München - Das Spiel der Superlative ist endlich da. Bayern München gegen Borussia Dortmund, der Rekordmeister gegen den Tabellenführer, das beste Heimteam gegen die beste Auswärtsmannschaft, der Titelverteidiger gegen den Herausforderer. Das Duell Rot-Weiß gegen Schwarz-Gelb war immer hochbrisant und prägte auch in der Hinrunde den weiteren Verlauf der Saison entscheidend: Während die siegreichen Dortmunder die Liga scheinbar nach Belieben dominierten, fanden die Bayern einfach nicht zu ihrer Form.

Das Ergebnis des Duells der beiden besten Offensivreihen der Liga (beide 49 Treffer) wird zweifellos Richtung weisend sein. Gewinnen die Borussen auch im Rückspiel gegen den derzeit extrem formstarken FCB, stünde der Meisterschaft für die Klopp-Elf, die satte 13 Zähler Vorsprung auf die drittplatzierten Bayern hat, wohl nichts mehr im Wege.

Beste Offensive gegen beste Defensive

Dabei machen dem FCB vor allem seine Offensivstars Freude: Kein Team erzielte nach der Winterpause mehr Tore als die Bayern (18), was der BVB wiederum mit der stärksten Defensive des Jahres 2011 (nur drei Gegentore) kontern kann.

Wie man es auch dreht und wendet: Das Schlagerspiel in München ist das am meisten erwartete Spiel der Rückrunde. Ganz Fußballdeutschland blickt auf die Protagonisten der beiden Mannschaften, die der Saison 2010/2011 eine entscheidende Wendung geben werden. bundesliga.de hat deshalb die Daten der Schlüsselspieler verglichen und verrät, wer im direkten Vergleich der Stars der beiden Top-Teams die Nase vorn hat.

Die Torhüter: Thomas Kraft gegen Roman Weidenfeller

Ob man Erfahrung (sechs zu 217 Bundesligaspiele) oder die aktuelle Form (83 zu 159 Minuten ohne Gegentor) höher gewichten will - Roman Weidenfeller hat in jeder Hinsicht die Nase vorn. Fast in jedem zweiten Spiel (48 Prozent im Vergleich zu Krafts 33 Prozent) hielt er 2010/11 zu Null, insgesamt elf Mal und damit häufiger als jeder andere Keeper. Allerdings steht der Einsatz des BVB-Keepers wegen einer Knieverletzung noch auf der Kippe.

Die "Sechser": Bastian Schweinsteiger gegen Nuri Sahin

In Mainz durfte sich Bastian Schweinsteiger über sein erstes Kopfballtor in der Bundesliga freuen. Durch die Rückkehr von "Robbery" kann Schweinsteiger wieder auf der "Sechs" spielen, seine schwächere Zweikampfquote (45 Prozent im Vergleich zu Nuri Sahins 51) ist vor allem seiner zuvor offensiven Rolle geschuldet. In der Offensive (8:13 Scorerpunkte) und Spielgestaltung ist aber Sahin klar im Vorteil. Auch in punkto abgefangene Bälle (28:54) liegt der Borusse deutlich vorne.

Linkes Mittelfeld: Franck Ribery gegen Kevin Großkreutz

Zwei Spieler, die von ihrer Leidenschaft leben. Ribery lieferte am vergangenen Wochenende ein Topspiel in Mainz ab, hatte viele Ballkontakte und eine hervorragende Zweikampfbilanz. In dieser Form kommt Großkreutz, Borusse durch und durch und nicht mehr aus der Mannschaft des BVB wegzudenken, nicht an den Franzosen heran. Vor allem was die Anzahl der Dribblings (95 zu 59) und Flanken (63 zu 16) angeht, hat Ribery klar die Nase vorn.

Rechtes Mittelfeld: Arjen Robben gegen Mario Götze

Seit der Niederländer zurück ist, blühen die Bayern wieder auf - zuletzt gegen Mainz glänzte er mit zwei Assists. Vor allem in der Effizenz (Robben braucht 78 Minuten für eine Torbeteiligung, Götze 144) wird deutlich: Dem frisch gebackenen Nationalspieler Götze mag zwar die Zukunft gehören, aber die Gegenwart ist noch fest in Robbens Hand. Robbens Tempodribblings (56 Prozent sind erfolgreich, bei Götze nur 34 Prozent) sind einfach nur Weltklasse.

Die Stürmer: Mario Gomez gegen Lucas Barrios

Das Spiel gegen St. Pauli entschied Barrios im Alleingang, erzielte das 1:0 mit seinem zehnten Saisontor und gab die "Vorlage" zum Eigentor Ralph Guneschs. Damit meldet sich der paraguayische Nationalspieler gerade vor dem Spitzenspiel gegen die Bayern eindrucksvoll zurück, wenn er auf das Maß aller Dinge trifft: Mario Gomez. Mit 18 Toren bester Torjäger der Liga, war er alleine in den letzten 23 Pflichtspielen 27 Mal erfolgreich. Auch in punkto Chancenverwertung (35 zu 16 Prozent) und Minuten pro erzieltem Tor (82 zu 173) ist Gomez Punktsieger.





Zusammengestellt von Christoph Gschoßmann