München - Wenn Spiderman auf einen Spätberufenen trifft, ein Emporkömmling sich mit "Mr. Unkaputtbar" duelliert und wenn sich zwei Fußball-Fanatiker am Spielfeldrand begegnen - dann geht die Bundesliga mal wieder in die Vollen. bundesliga.de zeigt fünf brisante Duelle am 2. Spieltag.

VfB-Verteidiger gegen Bayers Zauber-Trio

Stuttgarts Coach Bruno Labbadia plagen Abwehrsorgen - und ausgerechnet jetzt gastiert Bayer 04 mit dem überragenden Offensivtrio Sam/Son/Kießling am Neckar. Abwehrchef Serdar Tasci fällt mit einer Meniskusverletzung aus, die er sich nach 20 Minuten bei der Auftakt-Pleite in Mainz zugezogen hat. Da der zweite Stamm-Innenverteidiger Georg Niedermeier nach seinem Innenbandriss ebenfalls fehlt, müssen gegen Bayer erneut weniger erfahrene Spieler ran. In Mainz war die Defensive nach Tascis Ausfall die große Schwachstelle. Antonio Rüdiger, der seine Rotsperre abgesessen hat, dürfte gegen Bayer beginnen. Nachwuchstalent Benedikt Röcker konnte bei seinem Debüt nicht überzeugen. Gleiches gilt für Daniel Schwaab, der von außen in die Mitte gerückt war. Für Schwaab spricht: Als Ex-Leverkusener weiß er, dass die Gefahr am Samstag überall lauert. Bei Bayer knipste bereits die gesamte offensive Dreierreihe.

Kramer gegen Andreasen

Als Christoph Kramer im Sommer vom Zweitligisten Bochum nach Gladbach wechselte, trauten ihm die Wenigsten den Sprung in die Stammelf zu - doch der Mittelfeldmann stand gegen die Bayern auf dem Platz und wurde anschließend mit Lob überschüttet. Neben Granit Xhaka dürfte Kramer nun auch gegen Hannover als Sechser auflaufen und mit seiner unermüdlichen Laufarbeit die Löcher in Borussias Defensive stopfen. "Ich bin positiv überrascht und hätte nicht gedacht, dass es so schnell geht", verriet der 22-Jährige gegenüber bundesliga.de. Im Duell mit den Niedersachsen wird Kramer auf einen "Mr. Unkaputtbar" treffen - Leon Andreasen. Der Däne, der sich in Hannover trotz zahlreicher Verletzungen (zuletzt am 26. September 2012 ein Kreuzbandriss) immer wieder zurückmeldete, feierte beim 2:0 gegen Wolfsburg mit einem Treffer eine traumhafte Rückkehr.

Aubameyang gegen Petkovic

Unterschiedlicher könnten die Voraussetzungen beim Duell zwischen Pierre-Emerick Aubameyang und Marjan Petkovic nicht sein. Hier der extrovertierte "Spiderman", der sich am 1. Spieltag mit seinem Dreierpack inklusive Salto-Jubel in die Herzen der BVB-Anhänger spielte. Dort der Eintracht-Keeper, der beim 0:1 gegen Bremen mit 34 Jahren sein Debüt in der Bundesliga feierte und der den wenigsten Bundesligafans bislang ein Begriff war. Während Aubameyang seine Ausbildung in der Jugendakademie des AC Mailand genoss, wusste Petkovic im Alter von 18 Jahren noch nicht einmal, dass er vor einer Karriere als Torhüter stand. Beim schwäbischen Kreisligisten TSV Güglingen fielen in der Saison 1996/97 beide Schlussmänner aus - Petkovic machte aus der Not eine Tugend und stellte sich erstmals ins Tor. 16 Jahre später will er Aubameyang stoppen und sein Märchen, das ihn bis in die Bundesliga führte, fortschreiben.

Christian Streich gegen Thomas Tuchel

In Freiburg treffen zwei Fußballfanatiker aufeinander. Beide waren äußerst erfolgreiche Jugendtrainer, sind gewiefte Taktiker und gehören zu den emotionalsten Vertretern ihres Fachs. Die beiden kennen und schätzen sich. Beide gelten als Motivationskünstler und setzen auf das Kollektiv statt auf Stars. Doch Gemeinsamkeiten sind keine Garantie für Harmonie am Spielfeldrand: Beim Duell im vergangenen August diskutierten die beiden Übungsleiter mehrfach heftig miteinander. Von "Trainer-Zoff" und einem "Nachspiel im Kabinengang" schrieben am Tag darauf die Zeitungen. Beim Rückspiel im Januar herrschte dann Harmonie, von provozierenden Gesten keine Spur - die Trainer hatten sich offenbar ausgesprochen, das Spiel endete 1:1. Eine Garantie, dass dies auch am kommenden Samstag so sein wird, gibt es bei zwei Fußballfanatikern aber nie ...

Eintracht-Außenbahn gegen Ribery

So ein Auftakt kann einen schon ratlos zurücklassen. "Es sind so viele Dinge passiert, die sonst nicht passieren", sagte Eintracht-Coach Armin Veh nach dem 1:6-Debakel in Berlin. Sein Team fiel in der zweiten Hälfte gegen Hertha förmlich auseinander. Leistungsträger der Vorsaison wie Sebastian Jung und der eingewechselte Stefan Aigner ließen sich von der Nervosität der Nebenleute anstecken, die Offensive eines Aufsteigers hatte leichtes Spiel gegen die Eintracht. Nun kommt mit dem FC Bayern der stärkste Angriff der Bundesliga und mit Flügelflitzer Franck Ribery der derzeit beste Spieler der Welt. Dass der Franzose in Dribbel-Laune ist, bewies er bereits beim Auftakt gegen Gladbach, 132 Mal war er am Ball. Die rechte Außenbahn der Eintracht darf sich auf einen intensiven Arbeitstag einstellen.