Guus Hiddink wird auf keinen Fall über das Saisonende hinaus Teammanager beim englischen Topclub FC Chelsea bleiben.

"Ich werde bis zum Saisonende aushelfen, aber nur bis Saisonende", sagte der 62 Jahre alte Niederländer bei seiner ersten Pressekonferenz am Freitag an der Stamford Bridge.

Nachfolger von Scolari

Hiddink hatte bei den "Blues" das Amt des glücklosen Brasilianers Luiz Felipe Scolari übernommen und war einer Bitte von Chelsea-Eigner Roman Abramovich nachgekommen. Gleichzeitig ist Hiddink Coach der russischen Nationalelf, die er auf jeden Fall zur WM-Endrunde 2010 nach Südafrika führen will.

"Ich habe einen Fulltime-Job in Russland und will diesen auch erfüllen. Jeder weiß, dass Abramovich einen guten Draht zum russischen Verband hat. Deshalb habe ich zugesagt", sagte Hiddink einen Tag vor dem schweren Spiel von Chelsea bei Aston Villa.

"Genau das, was Chelsea braucht"

Bei zehn Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Manchester United hat Chelsea nur noch minimale Titelchancen. ManU-Trainer Alex Ferguson hat die Blues bereits abgeschrieben: "Das Titelrennen wird zwischen uns und Liverpool entschieden." Hiddink indes glaubt noch an eine Chance: "Wir sind noch im Rennen. Wir müssen und wir werden alles versuchen, um noch einzugreifen."

Chelseas Stürmer Didier Drogba lobte den neuen Coach: "Hiddink ist genau das, was Chelsea jetzt braucht", sagte der Nationalspieler der Elfenbeinküste und fügte an: "Man muss aus einem Team wie Chelsea jetzt eine Einheit formen."

Drogba weist Scolari-Aussage zurück

Die Aussage von Scolari, wonach Drogba mit Petr Cech und dem deutschen Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack bei Abramovich Scolaris Rücktritt gefordert haben soll, wies Drogba zurück: "Ich habe Respekt vor Scolari als Person und Trainer. Ich war bei Abramovich in keiner Diskussion um Scolari beteiligt."

Hiddink stehen harte Wochen bevor. Im März und Ende Mai will er nach Moskau zurückfliegen. Die russische Nationalelf spielt in der WM-Qualifikation am 28. März gegen Aserbaidschan und am 4. April gegen Liechtenstein. Am 6. Juni heißt der Gegner in der Deutschland-Gruppe Finnland. Hiddink führte als Nationaltrainer bereits die Mannschaften der Niederlande 1998 und von Südkorea 2002 zu vierten Plätzen bei WM-Endrunden.