Sinsheim - Zwei Spiele, null Punkte, eins zu acht Tore. Die Bilanz des Hamburger SV in der Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim lässt - gelinde ausgedrückt - zu Wünschen übrig. Im Topspiel des 28. Spieltags startet der Bundesliga-Dino am Samstagabend nun den dritten Versuch, bei 1899 Hoffenheim zu punkten (ab 18 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Neben Fortuna Düsseldorf ist Hoffenheim in der Bundesliga das einzige Team, bei dem die "Rothosen" noch keinen Punkt holten. Hamburg tut sich in der laufenden Saison auf fremden Plätzen ohnehin schwer. Die Elbstädter konnten nur eines der vergangenen vier Auswärtsspiele gewinnen.

Trainer Michael Oenning kennt das Rezept für ein erfolgreicheres Auftreten des HSV auf fremden Plätzen: "Wir möchten an das anknüpfen, was wir gegen Köln angefangen haben. Klug agieren und vor allem offensiv Akzente setzen. Es hängt immer von uns ab, ob der Gegner besser ist als wir." Oenning sieht seinen Gegner momentan unter seinen Möglichkeiten: "Sie haben zuhause gegen Dortmund gewonnen. Hoffenheim verkauft sich zur Zeit unter Wert, sie haben eine sehr gute Mannschaft."

Van Nistelrooy gesperrt

Personell gibt es bei den Norddeutschen Veränderungen. Da Ruud van Nistelrooy aufgrund seiner fünften Gelben Karte zuschauen muss, ist die Position neben Mladen Petric noch vakant. Diese könnten Änis Ben-Hatria oder Heung Min Son einnehmen. "Ich habe mir schon meine Gedanken gemacht, werde es aber noch offen halten, um keinen zu kurz kommen zu lassen", hielt sich der Trainer bedeckt.

Sicher ist hingegen, dass Dennis Diekmeier wieder von Beginn an als rechter Verteidiger auflaufen wird, "Er fängt an", gab Oenning bekannt. "Ob es für 90 Minuten reicht, wird sich zeigen." Auch Marcell Jansen soll nach Auskunft des Trainers in den Kader zurückkehren.

Müssen kompakt stehen

Trotz ihrer makellosen Heimbilanz gegen den HSV haben die Kraichgauer noch eine Rechnung zu begleichen. "Wir haben noch etwas gutzumachen. Das Hinspiel haben wir mit 1:2 verloren", konstatiert Trainer Marco Pezzaiuoli.

Der 42-Jährige will der spielerischen Qualität des Bundesliga-Urgesteins mit hoher taktischer Disziplin begegnen: "Hamburg ist routiniert und hat individuell eine hohe Klasse, wenn man ihnen genug Raum gibt. Das wollen wir natürlich verhindern und müssen kompakt stehen", erklärt Pezzaiuoli. Da die Mannschaft in den letzten Tagen aber sehr konzentriert gearbeitet habe und auch die Nationalspieler unverletzt von ihren Länderspielen zurückgekehrt seien, ist der Trainer optimistisch für das anstehende Spiel.

Ibisevic' Lieblingsgegner

Hoffenheims Stürmer Vedad Ibisevic trifft dabei auf seinen Lieblingsgegner. Gegen den HSV traf Ibisevic beim 5:1-Erfolg in der vergangenen Spielzeit zwei Mal ins Schwarze und auch beim 3:0-Sieg in der Saison 2008/09 durfte der 26-Jährige einen Treffer bejubeln. Nach dem 6:2-Erfolg des HSV gegen den 1. FC Köln weiß der bosnische Angreifer aber: "Die Hamburger werden mit großem Selbstbewusstsein zu uns reisen."

Bis auf Matthias Jaissle hat Pezzaiuoli keine Verletzten zu beklagen. Tobias Weis trainiert wieder mit der Mannschaft und könnte eine Option für den 18-köpfigen Kader gegen Hamburg sein. Chinedu Obasi und Manuel Gulde absolvieren wieder Teile des Mannschaftstrainings, müssen aber noch auf der Tribüne Platz nehmen.