Für Zvonimir Soldo, Trainer des Tabellenletzten 1. FC Köln, ist das Punktspiel am Samstag beim VfB Stuttgart (ab 15 Uhr im Live-Ticker / Liga-Radio) von ganz besonderem Reiz. Schließlich stand der Kroate zehn Jahre als Profi beim VfB unter Vertrag und bestritt 301 Bundesligaspiele (15 Tore) für die Schwaben.

"Ich freue mich auf das Wiedersehen mit Stuttgart, auch wenn ich es mir anders vorgestellt hätte - nicht als Tabellenachtzehner", sagte Soldo am Freitag.

"Poldi" glaubt an die Wende

Mit einem 2:1-Sieg gegen Wolfsburg hatte sich Soldo am 6. Mai 2006 nach zehn Jahren aus Stuttgart verabschiedet. Gegen Köln schoss Soldo im übrigen auch sein erstes Bundesligator beim 4:0 des VfB am 8. September 1996 - seither gewannen die Schwaben kein Heimspiel mehr gegen die Kölner.

Ob dies so bleibt, ist vor dem kommenden Duell wegen des schlechten Saisonstarts der "Geißböcke" - nur ein Punkt aus bisher fünf Spielen - fraglich.

Nationalstürmer Lukas Podolski zumindest glaubt an die Wende zum Guten. "Ich bin sicher, dass wir die Kurve kriegen", sagte "Prinz Poldi": "Wir brauchen einfach wieder ein Erfolgserlebnis." Fehlen werden den Kölnern Adil Chihi, der am Dienstag am Sprunggelenk operiert wurde und Milivoje Novakovic, bei dem Adduktorenprobleme auftraten.

Ende der Rotation beim VfB

Alles andere als ausgelassene Stimmung herrscht allerdings auch bei den Schwaben nach dem durchwachsenen Saisonstart mit fünf Punkten und dem 1:1 in der Champions League gegen die Glasgow Rangers.

"Wir sind trotz allem einen Schritt nach vorne gekommen", sagte Trainer Markus Babbel über das Remis in der "Königsklasse" und war mit der ersten Hälfte seiner Mannschaft sehr zufrieden: "Wir müssen jetzt diese Leichtigkeit zurückgewinnen, und das gelingt uns nur durch Siege." Babbel hat wie sein Gegenüber übrigens Verbindungen in die "gegnerische" Stadt: Der 37-Jährige absolviert derzeit die Ausbildung zum Fußballlehrer in der Domstadt.

Babbel erwartet mit dem FC einen Gegner, dem oft nur das Quäntchen Glück gefehlt habe. "Letztendlich schauen wir aber nicht auf Köln, sondern müssen unser Spiel durchziehen und hart arbeiten. Ich will meine Mannschaft kämpfen und gewinnen sehen", so der Coach.

Verzichten muss er nur auf Martin Lanig und Ludovic Magnin. Bei Christian Träsch und Alexander Hleb gehe er davon aus, dass sie dabei sind. Entgegen der letzten Partien, in denen der Coach rotieren ließ, wolle er am Samstag den Spielern das Vertrauen schenken, die "eine klasse Leistung in der ersten Hälfte gegen Glasgow abgeliefert haben", meinte Babbel und kündigte an, keine großen Umstellungen vornehmen zu wollen.


Hannover 96 - Borussia Dortmund

Im Kurz-Trainingslager im Hotel "Klosterpforte" hat Coach Jürgen Klopp die BVB-Profis nach dem 1:5 gegen die Bayern intensiv und mit Videoanalysen auf die Partie in Hannover eingestimmt. "Ich spüre, dass uns diese beiden intensiven Tage gut getan haben", sagte Klopp, der wegen einer Grippe auf Einzelgespräche verzichten musste.

Hannover müsste sich auf den Gast aus Dortmund eigentlich freuen, denn so langsam entwickelt sich der frühere Schreck zu einem Lieblingsgegner. Von den vergangenen sechs Begegnungen konnten die Niedersachsen drei Partien gewinnen und blieben insgesamt ungeschlagen. Beide Teams sind mit nur fünf Punkten aus den ersten fünf Spieltagen gestartet und könnten mit einem Sieg einen wichtigen Schritt nach oben machen.

Michael Zorc, Sportdirektor der Borussia, sieht noch keinen Anlass zur Panik: "Ganz klar: Das war bisher nicht zufriedenstellend. Trotzdem werden wir jetzt nicht alles in Frage stellen und vernünftig weiterarbeiten. Was wir brauchen, ist eine Art Initialzündung, am besten schon in Hannover."

Hannoveraner Lazarett

Vorteil für den BVB: Hannover muss derzeit auf neun bis zehn Leistungsträger verzichten - die Personaldecke der "96er" wird immer dünner. Trainer Andreas Bergmann stellte klar, dass er am Samstag nur hundertprozentig gesunde Spieler auf den Platz schicken werde: "Uns wird schon etwas einfallen, um diese Situation zu überstehen und zu meistern. Wir werden eine schlagkräftige Truppe zusammenstellen und die volle Bereitschaft zeigen. Mit ein wenig mehr Konsequenz im Abschluss werden wir das Spiel gewinnen."

Neben den bereits seit langem außer Gefecht gesetzten Sorgenkindern Leon Andreasen (Adduktoren/Schambein) und Jan Schlaudraff (Leiste) füllen weiterhin Altin Lala (Aufbautraining), Vinicius (erneute OP), Mike Hanke (Mandel-OP) und Sergio Pinto (Meniskus-OP) das Krankenlager auf.

Robert Enke muss ebenso auf einen Einsatz am Wochenende verzichten. Er fehlt krankheitsbedingt. Auslöser für seine Erkrankung sind Campylobakter-Bakterien, die bei einer Magen- und Darminfektion auftreten können.

Mario Eggimann wird aufgrund von Nackenproblemen ebenso ausfallen wie der Finne Mikael Forssell, der nach seiner Operation für drei Monate pausieren und zunächst einen Spezialschuh tragen muss. Hanno Balitsch spürt, dem Bremen-Spiel geschuldet, immer noch Probleme im Rücken. Am Donnerstags-Training nahm er nicht teil, ein Einsatz wird sich erst am Samstag entscheiden.


Borussia Mönchengladbach - 1899 Hoffenheim

Die Borussen wollen auch in ihrer dritten Partie vor heimischer Kulisse überzeugen und die schwache Auswärtsleistung in Nürnberg wettmachen. Doch der Konkurrent aus Hoffenheim kommt gerade so richtig in Tritt. Beim letzten Bundesligaspiel gegen Bochum (3:0) blitzte phasenweise schon wieder die Offensivstärke der vergangenen Saison auf.

"Wir fahren nach Gladbach, um dort zu gewinnen. Wir sind auswärts immer für ein Tor gut und die besten Siege sind ohnehin immer die 1:0-Siege", gibt sich 1899-Trainer Ralf Rangnick selbstbewusst. Auch, weil ihm im Borussia-Park bis auf die Langzeitverletzten Tobias Weis und Matthias Jaissle alle Akteure zur Verfügung stehen. "Es ist positiv, dass alle Spieler gesund sind. Wenn nichts Außergewöhnliches mehr passiert, werden wir den gleichen Kader wie gegen Bochum aufbieten."

Marvin Compper, der vergangenen Samstag sein erstes Saisontor erzielte, freut sich auf das Wiedersehen mit den alten Kollegen und erwartet ein schweres Spiel: "Wir müssen unseren Worten Taten folgen lassen. Wir haben gezeigt, was wir können. Diese Leistung müssen wir aber jede Woche aufs Neue abrufen. Wir wollen in Gladbach dominant auftreten und von Anfang an zeigen, dass wir hier drei Punkte holen wollen."

Mit dem Stammkeeper und ein bisschen Respekt

Michael Frontzeck brachte die Kräfteverhältnisse wie folgt auf den Punkt: "Hoffenheim ist ein schwerer Brocken für uns." Der VfL-Trainer hatte aber auch zwei äußerst gute Nachrichten parat: "Rob Friend wird wieder im Kader sein, ihm hat das Spiel in der Nachwuchsrunde am vergangenen Dienstag noch einmal gut getan. Und Logan Bailly wird zwischen die Pfosten zurückkehren."

Der Keeper ist also zurück. "Er hat in den letzten Wochen einen Schritt nach vorne gemacht und sollte gestärkt aus dieser Zeit heraus gehen. Logan hat super trainiert, ist fit, und es besteht kein Risiko, ihn jetzt wieder in der Bundesliga einzusetzen", lobte Frontzeck seinen Stammtorhüter nach dessen überstandenem Mittelfußbruch.

Voraussichtlich wird das die einzige Änderung sein, der "Fohlen"-Coach vertraut wohl der Starelf aus Nürnberg (0:1). Viel Lob hat Frontzeck außerdem für den Gegner übrig. "Hoffenheim hat eine spielstarke Mannschaft, dort ist in den vergangenen Jahren alles richtig entschieden worden", so der 45-Jährige.


VfL Bochum - 1. FSV Mainz 05

Kurz vor dem wichtigen Heimspiel gegen Mainz ereilte den VfL Bochum eine Hiobsbotschaft. Top-Torjäger Stanislav Sestak fällt wegen eines Mittelhandbruches mehrere Wochen aus. Er war im Donnerstagstraining unglücklich mit einem Mitspieler zusammengeprallt. Erst Mitte Oktober wird er voraussichtlich wieder ins Mannschaftstraining einsteigen können.

Nichtsdestotrotz blickt Chef-Trainer Marcel Koller dem anstehenden Spiel optimistisch entgegen. "Wir haben noch kein Heimspiel verloren, daraus müssen wir Kraft schöpfen. Wenn wir so präsent sind wie gegen Hertha, können wir Mainz schlagen", sagte der Schweizer. "Wir müssen mit Leidenschaft und Verbissenheit, aber auch der nötigen Ruhe auftreten."

Neben Sestak muss Koller auf Keeper Philipp Heerwagen verzichten, der in den kommenden vier bis sechs Wochen wegen eines Kieferbruchs pausieren muss. Diesen hatte er sich am 5. Spieltag gegen Hoffenheim zugezogen.

Wer ihn ersetzt, entscheidet sich kurzfristig. Ganz gleich, wer am Ende im Kasten stehe - "es ist wichtig, demjenigen das volle Vertrauen auszusprechen, genau wie den anderen zehn Spielern auch", sagte Koller. Ansonsten fehlen ihm Vahid Hashemian und Shinji Ono, für die ein Einsatz nach langer Verletzungspause noch zu früh käme.

"Auswärts hängen die Trauben hoch"

Mit acht Punkten und Tabellenplatz acht liegt Aufsteiger Mainz nach fünf Spieltagen im Soll. Beim VfL will das Team von Coach Thomas Tuchel erneut punkten, um sich im mittleren Tabellendrittel festzusetzen. Doch der Trainer weiß: "Auswärts hängen die Trauben hoch, insbesondere in der Bundesliga. Den Anspruch, Bochum an die Wand spielen zu wollen, mit einer Leistung, die zu Hause vor starkem, eigenem Publikum leichter möglich ist, haben wir nicht."

Tuchels Erfolgsrezept: "Wir wollen die Summe der individuellen Konzentrationsfehler reduzieren, die möglicherweise zu einem Gegentreffer führen können, dafür aber die Summe der guten Dinge aus den ersten beiden Auswärtsspielen auf den Platz bringen."

Der Trainer muss auf mehrere Akteure verzichten. Miroslav Karhan hat seine Sprunggelenksverletzung aus dem vorvergangenen Spiel gegen Borussia Mönchengladbach noch nicht auskuriert. Niko Bungert liegt mit Grippe flach. Der Einsatz des Innenverteidiger ist fraglich. Eugen Polanski trainierte diese Woche erstmals nach seiner Fußverletzung leicht.


FC Bayern München - 1. FC Nürnberg

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