München - Das zweite Jahr nach dem Aufstieg ist stets das schwerste, besagt eine alte Binsenweisheit. Im übertragenen Sinne darf sich Freiburgs Torhüter Oliver Baumann demnach auf eine sehr schwere Saison freuen. Denn der 21-Jährige hat in der abgelaufenen Spielzeit einen phänomenalen Aufstieg hingelegt.

Unerwartet etablierte sich das SC-Talent als Nummer 1 im Tor der Breisgauer. Geplant war das nicht. Eigentlich war der Posten zwichen den Pfosten für Stammkeeper und Aufstiegsheld Simon Pouplin vorgesehen.

Doch der Franzose verletzte sich Mitte Oktober schwer am Sprunggelenk, fiel auf unbestimmte Zeit aus. Der damalige SC-Coach Robin Dutt vertraute Youngster Baumann als Ersatz - und der zahlte das Vertrauen eindrucksvoll zurück.

Sport-Club verlängert vorzeitig mit Baumann

Der gebürtige Breisacher spielte auf wie ein alter Hase: Er parierte 74,1 Prozent der Schüsse auf sein Tor, musste durchschnittlich nur alle 64 Minuten hinter sich greifen. Starke acht Mal hielt er seinen Kasten sauber. 30 Startelfeinsätze und 120 gehaltene Bälle standen am Saisonende in seiner persönlichen Bilanz. Ebenfalls im vergangenen Herbst feierte der Keeper dann auch noch sein Debüt in der U-21-Nationalelf.

Wenig verwunderlich, dass der SC Freiburg das Talent kürzlich langfristig an den Verein gebunden hat. Bis 2015 unterschrieb Baumann beim Sport-Club. Sein ursprünglicher Vertrag war nur bis 2014 datiert.

Baumann als Identifikationsfigur

Die vorzeitige Verlängerung war auch als Signal gedacht. Der Verein setzt langfristig auf ihn als Führungsspieler und Identifikationsfigur. Denn Baumann war bereits in der Jugend für den SC Freiburg aktiv, heimste mit den A-Junioren sowohl Meisterschaft als auch den Pokal ein. Ab 2002 besuchte er die Fußballschule des SC.

Laut SC-Sportdirektor Dirk Dufner war das ein wichtiger Grund, warum Baumann verlängert hat. Immerhin war er in den vergangenen Monaten bei einigen prominenten Clubs gehandelt worden. "Oliver bindet sich an den SC, weil er weiß, dass er sich unter den Bedingungen in Freiburg optimal weiterentwickeln kann und sich zu 100 Prozent mit dem Verein identifiziert", glaubt Dufner.

Nun liegt es an Baumann zu zeigen, dass er langfristig das Zeug zur Nummer 1 hat. Und dass ihm nicht beizukommen ist - schon gar nicht mit alten Binsenweisheiten.

Andreas Messmer