München - Nachdem sich der 1. FC Kaiserslautern vor Wochenfrist bereits in Richtung 2. Bundesliga verabschiedet hat, stehen vor dem 33. Spieltag noch zwei Entscheidungen im Tabellenkeller aus. Vier Mannschaften streiten sich um einen Platz am rettenden Ufer, sprich die Plätze 14 und 15 (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Dabei hat der Hamburger SV (14. Platz, 35 Punkte) die besten Karten. Der Bundesliga-"Dino" empfängt den schon geretteten 1. FSV Mainz 05. Der FC Augsburg (15. Platz, 34 Punkte) reist nach Gladbach, der 1. FC Köln (16. Platz, 30 Punkte) kämpft Freiburg um Punkte und Hertha BSC (17. Platz, 28 Punkte) muss auf Schalke ran.

Anders als zuletzt stellt sich für den SC Freiburg die Ausgangssituation vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Köln dar. "Es sind andere Voraussetzungen", sagt Trainer Christian Streich, "weil der Ergebnisdruck de facto wegfällt. Wir wissen, dass wir weiter in der Bundesliga spielen dürfen und das macht uns ein Stück weit freier."

Wenn es dann zum letzten Mal in dieser Saison im Mage Solar Stadion um Punkte geht, ist für Streich klar: "Köln steht unter enormem Druck, wir zum Glück nicht mehr. Aber die Jungs wollen natürlich zeigen, dass es kein Zufall ist, was sie geschafft haben." Weiterhin fehlen werden gegen die Rheinländer Kapitän Julian Schuster (Nasenbein- und Mittelgesichtsbruch) und auch Johannes Flum (Aufbautraining nach Muskelfaserriss).

"Wir haben beim Punktgewinn gegen den VfB Stuttgart Selbstvertrauen getankt", ist sich Köln-Trainer Frank Schaefer sicher, der die Mannschaft des FC bis zum Saisonende übernommen hat. Trotzdem "können wir uns von dem Spiel gegen Stuttgart nichts kaufen, wenn wir jetzt nicht nachlegen", lenkte der 48-Jährige den Fokus auf die Partie beim SC. "Wir haben jetzt zwei Finalspiele und wir fahren nach Freiburg, um drei Punkte zu holen." Schaefer stehen gegen die Breisgauer Henrique Sereno (Oberschenkelprobleme), Adil Chihi (Trainingsrückstand) und Mark Uth (Schambeinentzündung) nicht zur Verfügung.



Schiedsrichteransetzungen

Die Ausgangslage könnte unterschiedlicher kaum sein, die Ziele aber sind gleich: Der FC Schalke 04 und Hertha BSC wollen beim Kräftemessen in der Veltins-Arena unbedingt dreifach punkten. "Königsblau" für die direkte Champions-League-Qualifikation, die Berliner für eine Chance auf die Relegation. Als Tabellen-17. stehen die Gäste mit dem Rücken zur Wand. "Wir wissen um die Situation der Hertha", sagt Huub Stevens. Berlin werde hoch motiviert auftreten und um seine letzte Chance kämpfen.

Zwei Punkte bei noch zwei auszutragenden Spielen beträgt der Vorsprung der "Knappen" auf den Tabellenvierten Borussia Mönchengladbach. Jeder Spieler, der im Duell mit Hertha auflaufe, werde alles geben, ist sich Stevens sicher. "Die Jungs wollen den Fans etwas zurückgeben und sich natürlich auch selbst für eine tolle Saison belohnen", erklärt der 58-Jährige. Gegen die "Alte Dame" stehen Timo Hildebrand (Ellbogenverletzung), Christoph Metzelder (Fußverletzung) und Kyriakos Papadopoulos (Muskelfaserriss) nicht im "Königsblauen" Kader.

Die Gäste aus der Hauptstadt bezogen unter der Woche ein Kurztrainingslager in Castrop-Rauxel, um sich auf das entscheidende Auswärtsspiel auf Schalke vorzubereiten. "Die Spieler sind sehr fokussiert, sie wissen, worum es am Samstag geht", bemerkte Trainer Otto Rehhagel. "Es hilft kein Heulen und Jammern. Wir müssen in Gelsenkirchen der Situation unter unheimlichem Druck gerecht werden. Dafür tun wir alles." Ausfallen werden Levan Kobiashvili (Rotsperre), Andre Mijatovic (Achillessehne), Fabian Lustenberger (Knochenmarködem) und Peter Niemeyer (Gelb-Rot-Sperre).



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Um den Klassenerhalt endgültig perfekt zu machen, muss der FC Augsburg noch einen Sieg einfahren. Deshalb erwartet Gladbachs Trainer Lucien Favre den Gast auch nicht ausschließlich defensiv. "Die Augsburger versuchen immer, auch nach vorne zu spielen. Aber sie verteidigen auch sehr gut. Deshalb ist es sehr schwer, gegen sie zu Torchancen zu kommen", sagte der 58-Jährige. "Das haben auch die Bayern erfahren müssen."

Trotzdem will sich die Borussia im letzten Heimspiel der Saison natürlich mit einem Sieg von den eigenen Fans verabschieden. "Wir haben jetzt 56 Punkte, wollen aber weiter punkten", kündigte Favre an. Bereits ein Zähler würde genügen, um den 4. Platz endgültig zu sichern. Bei zwei Punkten Rückstand auf die drittplatzierten Schalker ist zudem die direkte Qualifikation für die Champions League noch möglich. Nach seinem Kapsel- und Außenbandriss kehrt Mittelfeldspieler Roman Neustädter zurück in die Startelf. Verzichten muss Favre dagegen auf Martin Stranzl (Gelb-Sperre) und Thorben Marx (Reha).

"Was wir gegen Schalke über 89 Minuten hervorragend gemacht haben, müssen wir nun über 90 bringen", fordert FCA-Trainer Jos Luhukay. "Wir dürfen keine Fehler machen, müssen in der Defensive gut stehen und nach vorne unsere Chancen suchen." Für den Niederländer ist das Auswärtsspiel bei den "Fohlen" die erste Rückkehr an die ehemalige Wirkungsstätte. "Ich wünsche mir, dass nach dem Spiel zwei Mannschaften allen Grund zum Feiern haben", sagte Luhukay. Hajime Hosogai fehlt gegen die "Fohlen" aufgrund einer Gelb-Sperre.



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HSV-Trainer Thorsten Fink erwartet gegen den 1. FSV ein schweres Spiel, da "die Mainzer einen Trainer haben, der sein Team immer penibel auf die Gegner einstellt und die Stärken seiner Mannschaft gut kennt. Besonders im Sturm haben sie schnelle und technisch starke Spieler." Im eigenen Angriff laufen Mladen Petric und Paolo Guerrero auf. Für beide ein besonderes Spiel: Guerrero kehrt nach langer Rotsperre zurück und Petric feiert gegen die 05er seinen Abschied aus der heimischen Imtech Arena. Gojko Kacar (Knöchelbruch), Ivo Ilicevic (Adduktorenverletzung) und Slobodan Rajkovic (Innenbandzerrung) werden gegen die Rheinhessen nicht dabei sein.

Locker die Saison ausklingen lassen, da jetzt das Ziel Klassenerhalt endgültig erreicht ist, ist nicht die Art von Mainz 05 und Trainer Thomas Tuchel. Die Nullfünfer wollen bis zum Ende Vollgas geben und das Maximum erreichen. "Die Saison hat noch nicht aufgehört, nur weil ein Basisziel erreicht ist", betonte der Coach. Und im Hinblick auf die kommende Auswärtsaufgabe an der Elbe: "Die Mannschaft hat den absoluten Biss, eine Topleistung zu bringen und Punkte zu holen."

Allerdings nicht mit dem gleichen Personal. Neben den Langzeitverletzten Marcel Risse und Bo Svensson hat es nun auch Radoslav Zabavnik (Sprunggelenksverletzung) erwischt. Mögliche Ersatzkandidaten sind Niko Bungert, Marco Caligiuri oder Malik Fathi. Ansonsten wird Tuchel keine Experimente machen. "Ein Bundesliga-Spiel ist nicht der Zeitpunkt, um personelle Dinge auszuprobieren", sagte der 38-Jährige.



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