Das Finale des Premiere-Ligapokals zwischen Bayern München und Schalke 04 ist auch ein Duell der Stars Frank Ribery gegen Kevin Kuranyi.

Beide Spieler haben bislang im Premiere-Ligapokal mit sehr guten Leistungen überzeugen können.

Dabei hat Ribery gegenüber Kuranyi einen Vorsprung von 81 Minuten, da der Schalker Stürmer in der Vorrunde des Premiere-Ligapokals noch für eine "Unfreundlichkeit" gegenüber Silvio Meißner aus dem Jahr 2005 Buße tun musste und den 1:0-Erfolg der Gelsenkirchner gegen den KSC nur als Zuschauer erleben durfte.

Perfekter Einstand

Gegen Werder Bremen feierte Franck Ribery ein Traum-Debüt, war überall dort zu finden, wo das Spiel nach einer Entscheidung suchte.

Beim 1:1 von Bastian Schweinsteiger war der Franzose zwar noch unbeteiligt, sicherte sich dann aber durch einen dynamischen Zwischensprint das Privileg des ersten Gratulanten vor den Kollegen Miroslav Klose und Hamit Altintop.

Abgeschirmt und aufgelegt

Letzterem legte Ribery das sehenswerte 2:1 auf, nachdem Gegenspieler Jurica Vranjes an ihm abgeglitten war, wie ein Fischstäbchen aus der Teflon-Pfanne.

Die Arbeit zum 4:1-Endstand übernahm der mit 79 Ballkontakten hyperaktive Dauerläufer dann selbst. Von seinen drei Torschüssen hatten zwei ihren Weg ins Bremer Allerheiligste gefunden.

Kuranyi als Ballverteiler

Kevin Kuranyi hatte sich in seinem ersten Saisonpflichtspiel trotz der Team-Bestmarke von fünf Torschüssen selbst der Rolle des Knipsers entledigt und glänzte gegen den 1. FC Nürnberg viel mehr als offensiver Spielgestalter.

Die Tore von Levan Kobiashvili und Fabian Ernst hatte er fachgerecht vorbereit, beim 3:1 von Peter Lövenkrands wurde Vorlagengeber Ivan Rakitic vom deutschen Nationalstürmer exzellent auf die Reise geschickt. Nur einer von insgesamt 70 Prozent aller Pässe, die Kuranyi an den Mann brachte.

Fairer Ribery

Der zweikampfstarke Kuranyi kann den Ball geschickt gegen den Gegner abschirmen und dann für die Teamkollegen maßgeschneidert in den Lauf legen. Von seinen zwölf Zweikämpfen gewann Kuranyi sechs. Drei Mal wurde das Duell gegen den Schalker abgepfiffen.

Auch Franck Ribery kann den Ball erobern und behaupten. Gegen den VfB Stuttgart gewann der Neu-Münchner 64 Prozent seiner Zweikämpfe. Sowohl gegen Bremen als auch gegen den VfB kam Ribery dabei ohne Foulspiel aus. 86 Prozent seiner Pässe fanden den richtigen Abnehmer.

Kuranyi als Bombenentschärfer

Riberys Chancenverwertung gegen Stuttgart war konsequent: zwei Torschüsse, ein Tor. "Er kann aus dem Nichts explodieren und hat Spaß am Tore schießen", charakterisiert FCB-Coach Ottmar Hitzfeld seinen effektiven Neuzugang.

Im Finale am Samstag (ab 17:30 Uhr im Live-Ticker auf bundesliga.de sowie bei Premiere) wird sich zeigen, ob die unberechenbare "bombe francaise" im Schalker Tor explodiert oder Kuranyi seine Mitspieler wieder aussichtsreich auf Reisen schickt und auch mal selber trifft.

Michael Wollny