Köln - Auf den ersten Blick sind es manchmal ungewöhnliche Partnerschaften, die der Fußball mit verschiedenen Verbänden oder Organisationen eingeht. Das betrifft auch die Fanarbeit der Bundesliga-Clubs. Die Kooperation des FC Augsburg mit der Abteilung Benediktbeuern der Katholischen Stiftungsfachhochschule München (KSFH) ist ein gleichermaßen außergewöhnliches wie sinnvolles Projekt.

Denn Fanarbeit in der Bundesliga bedeutet auch das Arbeiten mit Jugendlichen, wobei diese Aufgabe hauptsächlich in den Bereich der sozialpädagogischen Fanprojekte fällt. "Für uns ist nicht nur Gewaltprävention ein Thema. In unserer Arbeit beschäftigen wir uns auch mit Suchtprävention, Homophobie und Rassismus", sagt Dennis Galanti, Leiter Fanprojekt Augsburg.

KSFH: Beitrag zur Wahrnehmung der sozialen Verpflichtungen



Die KSFH wiederum leistet - laut eigenem Leitbild - mit ihrem Studienangebot "ihren Beitrag zur Wahrnehmung der sozialen Verpflichtungen, die der katholischen Kirche aus ihrem Selbstverständnis und ihrer Geschichte im karitativen, pädagogischen und pflegerischen Bereich erwachsen. Ein wissenschaftliches und zugleich praxisorientiertes Studium und das christliche Menschenbild begründen den besonderen Auftrag der Hochschule."

Die Gemeinsamkeit der sozialen Arbeit führte zu einem ersten Kontakt im Mai dieses Jahres, am 19. Juni kam es in Benediktbeuern zu einer Auftakt- und Informationsveranstaltung. Hier zeigten Alexander Edin, Fanbeauftragter des FC Augsburg, und Dennis Galanti, dass Fan- bzw. offene Jugendarbeit für den Verein besonders wichtig ist.

Studenten arbeiten mit bei "Copa Augusta antiracista"



Dem Auftakt folgte unmittelbar der Start in die Praxis. Zwei Studenten des Studiengangs Soziale Arbeit der KSFH unterstützen die Fanarbeit der Augsburger schon konkret bei den Vorbereitungen für das antirassistische Fußballturnier "Copa Augusta antiracista" am 7. Juli im Augsburger Kulturpark West. Das Turnier mit buntem Rahmenprogramm geht dieses Jahr bereits in die 4.Runde und hat sich als Veranstaltung für mehr Toleranz, Vielfalt und gegen Diskriminierungen jeglicher Couleur beim Fußball in Augsburg inzwischen fest etabliert.

"Im Rahmen der Copa Augusta Antiracista gab es am 29. Juni außerdem eine Informationsveranstaltung zu "Sexismus im Fußball" und am 30. Juni fand ein Besuch der KZ-Gedenkstätte Dachau statt", so Dennis Galanti. Am 12. Juli endet das Programm mit dem Thema "Fußballfans unter Dauerüberwachung - Vision oder Realität".

Weitere Zusammenarbeit erwünscht



Grundsätzlich soll die Kooperation nicht nach dem ersten Projekt enden - im Gegenteil. Aufgabe der beiden Studenten ist es auch zu ermitteln, was Soziale Arbeit bei der Fanarbeit leisten kann, wie zukünftige studentische Projekte beim FC Augsburg aussehen können und wie die Zusammenarbeit zwischen der Abteilung Benediktbeuern und dem Verein vertieft werden kann.