Düsseldorf - Fortuna Düsseldorf hat auch die zweite Bewährungsprobe in der Bundesliga bestanden. Der Aufsteiger trotzte im 45. Niederrheinderby in der Bundesliga dem favorisierten Nachbarn Borussia Mönchengladbach ein letztlich verdientes 0:0-Unentschieden ab. Mit nun vier Punkten aus zwei Spielen und noch ohne Gegentor hat die Fortuna mit ihrer neuen Mannschaft einen bemerkenswerten Start hingelegt.

Es war ein intensives, spannendes Derby, das sich die beiden rheinischen Rivalen lieferten. Auch wenn die ganz großen Torchancen Mangelware blieben, fühlten sich die Zuschauer beim ersten Düsseldorfer Bundesliga-Heimspiel nach 15 Jahren bestens unterhalten. Der reiferen Spielanlage der "Fohlen" setzten die Fortunen bedingungslosen Einsatz und eine kompakte Defensive entgegen.

Neues Personal harmoniert gut



Allen Unkenrufen und Prognosen der vermeintlichen Experten zum Trotz hat sich Fortunas neu zusammengestellte Mannschaft erstaunlich schnell gefunden und als absolut konkurrenzfähig erwiesen. In der Startelf gegen Gladbach standen mit Fabian Giefer, Stelios Malezas, Axel Bellinghausen, Andriy Voronin und Stefan Reisinger fünf Neuzugänge. Zwei weitere, "Doppelpacker" Dani Schahin und Ronny Garbuschewski, wurden eingewechselt.

"Wir als Mannschaft hatten keine Zweifel daran, dass wir in der Bundesliga bestehen können", sagte Fortuna-Kapitän Jens Langeneke nach dem Spiel selbstbewusst. "Die Zweifel hatten die, die über uns geschrieben haben. Aber was über uns geschrieben wurde, war mir egal. Ich habe immer an uns geglaubt und auch daran, dass wir einen guten Start hinlegen können."

Hinten steht die Null



Grundlage des derzeitigen Erfolgs ist die stabile Defensive, die einzige der Bundesliga, die noch ohne Gegentor blieb. Fortunas Bollwerk steht. Torhüter Fabian Giefer hielt die Fortuna mit einer spektakulären Parade bei einem Schuss von Luuk de Jong im Spiel und scheint eine echte Verstärkung zu sein, auch wenn er bei seinen Abspielen einige Konzentrationsfehler offenbarte.

In der Viererkette wurde im Vergleich zur Aufstiegssaison nur eine Position neu besetzt. Der Grieche Stelios Malezas erweist sich dabei als ein guter Nachfolger des nach Bremen abgewanderten und dort auf der Bank sitzenden Assani Lukimya. Und im Mittelfeld räumte die aus Adam Bodzek und Oliver Fink bestehende Doppelsechs alles ab.

"Mannschaft muss in die Bundesliga hineinwachsen"



Einzig im Spiel nach vorne hapert es noch. Gegen die Borussia fehlten die Durchschlagskraft und klare Abschlüsse. Aber vielleicht ist das auch noch etwas zu viel verlangt. "Die Mannschaft muss in die Bundesliga hineinwachsen", bestätigt Fortunas Außenverteidiger Tobias Levels. "Man legt den Schalter nicht so leicht um. Die Mannschaft kann Fußball spielen, wir haben Potenzial und Qualität. Wir werden noch eine gute Rolle spielen."

So beschränkten sich die Flingerer vor allem auf die Defensive und hielten zur Freude ihres Trainers Norbert Meier "die Ordnung". Der hohe Aufwand zahlt sich aus, der beste Bundesliga-Start der Düsseldorfer seit 1983 steht zu Buche. Und die Erkenntnis, dass man sich nach Bundesliga-Spielen "kaputter fühlt" wie Oliver Fink freimütig eingestand.

Zum Glück pausiert die Bundesliga am kommenden Wochenende, die Fortuna-Spieler können regenerieren und sich in aller Ruhe auf das Spiel beim VfB Stuttgart vorbereiten, der einen klassischen Fehlstart erwischt hat und in München böse unter die Räder kam. Eine Fortsetzung der Düsseldorfer Erfolgsgeschichte scheint am Neckar daher durchaus möglich zu sein.

Aus Düsseldorf berichtet Tobias Gonscherowski