Wolfsburg - Der Wechsel von Edin Dzeko zu Manchester City steht fest. Gestern, am späten Freitagabend, einigten sich die Vereine nach der Klärung letzter inhaltlicher Details zugunsten des VfL Wolfsburg über einen Wechsel des Stürmers in die Premier League. Damit ist der vermutlich teuerste Transfer der Bundesliga-Geschichte perfekt.

Edin Dzeko, der 2005 von seinem bosnischen Heimatverein FK Zeljeznicar Sarajevo zum FK Teplice nach Tschechien wechselte, kam 2007 zum VfL Wolfsburg. Für diesen erzielte er in 111 Bundesliga-Spielen 66 Tore - damit ist er Rekordtorschütze des Vereins in der Bundesliga. Außerdem zählte der Bosnier jeweils 9 Pflichtspieltreffer in Europa- und DFB-Pokal. 2010 wurde er mit 22 Toren Torschützenkönig der Bundesliga.

Debüt gegen die "Wölfe"

Bei Manchester City wird der 24-Jährige das Trikot mit der Nummer 10 erhalten. Doch auch dort soll er nicht als Spielmacher, sondern als Torjäger seine Fähigkeiten unter Beweis stellen. Sein Debüt soll er jedenfalls am kommenden Samstag ausgerechnet im Heimspiel gegen die "Wölfe" geben: Wolves wird nämlich der Gegner Wolverhampton Wanderers genannt…

Dzeko sagte: "Ich bin schon seit langer Zeit mit Manchester City in Verbindung gebracht worden. Aber bis heute wollte mich Wolfsburg nicht verkaufen. Endlich sind die Spekulationen vorbei", gestand er und fügte an: "Mein Kopf war zwar frei, aber ich habe auch nicht zuviel darüber nachgedacht, um nicht allzu abgelenkt zu sein. Aber ich wollte immer auch zu City, von denen ich im Fernsehen schon viele Spiele in dieser Saison verfolgt habe."

Seine neuen Mannschaftskameraden Jerome Boateng und Vincent Kompany kennt er aus deren Zeit beim Hamburger SV in der Bundesliga. Bei City soll er zukünftig mit dem argentinischen Nationalspieler Carlos Tevez ein formidables Sturmduo bilden. "Ich habe oft Kontakt zu Trainer Roberto Mancini gehabt. Und er hat mir gesagt, dass City der beste Club für mich sei", so Dzeko.

Schäfer: "Den Verlust als Mannschaft kompensieren"

Wolfsburgs Spieler hatten sich schon von ihrem Mannschaftskameraden verabschiedet. "Es ist natürlich einerseits schade, einen so guten Spieler zu verlieren. Aber andererseits ist dies nicht nur eine Chance für Edin, sondern auch für uns als Mannschaft", sagte Marcel Schäfer. "Wir können den Verlust als Mannschaft kompensieren. Denn unser Spiel war doch schon sehr auf Edin zugeschnitten. Man muss den Wunsch des Spielers verstehen, er ist sehr ambitioniert. Aber es ist sicherlich für eine Mannschaft immer auch schwierig, wenn einer nicht zu 100 Prozent bleiben möchte."

Auch Diego Benaglio hofft, dass Dzeko sein Glück in der Premier League findet. "Dass Edin sehr viel Qualität hat, ist unbestritten. Es war aber auch seit anderthalb Jahren klar, dass er weg wollte. Jetzt ist die Entscheidung da. Auf der einen Seite ist es schade, dass er geht. Auf der anderen Seite freue ich mich für ihn." Mit Blick auf die VfL-Mannschaft fügt er an: "Frisches Blut und frischer Wind tun einer Mannschaft immer gut. Ich bin der Meinung, dass jeder Spieler ersetzbar ist."