Am 14. Mai 2008 hatten sie es geschafft. Keiner der beiden wollte an diesem Abend den gerade gewonnenen UEFA-Pokal wieder aus der Hand geben, den sich Zenit St. Petersburg mit einem 2:0 Sieg gegen die Glasgow Rangers sicherte. Und Pavel Pogrebnyak und Anatoliy Tymoshchuk hatten maßgeblich zu diesem Erfolg beigetragen.

Während Tymoshchuk die Defensive des russischen Meisters von 2007 zusammenhielt, erzielte Pogrebnyak Tor um Tor und verhalf so seiner Mannschaft zum Titel. Mit zehn Treffern wurde Pogrebnyak zudem - zusammen mit Bayern Münchens Luca Toni - Torschützenkönig des Wettbewerbs.

2009 den VfB aus dem UEFA-Pokal geworfen

Nun hat sich der 25-Jährige Pogrebnyak für den VfB Stuttgart und die Bundesliga entschieden. Schon am Dienstag (4. August) wird der hochgewachsene Stürmer zu seiner neuen Mannschaft stoßen.

Die Ironie an der Sache: Am 26. Februar dieses Jahres bezwangen die St. Petersburger mit Pogrebnyak im UEFA-Pokal 2008/09 den VfB Stuttgart. Mit jeweils 2:1 in Hin- und Rückspiel wurden die Schwaben aus dem Wettbewerb geworfen. Pogrebnyak traf damals allerdings nicht.

Mit einem Dreijahresvertrag ausgestattet wird er nun für den VfB auf Torejagd gehen und soll den zum FC Bayern abgewanderten Mario Gomez adäquat ersetzen. Die Zahlen sprechen für den 1,88 Meter großen Stürmer. In der russischen Liga erzielte er in 54 Spielen 21 Tore.

"Der geborene Vollstrecker"

Auch in der Nationalmannschaft schoss er bereits fünf Tore. Angesichts von nur 14 Spielen kein schlechter Wert. Eine Knieverletzung Ende Mai 2008 kostete ihn die sichere Teilnahme an der EURO 2008 in Österreich und der Schweiz. Seinen Durchbruch schaffte der gebürtige Moskauer im Jahr 2006, als er für den russischen Verein Tom Tomsk spielte und in 26 Ligaspielen 13 Tore schoss.

Sein ehemaliger Trainer bei Zenit, Dick Advocaat, hält große Stücke auf den Stürmer: "Pavel ist der geborene Vollstrecker. Manchmal bekommt er erst in der letzten Minute eine Chance, doch die nutzt er dann."

"Entspricht dem gesuchten Profil"

Auch Stuttgarts Sportdirektor Horst Heldt weiß um die Qualitäten des Angreifers: "Er entspricht dem Profil, das wir gesucht haben. Groß, torgefährlich und einer, der mitarbeitet." Pogrebnyak ist neben Cacau, Ciprian Marica, Julian Schieber und Alessandro Riedle der fünfte Stürmer des VfB. Mit dem vom FC Barcelona ausgeliehenen Alexander Hleb dürfte die Integration - sowohl privat als auch ins Stuttgarter Spiel - problemlos über die Bühne gehen.

Auch Angebote aus England

Da die neue Saison in Russland bereits begonnen hat, befindet sich "Pascha", so sein Spitzname, in körperlich guter Form. Trotz diverser Angebote aus der englischen Premier League entschied er sich für den VfB: "Stuttgart hat sich sehr intensiv um mich bemüht", sagt Pogrebnyak.

In einer SMS an Horst Heldt bezeichnet der ehemalige Stuttgarter Verteidiger Fernando Meira den Russen als "netten Jungen und guten Fußballer". Er muss es wissen, schließlich spielten die beiden noch vor einer Woche zusammen bei Zenit.

Und ein Wiedersehen mit seinem ehemaligen Mannschaftskollegen Anatoliy Tymoshchuk gibt es auch bald: Am 31. Oktober ist der FC Bayern München in der Mercedes-Benz Arena zu Gast.


Barnabas Szöcs



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