München - In Leverkusen treffen am Sonntagabend (ab 17 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) zwei Teams aufeinander, die beide mit der Hinrunde nicht zufrieden sein können. Während Bayer Leverkusen in der letzten Saison nach 17 Spieltagen mit 33 Punkten auf dem 3. Platz stand, reichte es dieses Mal nur zu 26 Punkten und den 6. Rang. Der Abstand zum Tabellenführer Bayern München beträgt schon elf Zähler.

Ein Problem für die "Werkself" ist deren Chancenverwertung, insbesondere vor heimischen Publikum (neun Tore). Robin Dutts Mannschaft offenbart zudem eine unerwartete Heimschwäche und konnte im Gegensatz zu den Auswärtspartien (15 Punkte) zuhause lediglich elf Zähler verbuchen.

Bayer beklagt viele Ausfälle

Vizemeister Leverkusen geht mit einigen Personalsorgen in sein erstes Rückrundenspiel gegen den 1. FSV Mainz 05. Bayer-Trainer Dutt muss weiterhin Torwart Rene Adler, die Mittelfeldspieler Renato Augusto und Tranquillo Barnetta sowie Sidney Sam ersetzen. Sam will nach seinem im Trainingslager in Portugal erlittenen Muskelfaserriss im Oberschenkel in der kommenden Woche wieder ins Training einsteigen. Der Brasilianer Renato Augusto und der Schweizer Barnetta fallen bis auf Weiteres aus.

Nicht zur Verfügung steht gegen die Rheinhessen auch der Kolumbianer Michael Ortega. Der U20-Nationalspieler fällt wegen einer Knochenhautreizung im Oberschenkel aus. Als Rechtsverteidiger wird voraussichtlich Teenager Danny da Costa (18) zum Einsatz kommen. Auf der Bank des Werksklubs wird am Sonntag möglicherweise der erst 17 Jahre alte Nachwuchsspieler Samed Yesil sitzen.

"Mainz ist ein unbequemer Gegner"

"Wir hatten in den vergangenen Wochen eine hohe Intensität und auch Qualität im Training. Jetzt kommt es darauf an, das auch am Sonntag gegen die Mainzer auf den Platz zu bringen", sagte Dutt auf der Pressekonferenz am Freitagmittag. Der Coach warnt vor dem Gegner:

"Der FSV ist ein unangenehmer Gegner, der ein starkes Pressing spielt und sich taktisch immer wieder etwas einfallen lässt. Aber wir haben in dieser Woche im Training gezielt darauf hingearbeitet, unter Gegnerdruck trotzdem spielerische Lösungen zu finden."

Leistungsträger fehlen

In Mainz ließen sich die Abgänge von Andre Schürrle, Christian Fuchs und Lewis Holtby bislang nicht kompensieren. Dass die Punktausbeute derart geringer ausfallen würde, hat wohl keiner der Verantwortlichen bei den Nullfünfern gedacht. In der vergangenen Saison überwinterten die Rheinhessen mit sagenhaften 33 Punkten auf dem 2. Platz.

Am Ende sprang der 5. Platz und die Teilnahme am internationalen Geschäft heraus. Dieses Jahr sieht alles anders aus. Mit 18 Punkten ist der FSV aktuell nur einen Zähler vom Relegationsplatz entfernt. Obwohl Thomas Tuchels Team sich gerade auswärts sehr gut verkaufte und nur zwei Mal bezwungen werden konnte, reichte es dort nur zu acht Punkten.

Mainzer Lazarett

Die Mainzer plagen derzeit zudem erhebliche Personalsorgen. Trainer Tuchel muss auf die verletzten Bo Svensson (Kreuzbandriss), Jan Kirchhoff (Kniereizung), Andreas Ivanschitz (Innenbandverletzung), Marcel Risse (Knochenstauchung), Zoltan Stieber (Sprunggelenkprellung) sowie auf den an einer Grippe erkrankten Mario Gavranovic verzichten. Zudem fehlt Stürmer Sami Allagui, der mit Tunesien am Afrika-Cup teilnimmt.

Es gibt aber auch positive Neuigkeiten: Nach fast einem Jahr feiert voraussichtlich Angreifer Adam Szalai sein Comeback bei den Rheinhessen. Szalai hat seine Magen-Darm-Probleme überwunden, wird aber vermutlich zunächst nur auf der Bank sitzen. Dafür wird der Türke Deniz Yilmaz, im Zuge der Mainzer Rückrundenvorbereitung einer der großen Gewinner, nach Angaben von Tuchel in der Startelf stehen. Beim Test gegen Bochum (5:0) hatte Yilmaz zuletzt drei Treffer vorbereitet und ein Tor selbst erzielt.