Köln - Benedikt Saltzer ist einer der erfolgreichsten FIFA-Spieler Deutschlands und einer von zwei E-Sportlern, die beim VfL Wolfsburg unter Vertrag stehen. Im Interview spricht der leidenschaftliche Fußballer über seinen Tagesablauf, die FIFA-Skills der VfL-Stars und gibt Gelegenheitsspielern einen wertvollen Tipp.

bundesliga.de: Hallo Benedikt. Du trittst als E-Sportler für den VfL Wolfsburg an und gehörst zu den erfolgreichsten FIFA-Spielern Deutschlands. Wie bist Du zum E-Sport gekommen?

Benedikt Saltzer: Ich habe früher mit Freunden zusammen gezockt. Als leidenschaftlicher Fußballer habe ich natürlich auch FIFA ausprobiert. Meine Kumpels hatten irgendwann keine Chance mehr gegen mich. So bin ich zur ESL (Electronic Sports League) gekommen und habe mich schnell in die Top 20 hochgespielt. Dadurch wurde ein Team auf mich aufmerksam. So fing alles an.

bundesliga.de: Neben dem E-Sport studierst Du Physik und Sport auf Lehramt und spielst beim FC Bensheim in der Landesliga Fußball. Wie sieht ein typischer Tagesablauf bei dir aus.

Benedikt Saltzer: Vormittags gehe ich zur Uni. Nachmittags trainiere ich FIFA. Um das Niveau zu halten, braucht es in etwa zwei bis drei Stunden Training am Tag. Vor einem größeren Turnier kann es dann schon mal etwas mehr sein. Abends spiele ich online das eine oder andere FIFA-Turnier oder bin draußen auf dem Trainingsplatz. Fußball ist mein Leben.

Offensiveres Spiel in der VBL

bundesliga.de: Du kommst gerade vom Electronic Sports World Cup in Paris. Wie sieht bei so einem großen Turnier deine Taktik aus. Und mit welchem Team trittst Du an?

Benedikt Saltzer: Leider kann ich bei Turnieren nicht den VfL Wolfsburg wählen, weil sie nicht zu den 4, 5 besten Mannschaften in FIFA zählen. So wähle ich ein Team wie Real Madrid oder PSG. Teilweise spiele ich auch mit Nationalmannschaften. Taktisch versuche ich, aus einer sicheren Defensive heraus zu agieren.

bundesliga.de: In der Virtuellen Bundesliga sind hingegen alle Mannschaften gleich stark. Was ist der Unterschied zwischen einem "normalen" FIFA-Turnier und der VBL?

Benedikt Saltzer: Das Spiel fühlt sich insgesamt etwas anders an. Ich spiele beides sehr gerne. In der VBL trete ich selbstverständlich mit dem VfL Wolfsburg an und spiele offensiver als sonst. In der VBL machen auch viele Casual-Gamer mit, die ihre Probleme meistens in der Abwehr haben. Das versuche ich mit einer offensiven Ausrichtung auszunutzen.

bundesliga.de: Hast Du einen Tipp, wie Gelegenheitsspieler ihr Spiel verbessern können?

Benedikt Saltzer: Wie im echten Fußball ist es auch bei FIFA fast immer eine schlechte Idee, die Viererkette aufzulösen. Mein Tipp: Die Defensivspieler sollten ihre Positionen halten. Der Spieler übernimmt einen defensiven Mittelfeldspieler und versucht, die Passwege zuzumachen. Wer das beherzigt, ist schon ein gutes Stück weiter, denn nach vorne können fast alle spielen.

"Knoche ist richtig gut"

bundesliga.de: Konntest Du deine Tipps auch schon bei den Profis des VfL loswerden? Habt ihr schon zusammen FIFA gespielt?

Benedikt Saltzer: Ja, ich habe unter anderem schon gegen Robin Knoche und André Schürrle gespielt. Ich war im Sommer zu Besuch im Trainingslager der Profis und die meisten fanden es spannend, was ich mache. Ich glaube aber, einige haben etwas Angst, gegen mich zu spielen (lacht).

bundesliga.de: Wer ist denn der beste FIFA-Spieler des VfL?

Benedikt Saltzer: Da können alle zocken. Es gab jedenfalls keinen, der nicht wusste, auf welchen Knopf er drücken muss. Vor allem Robin Knoche ist richtig gut. Der hätte auch am Controller das Zeug zum Profi.

bundesliga.de: Im ersten Qualifikationsmonat der VBL bist Du auf Rang 14 gelandet. Wie sieht dein Ziel für diesen Monat und die gesamte VBL-Saison aus?

Benedikt Saltzer: Ich möchte natürlich wieder ins Finale. In diesem Monat möchte ich mindestens 80 der 90 Spiele gewinnen. Und dann schaue ich, was dabei raus kommt.

Das Gespräch führte Florian Reinecke

Auf seiner Facebookseite berichtet Benedikt Saltzer regelmäßig über seine E-Sport-Karriere.