte Tymoshchuk mit seinem Heimatland das bisher beste Ergebnis bei einer Weltmeisterschaft. Durch Siege über Saudi-Arabien und Tunesien in der Gruppe H zog die Ukraine ins Achtelfinale ein und bezwang dort die Schweiz (0:0 n.V., 3:0 n.E.). Im Viertelfinale war dann allerdings für die "Gelb-Blauen" nach einem 0:3 gegen den späteren Weltmeister Italien Endstation.

Bilanz gegen deutsche Clubs

Tymoshchuk kann auf einige Duelle mit deutschen Vereinen zurückblicken. In der UEFA-Cup-Saison 2007/08 gab es ein 2:2 in der Gruppenphase gegen den 1. FC Nürnberg. Im Viertelfinale schaltete Zenit Bayer Leverkusen mit 4:1 und 0:1 aus, sein neuer Arbeitgeber Bayern München war dann im Halbfinale dran: 1:1 und 4:0 lauteten die Ergebnisse. Im UEFA-Pokal 2008/09 kam der Zarenclub durch zwei 2:1-Siege gegen den VfB Stuttgart weiter, 2004/05 kamen Tymoshchuk und Schachtjor Donezk gegen Schalke 04 mit 1:1 und 1:0 eine Runde weiter.

Transferrekord

Aufgrund seiner beeindruckenden Leistungen im Trikot von Schachtjor Donezk - mit diesem Verein war Tymoshchuk drei Mal ukrainischer Meister (2002, 2005, 2006) und drei Mal ukrainischer Pokalsieger (2001, 2002, 2004) - wurden andere Vereine auf den Mittelfeldspieler aufmerksam. Am 28. Februar 2007 wechselte Tymoshchuk für 15,1 Millionen Euro von Donezk zum russischen Verein Zenit St. Petersburg. Das war die höchste Ablösesumme, die je von einem Verein aus Nachfolgestaaten der Sowjetunion bezahlt wurde.

Luxus-Geschenk

Tymoshchuk ist mit Nadiya, seiner Jugendliebe aus Luzk, verheiratet. So bodenständig diese Verbindung zunächst anmutet, so extravagant war das Geschenk zu ihrem Geburtstag im Jahr 2008: Er schenkte ihr ein Luxus-Penthouse in Dubai. Da Fußballer abergläubisch sind, sollte es eigentlich eines im 44. Stock sein (seine Rückennummer ist die 44). Das war allerdings schon vergriffen, so dass Tymoshchuk mit einem Appartement in der 43. Etage Vorlieb nehmen musste.

Sammler

Wie viele Fußballer, hat auch der Ukrainer eine Vorliebe für schnelle und teure Autos: So umfasst sein Fuhrpark u. a. vier Mercedes-Benz CL 600. Zudem sammelt Tymoshchuk erlesene Weine, allerdings ohne dass sein professioneller Lebenswandel darunter leiden würde: Der 30-Jährige hat nach eigenen Angaben noch nie einen Schluck Alkohol getrunken.

Talentförderung

Tymoshchuk und sein Vater organisieren seit dem Jahr 2000 ein Turnier - den Anatoliy Tymoshchuk Junior Cup. In ihrer Heimatstadt Wolyn kommen Kinder aus der gesamten Ukraine und einigen Nachbarstaaten zusammen, die Gewinner erhalten Pokale und Preisgelder. Ziel des Turniers ist es, Kinder zum Fußballspielen zu ermutigen, und zu zeigen, dass der Sport ihnen auch in Situationen des normalen Lebens weiterhelfen kann.