Hamburg/Leverkusen - Die einen wollen den Aufwärtstrend fortsetzen, die anderen unbedingt die Trendwende einleiten - beim Duell zwischen dem Hamburger SV und Bayer Leverkusen (So., ab 17 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) herrscht auf beiden Seiten großer Druck.

Der wichtige 1:0-Sieg in Kaiserslautern war für den HSV nur ein Teilerfolg zum Klassenerhalt. Die Trainingswoche der "Rothosen" war dementsprechend von hoher Konzentration und Intensität geprägt. "Wir haben genauso weitergearbeitet", bestätigte Thorsten Fink am Donnerstag.

Hoffen auf Drobny-Einsatz



Allerdings musste der Übungsleiter dabei auf einige Akteure verzichten. Nachdem Dennis Diekmeier sich im Spiel auf dem Betzenberg bereits einen zweifachen Teilriss das Bänder im Sprunggelenk zugezogen hatte, erwischte es auch Jacopo Sala im Training. Auch der Italiener wird mindestens zwei Wochen fehlen. Voraussichtlich wird Jeffrey Bruma die vakante Position des Rechtsverteidigers einnehmen.

Ein großes Fragezeichen stand die ganze Woche über hinter Jaroslav Drobny. Am Freitag absolvierte der Tscheche einen Härtetest und wird wohl auflaufen können. Eine weitere positive Nachricht gibt es von Tomas Rincon zu vermelden. Der Venezolaner, der in den vergangenen Tagen aufgrund einer Schienbeinentzündung kürzer treten musste, absolvierte das Training am Freitag ohne Probleme. Somit steht Trainer Thorsten Fink eine weitere Alternative für die Sechserposition neben David Jarolim zur Verfügung, die es nach dem Ausfall von Gojko Kacar (5. Gelbe Karte) noch zu besetzen gilt.

Trotz der Verletzungen gab es keine Klagen. Weder vom Trainer noch von den Spielern. "Das müssen wir als Mannschaft auffangen können. Das machen andere ja auch", sagte Marcell Jansen. Fink betont zudem, dass diese Situation auch positiv für den einen oder anderen sein könne. Sein Team soll sich nur auf die eigene Leistung fokussieren, erklärte Fink: "Wir müssen den Fight annehmen. Leverkusen ist spielerisch gut und hat Europa-League-Ambitionen. Wir müssen zeigen, dass wir im Abstiegskampf sind."

Hyypiä im Fokus



Bei den Gästen aus dem Rheinland, die zuletzt vier Bundesliga-Niederlagen in Folge kassierten, steht Sami Hyypiä im Fokus. Der Finne agiert nach der Entlassung von Robin Dutt als Teamchef. "Die Tage sind sehr gut gelaufen. Ich fühle, dass die Mannschaft in guter Laune ist. Das ist auch wichtig, um Spielsicherheit und Selbstvertrauen zurückzugewinnen. Generell geht es für uns darum, wieder besser zu spielen und mehr Chancen zu haben", sagte Hyypiä. Und der ehemalige Weltklasse-Verteidiger, der gemeinsam mit Trainer Sascha Lewandowski tätig ist, fordert mehr Effektivität im Angriff: "Wenn man Spiele gewinnen will, muss man Tore machen."

Ob Torhüter Rene Adler, der am Mittwoch im Regionalliga-Team von Bayer ein gelungenes Comeback nach gut achtmonatiger Verletzungspause gab, und Michael Ballack, der zu Beginn dieser Woche wieder ins Mannschaftstraining einstieg, in Hamburg zum Aufgebot gehören werden, verriet Hyypiä noch nicht. "Es ist aber sehr gut möglich", sagte der Finne.

Darüber, wie Bayer den Hanseaten begegnen will, hat Hyypiä klare Vorstellungen. "Der HSV wird um sein Leben spielen, laufen und kämpfen. Das müssen wir auch tun und dabei von Beginn an mit gutem Tempo spielen, um Hamburg sofort zu zeigen, dass wir die Stärkeren sind", sagte der 38-Jährige, der sein Debüt an der Seitenlinie feiern wird und zugab, "dass ich am Sonntag sehr nervös sein werde. Vielleicht noch mehr als früher als Spieler".

Trotz der schlechten eigenen Serie gibt es für die "Werkself" durchaus Grund zur Hoffnung. Denn die Heimbilanz des HSV (2 Siege, 5 Unentschieden, 7 Niederlagen) verbreitet keinen Schrecken.



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