Zwei mögliche Titel sind definitiv weg, jetzt will und muss der Hamburger SV noch einmal in der Meisterschaft angreifen. Nachdem am vergangenen Wochenende Werder Bremen auch im Ligaspiel gegen die "Rothosen" erfolgreich war, musste Trainer Martin Jol nun seine Mannschaft aufbauen. Alle Mittwochsspiele ab 19:30 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio!

"Es ist ganz klar, dass wir enttäuscht sind. Es besteht aber kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken", so Jol.

Dazu hätte der HSV auch gar keine Zeit, denn nun kommt der VfL Bochum in die HSH Nordbank Arena, und das Team von Jürgen Koller braucht die Punkte genauso dringend, wenn auch aus ganz anderen Gründen: Der VfL hat vier Spiele in Folge verloren und nun die Verfolger auf den Abstiegsrängen im Nacken.

Gesperrte und Verletzte

Doch Martin Jol hat, nach den Strapazen der letzten Wochen kaum überraschend, erhebliche Personalsorgen. Stürmer Mladen Petric ist wegen einer Bänderdehnung immer noch fraglich.

Alex Silva hat einen Muskelfaserriss, Michael Gravgaard plagt sich seit dem letzten Bremen-Spiel mit Oberschenkelproblemen. "Für das Spiel gegen Bochum könnte es eng werden", meint Jol. Außerdem ist Kapitän David Jarolim nach zehn Gelben Karten gesperrt.

Bochumer Stürmertausch

Aber auch beim VfL fehlt der Stürmer Nummer eins, und zwar für den Rest der Saison. Stanislav Sestak musste an der Leiste operiert werden, der Eingriff war nicht mehr aufzuschieben.

Dafür wird aber wohl Diego Klimowicz wieder spielen. "Diego hat die letzten Einheiten unter voller Belastung mittrainieren können", berichtete Koller vorsichtig optimistisch.

"Mut ist gefragt"

Koller hatte seiner Mannschaft vor dem Spiel noch etwas mit auf den Weg zu geben: "Wir dürfen nicht ängstlich nach hinten gucken, ganz im Gegenteil: Mut ist gefragt."

Vor allem in den ersten 20 Minuten. Denn Koller vermutet, dass der HSV trotz der vielen Ausfälle "volle Pulle spielen wird. Die ersten 20 Minuten versuchen sie, den Gegner massiv unter Druck zu setzen und Tore zu erzielen. Ich erwarte, dass Hamburg gegen uns voll auf Sieg spielen wird."


Eintracht Frankfurt - Werder Bremen

Goldene Ananas? Von wegen. Die Gäste von der Weser haben zwar in der Tabelle viel Luft nach oben wie nach unten. Weil aber mehrere Spieler verletzt ausfallen, gilt es für andere, sich zum Ende der Saison noch mal in den Vordergrund zu spielen - immerhin stehen ja noch zwei Pokalfinals an.

Die wichtigste Personalie: Diego fehlt wegen eines Muskelfaserrisses. Wie lange der Brasilianer ausfällt ist noch fraglich. Per Mertesacker wird wegen seines Bänderrisses in dieser Saison wohl gar nicht mehr zurückkommen, und der zweite Innenverteidiger Naldo fehlt ebenfalls.

Petri Pasanen, Clemens Fritz und Sebastian Boenisch, die alle wieder einsatzbereit sind, müssen hinten alleine die Schotten dicht machen.

Kapitän wieder an Bord

Vor allem für die Heimelf ist die Partie alles andere als unwichtig. Im Falle einer Niederlage könnte die Eintracht nur noch drei Punkte vom Relegationsplatz entfernt sein. Doch zu Beginn wird es auf jeden Fall schon einmal viel Jubel geben in der Commerzbank-Arena: Kapitän Ioannis Amanatidis steht erstmals seit seiner Knieoperation im vergangenen Herbst wieder im Aufgebot.

Allerdings wird Verteidiger Ümit Korkmaz wegen einer Zerrung ausfallen. "Ich denke, dass wir ihn am Mittwoch nicht mit in den Kader nehmen, denn wir wollen nichts riskieren. Ich denke aber schon, dass er uns am Samstag in Bochum wieder zur Verfügung stehen wird", sagt Trainer Friedhelm Funkel. Es sollte aber tunlichst schon vorher gepunktet werden.


Bielefeld - 1899 Hoffenheim

Die wichtigste Frage aus Arminia-Sicht: Spielt Artur Wichniarek? Es wäre schon ein enormer psychologischer Vorteil, wenn der 12-Tore-Mann nach zwei Spielen Abwesenheit wieder im Aufgebot der abstiegsbedrohten Bielefelder stehen könnte.

"Artur ist unser torgefährlichster Spieler, und wenn er fit ist, gehört er auf den Platz", sagt Arminias Trainer Michael Frontzeck. Es werden auf jeden Fall dringend Punkte gegen den Abstieg benötigt, und gerade zuhause gab es bisher davon zu wenig - bisher nur 13. Markus Schuler und Jonas Kamper sind ebenfalls noch fraglich.

Gute Laune in Hoffenheim

Der Gast aus Hoffenheim ist momentan nur schwer auszurechnen, nachdem eine lange Negativserie beendet werden konnte, und einige verletzte Stammspieler wieder in der Startelf stehen. Andreas Beck kehrt nach abgesessener Sperre ebenso zurück wie Marvin Compper, der seine Adduktoren-Probleme überwunden hat.

"Es ist schön mal wieder zu gewinnen", sagte Hoffenheims Tobias Weis nach dem Sieg gegen den 1. FC Köln, "wir freuen uns jetzt auf die Partie in Bielefeld." Die Stimmung im Training war fröhlicher und ausgelassener als in den Wochen zuvor. Insbesondere bei Tobias Weis war die Erleichterung spürbar. "Nach vielen Rückschlägen war dies meine beste Leistung in der Rückrunde. Das macht mir Mut für die kommenden Wochen."

Rangnick zuversichtlich

"Wir wollen uns in dieser Atmosphäre richtig gut verkaufen", sagt Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick. "Meine Jungs sind heiß auf das Gefühl des Gewinnens. Das hat nichts mit Bielefeld zu tun. Das wäre nach diesem Sieg gegen jeden anderen Gegner genauso", sagt er.

Die Arminia wartet hingegen seit sieben Spielen auf einen "Dreier". Immerhin erkämpften sich die Ostwestfalen zuletzt drei Remis in Folge und wahrten durch das 2:2-Unentschieden bei Bayer Leverkusen ihre Chance auf den Klassenerhalt. Doch nun ist allmählich soweit, aus der Chance eine Tatsache zu machen.