Achter-Drempt - Bundesliga-Torschützenkönig Klaas-Jan Huntelaar hat seinem Frust angesichts der drohenden Rolle als Ersatzspieler in der niederländischen Nationalmannschaft bei der EM in Polen und der Ukraine (8. Juni bis 1. Juli) freien Lauf gelassen. "Ich musste mich vor mir selbst schützen und hatte Angst, etwas Falsches zu sagen", antwortete der Stürmer von Schalke 04 auf die Frage, warum er nach dem 2:0 der Niederländer am Mittwoch gegen die Slowakei ohne Kommentar das Stadion verlassen hatte.

Bondscoach Bert van Marwijk hatte ihm bei diesem Spiel deutlich gemacht, dass er im Sturm wohl auf Robin van Persie vom FC Arsenal setzen werde, Huntelaar wird seine überragende Saison mit 48 Treffern in 48 Pflichtspielen wohl nichts nützen. "Ob ich böse bin? Böse ist vielleicht nicht das richtige Wort. Aber ich bin voller Fragen", sagte der 28-Jährige bei einer Vorstellung seiner neuen Klaas-Jan-Huntelaar-Foundation für junge Fußballer: "Das Ärgerliche ist vor allem, dass Robin und ich, ohne es zu wollen, das Thema einer großen Diskussion geworden sind, und dass jedes Wort von uns aufgebauscht wird. Für Außenstehende mag es das Thema 'van Persie gegen Huntelaar' geben, aber ich mache da nicht mit. Ich schaue nur auf mich und will einfach nur spielen."

Schon 2010 nur Ersatz



Dies wird ihm aber wohl kaum vergönnt sein. Der frühere Dortmunder van Marwijk hatte schon bei der WM 2010 in Südafrika trotz Formkrise auf van Persie gesetzt, nun hat dieser als Torschützenkönig der englischen Premier League ebenfalls gute Argumente. Dass er beide zusammen nicht spielen lassen wird, hat van Marwijk schon durchblicken lassen. "Das hätte er gegen die Slowakei tun können, aber er hat es nicht getan", sagte Huntelaar: "Ich könnte jetzt meine Schlüsse daraus ziehen, aber ich will alles lieber persönlich vom Bondscoach erfahren." Der Schalker war gegen die Slowakei erst in der 68. Minute für van Persie eingewechselt worden.