Charkiw - Zwei Jahre alt ist Cristiano Ronaldo dos Santos junior am Sonntag geworden. Vom Herrn Papa gab's passende Geschenke: einen Doppelpack, eine Weltklasse-Leistung - und einen süßen Gruß. "Ich widme diese Tore meinem Sohn", sagte Portugals Superstar Cristiano Ronaldo, "Junior, Papa liebt Dich", stand auf seinem roten Shirt, das er präsentierte, nachdem er beim 2:1 (1:1) im entscheidenden Gruppenspiel gegen die Niederlande explodiert war.

Und dies soll nicht alles gewesen sein: Vielleicht gibt es am Freitag in Warschau gegen Tschechien im Viertelfinale nachträglich noch ein Feuerwerk. Hart waren Ronaldos Kritiker mit dem versagenden Superstar nach dessen torlosen Auftritten gegen Deutschland und Dänemark ins Gericht gegangen. Als Konsequenz sprach die gesamte Mannschaft nicht mit der im ukrainischen Charkiw anwesenden Presse.

Blick in Richtung Viertelfinale



Nur ein paar kurze Pflicht-Statements auf Anweisung der UEFA - das war's. "Das Team hat heute spektakulär gespielt. Ich bin überglücklich", ließ Ronaldo verlauten: "Jetzt heißt es, von Spiel zu Spiel denken. Alles ist möglich. Das Spiel gegen die Tschechen wird sehr schwer werden. Die Chancen stehen bei 50:50." Während die portugiesischen Medien ihren Helden feierten und sich freuten, dass "endlich das Genie von Cristiano Ronaldo in Erscheinung getreten ist" (A Bola), nahm Paulo Bento kein Blatt vor den Mund.

"Einige hatten ja den Wunsch, dass unser Weg schon endet. Lasst die Spieler in Ruhe", sagte Nationaltrainer Bento, "kritisiert den Trainer, wenn die Dinge schlecht laufen. Und wenn sie gut laufen, könnt ihr von mir aus auch den Trainer kritisieren. Heute feiert die Mehrheit im Land. Andere sind traurig, wetzen schon die Messer und kaufen Schals der Tschechen."

Legende Eusebio optimistisch



Auch zur Kritik an Ronaldo hatte Bento seine eigene Meinung. "Schluss mit dem Vergleich der Leistungen von Spielern im Club und in der Nationalmannschaft! Das macht keinen Sinn. Wir sind ins Viertelfinale eingezogen, weil wir als Kollektiv aufgetreten sind", sagte Bento.

In die gleiche Kerbe schlug auch Cristiano Ronaldo selbst, als er vom französischen Ex-Weltmeister Christian Karembeu die Silbertrophäe für den "Man of the Match" entgegennahm. "Ohne die Hilfe meiner Mitspieler hätte ich diese Trophäe nie gewinnen können. Deshalb gebührt allen ein großer Glückwunsch. Die Auszeichnung ist für das ganze Team", sagte Ronaldo.

Mit seinen Treffer 33 und 34 im Nationaltrikot ist der 27-Jährige jetzt die alleinige Nummer drei unter Portugals besten Torschützen hinter Pauleta (47) und dem großen Idol Eusebio (41). Der WM-Torschützenkönig von 1966 war nach dem Sieg voll des Lobes für die Seleccao: "Ich habe immer an die Jungs geglaubt. Wir sind auf einem guten Weg, große Hürden zu überwinden. Wir sind jetzt im Viertelfinale, bei einem Sieg ist der Weg bis ins Endspiel offen." Vor allem, wenn ein gewisser Cristiano Ronaldo dos Santos senior wieder Weltklasse spielt.