Trainer Hans Meyer ist der Schlüssel zum Nürnberger Erfolg. bundesliga.de nimmt den Trainerfuchs unter die Lupe.

Trainer Hans Meyer hat den Nürnberger in der abgelaufenen Runde den ersten Titel seit 39 Jahre beschert. Unter seiner Regie holten die "Cluberer" in einem spektakulären und turbulenten Endspiel im Berliner Olympiastadion zum vierten Mal nach 1935, 1939 und 1962 den DFB-Pokal.

Das 3:2 nach Verlängerung über den Deutschen Meister VfB Stuttgart war das i-Tüpfelchen einer erfolgreichen Nürnberger Saison. Der FCN hatte die Bundesliga-Spielzeit auf dem 6. Platz beendet und damit die beste Platzierung seit 1988 eingefahren.

Große Erfahrung

Seit Hans Meyer am 9. November 2005 das Trainerzepter bei den Franken übernahm, ging es mit dem Verein steil bergauf. Sein großer Erfahrungsschatz spielt dabei eine große Rolle.

Der am 3. November 1942 in Briesen bei Bilin (heutige Tschechische Republik) geborene frühere Abwehrspieler absolvierte zwischen 1963 und 1969 30 DDR-Oberliga-Spiele (ein Tor) für den FC Carl-Zeiss Jena und wurde dabei zwei Mal DDR-Meister.

Meyer holte beide deutsche Pokale

Seine Trainerlaufbahn startete der 64-Jährige im Jahr 1970 als Co-Trainer in Jena. Im folgenden Jahr übernahm Meyer den FCC als hauptamtlicher Chef und verweilte dort zwölf weitere Jahre.

Dabei gewann er drei Mal den FDGB-Pokal (vergleichbar dem DFB-Pokal) und zog 1981 mit seiner Mannschaft ins Endspiel des Europapokals der Pokalsieger in Düsseldorf ein, wo allerdings eine 1:2-Niederlage gegen Dynamo Tiflis folgte.

Weitere Trainerstationen Meyers waren Rot-Weiß Erfurt, Chemnitzer FC, 1. FC Union Berlin, Twente Enschede, Borussia Mönchengladbach und Hertha BSC Berlin.

Vom Tabellenende nach oben

In seiner ersten Saison beim 1. FC Nürnberg führte er den Verein vom letzten Platz der Bundesliga auf Platz 8.

Mit dem 6. Platz und dem Gewinn des DFB-Pokals bestätigte Meyer die starken Leistungen. Er ist damit der einzige Trainer, der sowohl den FDGB- als auch den DFB-Pokal holte.

Thomas Albrecht