München - Die große Bühne Bundesliga hebt am kommenden Wochendende wieder den Vorhang. Wer liefert in der zweiten Saisonhälfte Stoff für große Heldengeschichten? Wer streift die Nebenrolle ab und avanciert zum Hauptdarsteller?

bundesliga.de blickt auf zwölf Spieler, die sich in der Rückrunde ins Rampenlicht spielen könnten.

Moritz Leitner (Borussia Dortmund)

Nachdem er in der Hinserie erstmals Champions-League-Luft schnupperte und in der Liga zwei Mal von Beginn an mitwirkte, ist das Talent nun reif für den nächsten Schritt. Genesen von seinem Rippenbruch Anfang Dezember absolvierte der 19-Jährige die gesamte Vorbereitung. Leitner hat die Nase klar vor Ilkay Gündogan, der in La Manga kein einziges Mal mit der Mannschaft trainierte. Den etablierten Sebastian Kehl und Sven Bender sitzt Leitner im Nacken. Fällt einer der beiden aus oder erlaubt sich einen Fehler, ist der unbedarft aufspielende Leitner Jürgen Klopps erste Alternative.

Alexander Ring (Borussia Mönchengladbach)

Der 20 Jahre alte Neuzugang von HJK Helsinki führte sich mit insgesamt drei Toren in den ersten beiden Testspielen bemerkenswert ein. Im zentralen Mittelfeld kann er sowohl den defensiven als auch den offensiven Part übernehmen. Trainer Lucien Favre sagt sogar: "Ich sehe ihn überall." Rings Vielseitigkeit oder, wie Favre sagen würde, seine Polyvalenz, ist das große Pfund des Finnen, das ihm in der Rückserie zu Einsatzzeit verhelfen dürfte. Am nötigen Selbstvertrauen scheitert es wohl nicht. "Ich bin nicht gekommen, um mir alles anzuschauen und ein bisschen Spaß zu haben", sagt er: "Ich will spielen."

Julian Schieber (VfB Stuttgart)

In der Hinserie lange verletzt, griff das VfB-Talent erst im Dezember wieder ins Geschehen ein. Doch Spritzigkeit und Wettkampfhärte fehlten nach der langen Pause. Dass ihn Trainer Bruno Labbadia am 17. Spieltag trotzdem von Beginn an brachte, darf der 22-Jährige als Vertrauensbeweis werten. Den Rückstand hat Schieber in der Vorbereitung aufgeholt. Und da die Sturmkonkurrenten Cacau und Pogrebnyak in der Hinrunde blass blieben, hat der gebürtige Backnanger gute Karten auf einen Stammplatz im Sturm. Zumal Labbadia angekündigt hat, in der Rückrunde häufiger auf ein System mit zwei Spitzen zu setzen.

Stefan Thesker (1899 Hoffenheim)

Der 20 Jahre alte Neuzugang von Twente Enschede rückt nach den Ausfällen von Marvin Compper (Sperre) und Isaac Vorsah (Afrika-Cup) zum Rückrundenstart gegen Hannover direkt in den Blickpunkt. Für den 1,90 Meter großen Abwehrspieler kein Problem. "Ich bin nicht gekommen, um auf der Bank zu sitzen", sagt das deutsche Talent, das vor seinem Engagement in den Niederlanden in der Schalker Jugend kickte. Eine Trainingsverletzung im Hüftbeuger bremste den Neuzugang allerdings, eine Woche lang konnte er nicht mitwirken. Nun hoffen Spieler und Coach, dass er bis zum Wochenende fit wird.

Milivoje Novakovic (1. FC Köln)

Lukas Podolski erzielte mit 14 Hinrundentoren über die Hälfte der FC-Tore. Novakovic soll nach überstandener Muskelentzündung im Oberschenkel in der Rückrunde für Entlastung sorgen. Podolski meint: "Wenn Nova jetzt zurückkommt, macht es das natürlich einfacher." Der Slowene ist der Lieblingspartner des deutschen Nationalstürmers. Trainer Stale Solbakken schätzt an Novakovic dessen Torinstinkt und bezeichnete einen Startelf-Einsatz des Duos Podolski/Novakovic gegen Wolfsburg als "gute Möglichkeit". Der 32-Jährige selbst kündigt an: "Ich werde noch viele Tore machen."

Felipe Lopes (VfL Wolfsburg)

Der brasilianischen Innenverteidiger kann laut Felix Magath "nächste Woche in der Bundesliga spielen", wenn er sich konditionell noch steigert. Lopes kam vom portugiesischen Erstligisten Nacional Funchal nach Niedersachsen. Diego Benaglio kennt Lopes von seiner Zeit in Portugal und spielte auf Madeira ein halbes Jahr mit ihm zusammen: "Er ist groß und schnell und hat alles, was ein Innenverteidiger braucht", sagt der Keeper über den neuen, alten Teamkameraden. Beim VfL soll Lopes in der Abwehr bald eine Schlüsselrolle einnehmen, ähnlich wie bei Funchal - dort lief er zuletzt als Kapitän auf.


Hier geht's zu Teil 2: von Rodriguez bis Moravek