Bundesliga

"Ein Lernprozess, der weh tut"

Kaiserslautern - Bei der 0:1-Heimniederlage gegen Hannover 96 lernen die Spieler des 1. FC Kaiserslautern, dass Fehler in der Bundesliga hart bestraft werden: Hannovers Stürmer Mohammed Abdellaoue nutzte die einzige Tormöglichkeit der Niedersachsen zum Siegtreffer.

Nach zuletzt nur einem Punkt aus vier Spielen ist Ernüchterung eingekehrt beim Aufsteiger aus der Pfalz. Dennoch gibt sich Martin Amedick, der Kapitän des FCK, kämpferisch.

Frage: Herr Amedick, der FCK bestimmte das Spiel, Hannover hatte nur eine Torchance und gewann trotzdem.

Amedick: Ja, das ist schon bitter. Wir haben das Spiel 90 Minuten in der Hand gehabt und sind am Ende doch bestraft worden. Wir haben viel investiert und stehen leider mit leeren Händen da.

Frage: Woran lag es?

Amedick: Ich denke, wir haben uns nach dem Rückstand in der zweiten Halbzeit aufgebäumt, aber leider wollte der Ball nicht rein. Und beim Gegentor haben wir insgesamt taktisch nicht gut verteidigt.

Frage: Wie bewerten Sie die Leistung gegen Hannover vier Tage nach dem 0:5 in Dortmund?

Amedick: Wir sind gut zurückgekommen nach der hohen Niederlage in Dortmund, ich glaube das hat jeder gesehen. Viele haben uns nervös erwartet. Davon gab es keine Anzeichen. Wir haben das Spiel immer dominiert.

Frage: Zahlt der Aufsteiger gerade Lehrgeld?

Amedick: Wir müssen aus unseren Fehlern lernen, das ist ein langer Prozess. Wir fressen einfach zu leicht die Gegentore, das ist momentan unser Problem. Es ist ein Lernprozess, der wehtut.

Frage: In der letzten Saison erzielten Sie und Ihr Innenverteidiger-Kollege Rodnei viele Tore nach Standardsituationen. In dieser Runde ist Ihnen das noch nicht gelungen. Warum?

Amedick: Es fehlt das Quäntchen Glück. Wir sind aber nah dran. Gegen Hannover ist der Ball zweimal knapp vorbei gegangen. Die Abläufe stimmen, demnächst muss endlich mal einer reinfallen.

Frage: In der letzten Saison schoss Alexander Bugera, der momentan auf der Bank sitzt, die Ecken und Freistöße, Liegt es vielleicht daran?

Amedick: Nein, das hat damit nichts zu tun. Auch "Tiffi" (Christian Tiffert, Anmerkung der Redaktion) schlägt die Flanken sehr gut. Das Timing ist auch gut, wir müssen jetzt einfach weiter daran arbeiten, dann geht schon wieder einmal einer rein. Wir waren ja auch in den vergangen Partien bei Standards nah dran, ein Tor zu erzielen. Wir sehen uns da aber auch in der Pflicht.


Aufgezeichnet von Tobias Schächter