Verband: Federación Ecuatoriana de Fútbol (FEF)

Gegründet: 1925

FIFA-Mitglied seit: 1926

Bisherige WM-Teilnahmen: 2

WM-Erfolge: Achtelfinale (2006)

Geschichte des Fußballs in Ecuador:

Söhne gut situierter Familien, die in England studiert hatten, brachten den Fußball mit in die Hafenstadt Guayaquil. Hier wurde 1899 der Guayaquil Sport Club ins Leben gerufen, dem bald weitere Gründungen folgten. Ab 1922 formierten sich regionale Sportverbände und trugen jeweils eigene Meisterschaftsrunden auf Amateurebene aus - auch nach Gründung eines  nationalen Fußballverbandes. Erst Anfang der 50er Jahre hielt der Profifußball Einzug. 1957 trugen regionale Meister und Vizemeister erstmals die Campeonato Nacional de Fútbol aus und ermittelten einen ecuadorianischen Champion. Seit 1960 wird die Meisterschaft regelmäßig ausgetragen. Derzeit spielen in der höchsten Spielklasse, der Primera A, zwölf Teams. Fußball gilt in Ecuador als populärste Sportart. Die Nationalmannschaft, im Volksmund "La Tri" (Die Dreifarbige) genannt, bestritt 1938 ihr erstes Länderspiel, konnte sich aber erst 2002 erstmalig für eine Weltmeisterschaft qualifizieren. Sie gilt vor allem als heimstark - kein Wunder, trägt sie ihre Spiele doch in über 2700 Metern Höhe in Quito aus.

WM-Geschichte:

Felix Borja (l.) spielte für den 1. FSV Mainz 05

1962 versuchte Ecuador erstmals, sich für eine Weltmeisterschaft zu qualifizieren - und sollte daran in den nächsten Jahrzehnten gleich zehn Mal in Folge scheitern. Erst unter dem kolumbianischen Trainer Hernán Darío Gómez gelang 2002 der Sprung zur WM in Japan und Südkorea. Hier schied man zwar nach der Vorrunde aus, feierte aber mit einem 1:0-Erfolg über Kroatien den ersten WM-Sieg der Geschichte. Für das Turnier vier Jahre später in Deutschland qualifizierte sich Ecuador erneut souverän und zog nach Siegen über Polen und Costa Rica bei einer Niederlage gegen die DFB-Auswahl sogar ins Achtelfinale ein, wo man an England scheiterte. Nach der verpassten Qualifikation 2010 war es nach Gómez und Luis Suárez mit Reinaldo Rueda erneut einem Kolumbianer vorbehalten, "La Tri" nach Brasilien zu führen.

Star und Trainer:

Antonia Valencia ist zurzeit Ecuadors größter Star - was sich schon allein daran messen lässt, dass der technisch starke Offensivspieler Manchester United im Jahr 2009 19 Millionen Euro wert war. Der 28 Jahre alte Kapitän ist schnell und dribbelstark, allerdings fehlt es an Torgefahr. In der WM-Qualifikation blieb er ohne Treffer. Trainer Reinaldo Rueda bestreitet bereits seine zweite WM in Folge. 2010 hatte er sich mit Honduras für die Endrunde qualifiziert. Noch im gleichen Jahr übernahm er die Mannschaft Ecuadors. Der 57-jährige Kolumbianer, der nach einem Studium an der Sporthochschule Köln fließend deutsch spricht, setzt auf Geschlossenheit und Disziplin.

Ecuador und die Bundesliga:

Carlos Gruezo ist für den VfB Stuttgart aktiv

Die Berührungspunkte zwischen der Bundesliga und Ecuadors aktuellem WM-Kader konzentrieren sich auf auf einen Namen: In Carlos Gruezo gehört ein hoffnungsvolles Talent zum Aufgebot, das in Deutschland unter Vertrag steht. Der 19-Jährige, Kapitän der ecuadorianischen U-20-Nationalmannschaft und zuvor bei Barcelona SC Guayaquil aktiv, hat erst im Januar beim VfB Stuttgart unterschrieben. Hier absolvierte der defensive Mittelfeldspieler in der Rückrunde acht Einsätze und spielte sich unter Huub Stevens in den letzten Saisonwochen in der Startelf fest. Damit scheint er auch Nationaltrainer Rueda überzeugt zu haben. In den ersten drei WM-Vorbereitungsspielen kam Gruezo zu seinen ersten drei A-Länderspielen. Im Härtetest gegen England durfte er dabei sogar von Beginn an ran.