Orlando - Tag 4 für Bayer 04 Leverkusen im Trainingslager in Orlando/Florida, mit dabei ist auch Kyriakos Papadopoulos.  Der Grieche startet nach seiner Schulter-OP wieder durch - und legt dabei ein besonderes Maß an Einsatz an den Tag.

Er grätscht, er köpft, er wirft sich in jeden Zweikampf. Papadopoulos ist auf dem Platz einer von der harten Sorte. Das kommt bei so ziemlich jedem Fan gut an. Doch leider haben die Anhänger der Werkself den jungen Griechen noch nicht allzu oft zu Gesicht bekommen.

Besonderer Ehrgeiz auf dem Rasen

"Papa", wie er von seinen Mitspielern genannt wird, hat nämlich eine schwere Zeit hinter sich. Eine Schulterverletzung machte ihm lange zu schaffen und so absolvierte er für Bayer 04 bisher nur sieben Spiele. Doch nun ist er wieder voll da.

Das bekommen auch seine Mitspieler zu spüren. Kyriakos Papadopoulos bringt einen besonderen Ehrgeiz mit auf den Rasen. In jeder Einheit gibt er alles, ist nur selten zufrieden. Vor allem mit sich selbst. Im Trainingslager in Orlando ist nun jede Übung ein weiterer Schritt zurück zu alter Topform. "Ich habe ein bisschen Pech gehabt", sagt Papa selbst: "Deshalb habe ich schon ein paar Mal in letzter Zeit hinterherlaufen müssen."

Beim Auftaktsieg dabei

Dabei hatte diese Saison eigentlich gut begonnen. Nach einem nicht einfachen Jahr auf Schalke, in dem er verletzungsbedingt seinen Stammplatz verloren hatte und nur vier Spiele in der Bundesliga absolvieren konnte, stand er gleich in seiner ersten Partie für seinen neuen Verein Bayer 04 auf dem Feld.

Beim Bundesliga-Start beim langjährigen Rivalen aus Dortmund wurde er eingewechselt. "Dann wollte ich eigentlich schon voll durchstarten", sagt der 22-Jährige.

"So ist das Leben"

Doch Mitte September war er erst einmal wieder außer Gefecht gesetzt. Im Training kugelte er sich die Schulter aus. "Die gleiche Verletzung hatte ich ein Jahr zuvor schon mal auf Schalke. Dieses Mal bin ich nur einfach unglücklich gefallen", erinnert er sich. "So ist das eben im Leben. Gerade im Fußball kann immer mal etwas passieren." Vor allem wenn man das intensive Spiel so verinnerlicht hat, wie Papadopoulos.

Typen wie er lassen sich aber auch von Rückschlägen wie diesem nicht unterkriegen, und so kam der Defensivallrounder knapp drei Wochen später schon wieder zurück. Und wie! Gegen Zenit St. Petersburg machte er mit seinem ersten Ballkontakt für die Werkself in der Champions League überhaupt per Kopf den 2:0-Erfolg klar.

Wieder unters Messer

Eine Woche später rettete er die Werkself in der 116. Minuten im DFB-Pokal-Krimi in Magdeburg ins Elfmeterschießen und ebnete damit den Weg ins Achtelfinale. "Der Gedanke an diese Spiele hat mich danach in der Reha immer angetrieben und motiviert", sagt Papadopoulos.

Denn nur eine Woche später musste er unters Messer. Eine erneute Schulterluxation machte den operativen Eingriff notwendig. Die Folge: Kyriakos Papadopoulos musste den Rest der Hinrunde passen.

"Können Atletico packen"

"Nun bin ich aber endlich wieder da. Die OP ist gut verlaufen und jetzt kann ich mit der Mannschaft trainieren", sagt der Grieche erleichtert. Zurzeit gibt er also in jeder Einheit in Florida Vollgas - so wie man es von Papa kennt. Der Grieche hat mit der Werkself in der Rückrunde schließlich einiges vor. "Warum sollten wir nicht im Pokal weit kommen? Auch in der Champions League können wir Atletico packen!" Markige Worte, denen er in den kommenden Wochen auf dem Platz Taten folgen lassen will.