Dortmund - Ein "schwarz-gelbes" Trikot von Nuri Sahin liegt bei Chris Löwe noch zuhause im Schrank. Allerdings kein Original, sondern ein Fantrikot. Der Chemnitzer Fußballer ist seit Jahren begeisterter Anhänger von Borussia Dortmund - und schon in wenigen Tagen wird er das Jersey der Meisters selbst überstreifen. Dann mit seinem eigenen Namen auf dem Rücken.

"Ich träume seit Kindertagen davon, einmal dieses Trikot zu tragen. Dortmund ist schon immer mein absoluter Lieblingsverein", sagte Löwe und ergänzte: "Ich werde das wohl erst realisieren, wenn ich am 29. Juni beim ersten Training zum ersten Mal in die Kabine komme, und denen die Hand schüttle, die ich sonst nur aus dem Fernsehen kenne."

"Es liegt an mir, etwas daraus zu machen"

Löwe, der offensiv wie defensiv auf der linken Seite spielen kann, unterschrieb bei den Borussen einen Vertrag bis 2015 und will sich dort durchsetzen. "Ich freue mich sehr über die Chance und jetzt liegt es an mir, etwas daraus zu machen", sagte der gebürtige Plauener, der weiß, dass es schwer für ihn wird. Immerhin kommt er vom Chemnitzer FC aus der 4. Liga und muss sich erstmal ganz hinten anstellen.

"Ich hatte ein Gespräch mit Jürgen Klopp, und er hat mir die Perspektive gut dargestellt. Ich könnte Marcel Schmelzer als Außenverteidiger ersetzen, falls ihm mal etwas passiert. Dafür muss ich mich aber sehr gut anstellen", sagte Löwe.

Der Weggang aus seiner Heimat fällt dem 22-Jährigen nicht leicht. Seit er 13 Jahre alt ist, besuchte er das Sportinternat der Stadt, kickte seither für den Chemnitzer FC, mit dem er als Regionalliga-Meister gerade in die 3. Liga aufgestiegen ist. "Ich habe das Angebot bekommen und es sehr gern angenommen, aber ein bisschen Wehmut ist auch dabei. Eine Mannschaft, wie ich sie in Chemnitz hatte, werde ich wohl nicht so schnell wieder bekommen", sagte Löwe, der in 34 Spielen vier Mal traf und 13 Tore vorbereitete.

Traum von der Champions League

Zwar will sich Löwe bei den Profis in Dortmund durchbeißen, möglich ist aber auch, dass er zunächst Spielpraxis in der Reserve in der Regionalliga sammeln muss. "Unter Umständen ist das so, aber alleine schon das Training mit den Nationalspielern und Bundesligaprofis wird mich viel weiterbringen", sagte der Verteidiger.

Heimlich träumt der Chemnitzer aber schon von der "Königsklasse": "Wenn ich in der Champions League irgendwann zumindest auf der Bank sitze, wäre das die Erfüllung eines Traums." Den Weg seines Chemnitzer FC wird das Eigengewächs in jedem Fall weiter verfolgen. "Hätte ich nicht ausgerechnet von Dortmund ein Angebot bekommen, wäre ich sicher auch geblieben", sagte Löwe.

Dass er sich in der Bundesliga durchsetzen kann, glaubt sein bisheriger Trainer Gerd Schädlich. "Er bringt alles mit, was man haben muss. Er hat sehr viel Talent und ist fleißig", sagte der CFC-Coach. Davon muss Löwe jetzt auch Jürgen Klopp überzeugen.


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