München - Das gab es schon lange nicht mehr. Erstmals seit 29 Jahren verlor Bayer Leverkusen die ersten beiden Pflichtspiele einer Saison - am 1. Spieltag und im DFB-Pokal - und steht damit im Heimspiel gegen den SV Werder Bremen bereits unter Druck.

Der Blick in die Statistik macht Leverkusen nicht gerade Mut: Der neue Bayer-Trainer Robin Dutt verlor mit Freiburg alle vier Spiele gegen Werder. Überhaupt gewann die "Werkself" nur eins der vergangenen zwölf Spiele gegen die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf. Das Kuriose: Die letzten fünf Partien gegen Bremen endeten alle remis, die letzten drei alle 2:2. Gegen kein anderes Team spielte Bayer so häufig unentschieden wie gegen Bremen (ab 17 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Bayer-Keeper Bernd Leno steht vor seinem Debüt

Im dritten Pflichtspiel steht bei Bayer bereits der dritte Torhüter im Kasten. Der erst kürzlich vom VfB Stuttgart ausgeliehene Bernd Leno steht gegen Werder Bremen vor seinem Bundesliga-Debüt. "Bernd hat die vielen Vorschusslorbeeren in den ersten Einheiten schon bestätigt. Er macht einen sehr coolen Eindruck", lobt Bayer-Trainer Dutt, dessen Spieler den Fehlstart anscheinend gut weggesteckt haben. Die Trainingsleistungen unter der Woche stimmen Dutt jedenfalls optimistisch. "Gute Arbeit im Training allein heißt natürlich noch nicht viel, aber ich hoffe, dass man sie auch am Sonntag auf dem Platz sehen wird." Die Taktik für die Partie gegen Bremen ist klar. "Wir müssen eine gute Balance zwischen Defensive und Offensive finden und vor allem eine gute Mentalität voller Leidenschaft", erklärt der Chefcoach.

Fehlen werden der Bayer-Elf die beiden Torhüter René Adler (Knie-OP) und Fabian Giefer (Gehirnerschütterung) sowie Tranquillo Barnetta (Hüftbeuger) und Bastian Oczipka (Knöchel).

Claudio Pizarro wieder im Kader

Wie schnell sich die Zeiten doch ändern können. Nach dem Pokal-Aus gegen den 1. FC Heidenheim herrschte beim SV Werder Bremen jede Menge Unruhe. Doch durch den 2:0-Sieg zum Auftakt gegen den 1. FC Kaiserslautern ist Optimismus bei den Norddeutschen eingekehrt. "Wir wollten einen guten Bundesliga-Start. Das ist gelungen. Nun geht es darum, dass wir uns eine Sicherheit erarbeiten, um daraus mehr Siege folgen zu lassen", sagt Trainer Thomas Schaaf, der wieder auf seinen Angreifer Claudio Pizarro zurückgreifen kann. "Claudio hat die ganze Woche trainiert. Er wird zumindest im Kader dabei sein."

Nicht auflaufen kann dagegen Neuzugang Andreas Wolf. Der Innenverteidiger zog sich einen kleinen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu. Für ihn wird wahrscheinlich der Österreicher Sebastian Prödl verteidigen. Weiterhin nicht im Kader stehen Philipp Bargfrede (Oberschenkelprellung), Tim Borowski (Knöchel) und Naldo (Trainingsrückstand).