Freiburg - Am Ende konnten beide Kontrahenten im badischen Derby mit der Punkteteilung gut leben. Die Hoffenheimer, die im fünften Spiel in Serie ohne Niederlage geblieben waren. Und die Freiburger, die dem großen Ziel Klassenerhalt mit dem - dem achten ungeschlagenen Spiel in Serie - mit dem Zähler einen weiteren Schritt näher gekommen sind. "Mit dem Punktgewinn bin ich zufrieden", sagte Freiburgs Daniel Caligiuri, der erneut einer der besten Freiburger war.

Im Abstiegskampf zähle jeder Punkt. "Wir haben gegen eine gute Mannschaft gespielt", freute sich auch Mittelfeldmann Johannes Flum. "Deshalb ist es umso bemerkenswerter, dass wir so wenige Chancen zugelassen haben." Hoffenheim, sagte der Mittelfeldmotor, habe defensiv gut gestanden. Dass das fürs eigene Team auch gelte, sei Teil des Erfolgsrezeptes, das sein Team in der Rückrunde anwende. "Wir achten sehr auf die Defensive, das steht über allem. Und vorne sind wir dann oft für ein, zwei Tore gut. Auch wenn es heute einmal nicht geklappt hat."

SC-Defensive steht



Insgesamt war der SC Freiburg die druckvollere von zwei Mannschaften, die unbedingt ihre gute Serie bestätigen wollten und deshalb für ein kurzweiliges unterhaltsames Spiel vor fast ausverkauftem Haus sorgten. Doch abgesehen von einer guten Möglichkeit, die Andreas Beck kurz vor dem Seitenwechsel vergab (39.) und einer Chance von Daniel Williams (84.) ließ die SC-Defensive keine Hoffenheimer Torchancen zu. Dafür erarbeitete das Team sich aber selbst einige gute Einschussmöglichkeiten. Cedrick Makiadi (16.), Sebastian Freis (24.) und Caligiuri (71./74) vergaben gute Chancen.

Doch mit der eigenen Effizienz haderte nach dem Schlusspfiff niemand im Freiburger Lager. SC-Trainer Christian Streich erklärte, sein Team habe trotz "Problemen mit der Kraft" im zweiten Durchgang einen "weiteren wichtigen Punkt im Kampf um den Klassenerhalt" erkämpft.

Freis: Bloß kein Endspiel gegen den FC



Das fand auch Freis, der nach seinem Wechsel vom 1. FC Köln ins Südbadische erkennbar aufgeblüht ist und das Vertrauen, das Trainer Christian Streich in ihn setzt, durch Einsatzfreude und taktische Disziplin zurückzahlt. "Wir sind als junge Mannschaft erneut ungeschlagen geblieben", freute sich der Stürmer. "Den Punkt nehmen wir also gerne mit. Wer weiß, vielleicht ist der in der Endabrechnung noch einmal ganz, ganz wichtig."

Wenn es nach Freis geht, wird die Begegnung am vorletzten Spieltag - zu Hause empfangen die Freiburger dann den 1. FC Köln - jedenfalls nicht mehr von Belang sein. "Köln hat jetzt schon sieben Punkte Rückstand auf uns und darüber hinaus das schlechtere Torverhältnis. Wir sollten schauen, dass wir schon vor dem direkten Duell durch sind." Am nächsten Sonntag besteht Gelegenheit dazu, wenn der SC nach Niedersachsen zu Hannover 96 muss. Vor dem Europa-League-Aspiranten hat nicht nur der ehemalige Hannoveraner Jan Rosenthal großen Respekt: "Das ist eine starke Mannschaft, auch wenn sie zuletzt ein paar Probleme hatten."

Aus Hoffenheim berichtet Christoph Ruf