München - Mit dem 2:1-Sieg (1:1) gegen den SV Werder Bremen hat der FC Bayern eine Serie fortgesetzt: Seit mehr als 19 Jahren sind die Münchner im eigenen Stadion im DFB-Pokal ohne Niederlage.

Matchwinner für die Bayern war Bastian Schweinsteiger, der mit seinen beiden Toren wie schon in der Champions League gegen den FC Basel einen 0:1-Rückstand in einen Sieg ummünzte.

Gegen Freiburg nachlegen

Dass der Einzug ins Achtelfinale des Pokalwettbewerbs keine leichte Aufgabe war, weiß auch Nationalspieler Philipp Lahm. Doch Lahm ist sich sicher, dass der Sieg der Mannschaft weiter Rückenwind gibt, um auch im nächsten Heimspiel gegen den SC Freiburg in der Bundesliga nachzulegen. "Wir sollten das Selbstvertrauen haben, um am Freitag zuhause ordentlich Fußball zu spielen", erklärte der 26-Jährige gegenüber bundesliga.de.

Im Interview spricht der Abwehrspieler über die Partie gegen Bremen, die kommenden Aufgaben in der Bundesliga und die Form des FC Bayern.

Frage: Herr Lahm, haben Sie sich Sorgen um den Trainer gemacht, als Bastian Schweinsteiger nach seinem zweiten Tor auf ihn zustürmte, um mit ihm zu feiern?

Philipp Lahm: Überhaupt nicht. Man hat ja gesehen, dass er mit dem Torjubel keine Probleme hat.

Frage: In der 2. Halbzeit hat Bremen 15 Minuten lang die Bayern mit vielen Torschüssen unter Druck gesetzt...

Lahm: Das ist ja auch die Stärke von Werder, dass sie den Ball erobern und dann schnell nach vorne spielen. Normalerweise nutzen sie das dann auch, glücklicherweise diesmal aber nicht.

Frage: Wie gut ist der FC Bayern denn momentan?

Lahm: Wir sind sicherlich noch nicht da, wo wir hinwollen. Aber auf der 1. Halbzeit kann man aufbauen. Auch in der 2. Halbzeit hatten wir durch Hamit Altintop eine gute Chance, aber zwischen der 60. und 80. Minute hat uns etwas die Konzentration gefehlt.

Frage: Die personelle Situation mit den verletzten Spielern entspannt sich ja nur langsam. Trotzdem scheint es, als ob sich diese ersatzgeschwächte Mannschaft so langsam einspielt...

Lahm: Wir wären schon froh, wenn alle Spieler in den Kader zurückkehren würden und das so schnell wie möglich. Aber es hilft uns natürlich auch, wenn wir mit der gleichen oder ähnlichen Aufstellung spielen können.

Frage: Auf jeden Fall läuft es vor eigenem Publikum wieder nach Plan. Stimmt das zuversichtlich für das Heimspiel gegen Freiburg?

Lahm: Das muss uns Selbstvertrauen geben. Zumal wir aus den letzten vier Pflichtspielen insgesamt zehn Punkte geholt haben. Wir sollten also das Selbstvertrauen haben, um am Freitag zuhause ordentlich Fußball zu spielen.

Frage: Würden Sie sagen, dass der FC Bayern nach den vier Spielen ohne Niederlage zurück in der Spur ist?

Lahm: Es würde nichts bringen, wenn wir nicht am Freitag gegen den SC Freiburg nachlegen würden, denn es sind ja auch verschiedene Wettbewerbe. Wir müssen in der Bundesliga weiter unsere Punkte holen, um den Rückstand zu verringern.

Frage: Christian Nerlinger meinte, aus den kommenden drei Spielen muss man neun Punkte holen. Würden Sie das auch unterschreiben?

Lahm: Klar, wir spielen zuhause gegen Freiburg, in Cluj können wir fürs Achtelfinale der Champions League alles klarmachen und dann geht es gegen Gladbach. Wir dürfen in der Bundesliga einfach keine Punkte mehr verlieren. Gegen Freiburg und Gladbach müssen wir sechs Punkte holen.

Frage: Zu einem anderen Thema: Sind Sie denn ein bisschen traurig, dass Krake Paul gestorben ist?

Lahm: Ich habe es in den Nachrichten gesehen... Ja, ich war schon sehr traurig (schmunzelt).

Frage: Braucht Fußball-Deutschland denn jetzt ein neues Kraken-Orakel?

Lahm: Nein, denn wir haben ja den WM-Titel nicht gewonnen.

Aufgezeichnet von Jessica Pulter