München - Nein, gejubelt hatte er nicht, trotz zweier Tore, trotz seines ersten Doppelpacks für seine große Liebe Borussia Dortmund. Marco Reus hatte beim am 6. Spieltag bewusst auf überschwengliche Freudentänze und -sprünge verzichtet, aus Respekt seinen ehemaligen Kollegen gegenüber.

Und dennoch: Nach dem 3:0, seinem zweiten Treffer des Abends, konnte er sich das Zusammenballen seiner linken Faust nicht verkneifen. Allerdings hatte das wohl eher weniger mit der Tatsache zu tun, dass dieses Tor gegen die "Fohlen" die Vorentscheidung darstellte, sondern wahrscheinlich viel mehr damit, dass man als Spieler solch ein Tor einfach bejubeln muss - weil einfach alles gestimmt hat.

Übersicht, Technik und Gefühl



Der Schuss in der 70. Minute zeigte die ganze Klasse, die der Nationalspieler in sich vereint. Der Nationalspieler wollte von seiner Position am rechten vorderen Strafraumeck eigentlich einen Pass auf Mannschaftskollege Mario Götze spielen, der in Richtung Grundlinie unterwegs war. Doch Roel Brouwers fälschte den Pass ab, der daraufhin auf die rechte Begrenzungslinie des Sechzehners zurollte.

Reus erfasste die Situation in Sekundenbruchteilen. Er schaute kurz hoch, konzentrierte sich dann voll auf den Ball und zog ab. Was folgte war kein brutaler Abschluss auf das kurze Eck, sondern ein genau dosierter, gefühlvoller Schlenzer in den linken Torwinkel, der Gladbachs Keeper Marc-Andre ter Stegen nicht den Hauch einer Chance ließ. So viel Übersicht, Technik und Gefühl haben die User von bundesliga.de belohnt und dieses 3:0 von Marco Reus mit 42,21 Prozent ihrer Stimmen zum "Tor des 6. Spieltags" gewählt.

Körpergefühl und Köpfchen auf dem Treppchen



Auch der 2. Platz bei der Wahl zeigt ein Höchstmaß an Technik. Gegen den SC Freiburg stand es 0:1 aus Sicht der gastgebenden Frankfurter Eintracht, bis Alexander Meier in der 67. Minute von Bastian Oczipka mit einer Flanke gefüttert wurde. Der 1,96m-Hüne nahm den Ball mit links an, ließ das Leder bis auf Kopfhöhe steigen und zimmerte es mit einem gewaltigen eingedrehten Rechtsschuss aus Hüfthöhe aus knapp 16 Metern ins kurze Ecke. SCF-Keeper Oliver Baumann blieb nur das Nachsehen und den bundesliga.de-Usern nichts anderes übrig, als den Frankfurter mit 32,23 Prozent ihrer Stimmen zu belohnen.

Den letzten Podiumsplatz bei der Wahl zum "Tor des 6. Spieltags" sicherte sich Dani Schahin (15,38 Prozent). Der Angreifer in Diensten Fortuna Düsseldorfs vergoldete eine Flanke von Rechtsverteidiger Tobias Levels durch einen überlegten Kopfball, den er in der Partie gegen den FC Schalke 04 vom Elfmeterpunkt aus in den linken Winkel des "Knappen"-Kasten wuchtete. Der Treffer bedeutete nicht nur den zweiten Doppelpack des 23-Jährigen sondern auch die Fortsetzung der Düsseldorfer Unbezwingbarkeit.

Premiere auf Platz 5



Aus rund 21 Metern bewies Luiz Gustavo im Spiel seines FC Bayern München beim SV Werder Bremen viel Auge und Gefühl. Beim Stand von 0:0 erhielt der Brasilianer den Ball zentral vorm Strafraum und schlenzte ihn mit dem linken Fuß sicher über Bremens Schlussmann Sebastian Mielitz zum zwischenzeitlichen 0:1. Ein Treffer, der dem 25-Jährigen 7,37 Prozent der User-Stimmern sicherte.

Schalkes Klaas-Jan Huntelaar sicherte sich mit seinem zweiten Fernschusstor der Saison den 5. Platz (2,81 Prozent). Im Spiel beim Aufsteiger aus Düsseldorf zog der "Hunter" aus 19 Metern ab und fügte Fortuna-Keeper Fabian Giefer mit einem satten Strich den ersten Gegentreffer der Saison zu.