Es ist das Duell der Superlative am 28. Spieltag: Tabellndritter gegen Tabellenzweiter, stärkster Angriff gegen sicherste Abwehr der Liga, zweitbeste Heim- gegen zweitbeste Auswärtsmannschaft, oder einfach: Bayer 04 Leverkusen gegen den FC Schalke 04 (Sa., ab 18 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio!).

Es ist das erste der drei aufeinander folgenden direkten Duelle der drei heißesten Titelanwärter aus München, Gelsenkirchen und Leverkusen. Und nachdem sowohl Bayer als auch der FC Schalke am vergangenen Wochenende die Chance verpassten, in der Tabelle am Rekordmeister vorbeizuziehen geht es um die Lizenz, erster Bayern-Jäger zu sein.

"Dürfen uns nicht unter Druck setzen lassen"

Während die Schalker noch am Mittwoch über 120 Minuten, vergeblich, gegen die Münchner um den Einzug ins DFB-Pokalfinale kämpften, hatten die Leverkusener eine Woche Zeit, sich von der zweiten Saisonniederlage bei Borussia Dortmund zu erholen. Das Aufeinandertreffen mit den "Königsblauen" ist für Bayer nach den Duellen mit dem BVB und dem Hamburger SV das dritte Topspiel in Folge.

"Die derzeitige Tabellensituation sollte Anreiz und Motivation genug sein. Die Mannschaft ist nicht nur intakt, sondern auch sehr ambitioniert. Ich bin überzeugt, dass wir Samstag über 90 Minuten ein Spiel abliefern werden, in dem wir an die Partien gegen Wolfsburg oder Hamburg anknüpfen", sagte Trainer Jupp Heynckes. Gegen den HSV hatte sein Team, nach der ersten Saisonniederlage in Nürnberg, ein eindrucksvolles 4:2 geschafft.

Obwohl ein Sieg für Bayer bei derzeit zwei Punkten Rückstand auf Schalke und drei auf den FC Bayern fast schon Pflicht ist, um im Meisterrennen zu bleiben, versucht Heynckes die Anspannung zu reduzieren: "Wir dürfen uns nicht unter Druck setzen lassen. Mit der Situation müssen wir so locker umgehen, wie wir das bisher gemacht haben und das Vertrauen in die eigenen Stärken haben. Das ist wichtig für den Endspurt in der Liga."

Helmes stürmt für Kießling

Allerdings muss Heynckes, der von 2003 bis 2004 auch Trainer auf Schalke war, personell umstellen. Top-Stürmer Stefan Kießling (16 Saisontore) fehlt wegen eines Muskelfaserrisses und wird durch Patrick Helmes ersetzt. Der zuletzt angeschlagene Eren Derdiyok stieg am Donnerstag wieder ins Training ein und könnte rechtzeitig fit werden. Definitiv fehlen wird Arturo Vidal (Gelbsperre), für den Stefan Reinartz in die Startelf rücken dürfte.

"Der Ausfall von Stefan Kießling kommt sicher zu einem unrechten Zeitpunkt. Aber das Kollektiv muss das auffangen und wir haben bereits einige Ausfälle von Topspielern kompensiert", erklärt Heynckes. Auch Abwehrchef Sami Hyypiä wehrt sich im Gespräch mit bundesliga.de gegen Panikmache. "Ob andere schwarz oder weiß malen, interessiert mich nicht", sagt der Finne und warnt auch davor, zu viel auf die Spiele gegen Schalke und zwei Wochen später gegen den FC Bayern zu fokussieren:

"Wir haben noch andere Aufgaben vor der Brust. Wer sich nur auf die Duelle an der Spitze konzentriert, macht einen Fehler. Jedes Spiel ist wichtig."

"Ich erwarte, dass wir eine gute Leistung zeigen"

Das weiß natürlich auch Felix Magath, weshalb er den Fokus nach dem bitteren Pokal-Aus darauf legt, den Schalter sofort wieder umzulegen. "Wenn die Spieler diese Niederlage verarbeiten, können sie daraus Kraft schöpfen, und die können wir am Samstag gut gebrauchen", sagt der Schalke-Trainer. Die "Königsblauen" verloren nur eines ihrer letzten 13 Ligaspiele (neun Siege) und setzen im Saisonendspurt vor allem auf ihre Fitness.

"Für uns ist es überhaupt kein Problem, drei Spiele in einer Woche zu absolvieren. Ich erwarte, dass wir eine gute Leistung zeigen", erklärt Magath. Er setzt darauf, dass sich seine Spieler an den starken Auswärtsauftritt zuletzt beim Hamburger SV erinnert und Leverkusen unter Druck setzt: "In den letzten Spielen haben sie nicht ganz so gut ausgesehen wie zuvor. Ich hoffe, dass sie nicht ausgerechnet gegen uns wieder ihren Rhythmus finden."

Sollte Bayer erst einmal einen Lauf bekommen, sei es schwer, die Mannschaft zu bremsen, versichert Magath: "Die Mannschaft ist wesentlich stabiler und spielstärker als wir, hat ein ganz anderes Zutrauen und Standing."

Bordon und Kuranyi wohl dabei

Einen Vorteil haben die Schalker beim Versuch, sich den Bayern-Jagdschein zu sichern aber. Die personellen Fragezeichen sind kleiner als bei den Gastgebern. Marcelo Bordon, der im Pokalspiel mit Heiko Westermann zusammengeprallt war, fühlt sich schon wieder besser. "Er hatte ein wenig Kopfschmerzen, ist sich aber sicher, dass er Samstag dabei sein kann", berichtet Magath.

Und auch Kevin Kuranyi, den gegen Ende des Spiels gegen den FC Bayern muskuläre Probleme geplagt hatten, "ist guter Dinge, in Leverkusen spielen zu können". Wer würde sich solche ein Duell der Superlative auch entgehen lassen?


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